Datenschutz bei Copilot und AI Builder in Power Automate
Wie Copilot und AI Builder in Power Automate mit Ihren Daten umgehen, welche DSGVO-Punkte KMU beachten sollten und was praktisch zu tun ist.
AI Builder Credits und Copilot Credits sind zwei verschiedene Abrechnungssysteme. So unterscheiden Sie sie und planen Ihre Kapazität richtig.
Wer in Power Automate oder Power Apps eine KI-Funktion von AI Builder nutzt, sieht früher oder später zwei verschiedene Begriffe im Power Platform Admin Center auftauchen: AI Builder Credits und Copilot Credits. Beide klingen ähnlich, beide werden für KI-Funktionen verbraucht, und genau das sorgt in der Praxis für Verwechslungen, gerade wenn ein Flow plötzlich mit einer Fehlermeldung wie „QuotaExceeded" stehen bleibt und niemand auf Anhieb sagen kann, welches der beiden Guthaben eigentlich leer ist.
Dieser Artikel trennt beide Systeme sauber voneinander: Wo AI Builder Credits herkommen, wann Copilot Credits ins Spiel kommen, wie die beiden zusammenspielen und was sich mit den Lizenzänderungen ab dem 1. November 2025 grundlegend verändert hat. Quelle ist ausschließlich die offizielle Power-Platform-Dokumentation von Microsoft, damit Sie sich bei der nächsten Kapazitätsplanung auf belastbare Zahlen statt auf Foren-Halbwissen verlassen können.
AI Builder Credits sind die ursprüngliche Abrechnungswährung für KI-Funktionen in Power Automate und Power Apps. Laut der Microsoft-Dokumentation zu Lizenzierung und AI Builder-Gutschriften verbrauchen KI-Modelle wie Dokumentverarbeitung, Texterkennung oder KI-Prompts diese Credits, sobald sie in einem Flow, einer App oder einem geplanten Lauf tatsächlich ausgeführt werden. Reines Testen von Modellen oder Prompts im Prompt Builder kostet dagegen nichts, ebenso wenig wie das Trainieren eigener Modelle.
AI Builder Credits stammen aus zwei Quellen:
Wichtig für alle, die aktuell erst mit der Power Platform starten: Neue Kunden können das AI Builder-Add-on seit dem 1. November 2025 nicht mehr kaufen. Für sie führt an Copilot Credits kein Weg mehr vorbei, sobald die seedierten Credits aus bestehenden Lizenzen aufgebraucht sind.
Copilot Credits sind die übergreifende Abrechnungswährung für Microsoft Copilot Studio und gleichzeitig das Auffangnetz für Power Automate und Power Apps, wenn dort keine AI Builder Credits mehr verfügbar sind. Seit dem 1. September 2025 ist Copilot Credit laut Copilot-Studio-Dokumentation zu Abrechnungssätzen die einheitliche Währung für Agents, vorher wurde in „Nachrichten" abgerechnet. An der Menge oder dem Preis pro Prepaid-Paket hat sich dabei nichts geändert.
In Copilot Studio wird jede Interaktion eines Agents in Copilot Credits abgerechnet, gestaffelt nach Funktion: Eine klassische, vorformulierte Antwort kostet 1 Credit, eine generative Antwort 2 Credits, eine Agent-Aktion 5 Credits und Grounding über den unternehmensweiten Microsoft Graph 10 Credits. KI-Tools innerhalb von Copilot Studio, etwa Text- und generative KI-Werkzeuge oder Tools zur Inhaltsverarbeitung, werden zusätzlich je nach Stufe unterschiedlich abgerechnet.
Genau hier liegt der Punkt, an dem die meisten Verwechslungen entstehen, weil die Antwort davon abhängt, in welcher Umgebung eine KI-Funktion läuft.
In klassischen Cloud-Flows und in Power Apps versucht das System laut Dokumentation zu Lizenzierung und Copilot Credits zuerst, AI Builder Credits zu verbrauchen. Erst wenn keine AI Builder Credits mehr verfügbar sind oder die Umgebung ihre AI-Builder-Kapazität überschritten hat, springt automatisch Copilot Credit als Reserve ein, sofern welche zugewiesen sind. Sind beide Kontingente leer, blockiert Power Automate die betroffene Aktion mit Fehlercodes wie EntitlementNotAvailable, NoCapacity oder QuotaExceeded.
Sobald eine KI-Funktion in einem Copilot-Studio-Agent oder in einem Agent-Flow läuft, gilt eine andere Regel: Hier werden laut Dokumentation immer Copilot Credits verbraucht, ein Rückgriff auf AI Builder Credits findet nicht statt. Das gilt auch dann, wenn ein klassischer Flow nachträglich in einen Agent-Flow umgewandelt wird. Die darin enthaltenen Prompts und Modelle, die vorher versucht haben, zuerst AI Builder Credits zu nutzen, verbrauchen ab diesem Moment ausschließlich Copilot Credits. Wer also einen bestehenden Flow zu einem Agent-Flow migriert, sollte diese Umstellung in der Kapazitätsplanung mitdenken, sonst wundert man sich später über ein Guthaben, das schneller sinkt als erwartet.
Die Abrechnungssätze für KI-Tools in Copilot Studio sind laut Dokumentation gestaffelt:
Ein Beispiel aus der Dokumentation macht den Unterschied greifbar: Ein Agent-Cloud-Flow verarbeitet ein dreiseitiges Dokument mit einem eigenen Dokumentenverarbeitungsmodell. Das verbraucht 3 Seiten der Inhaltsverarbeitungsfunktion, also 24 Copilot Credits, zusätzlich zu den Kosten für die eigentlichen Flow-Aktionen.
Beide Guthaben werden getrennt überwacht, an unterschiedlichen Stellen im Power Platform Admin Center:
Für AI Builder Credits gilt zusätzlich eine Art Kulanzregel: Übersteigt der berechnete Verbrauch die verfügbare Kapazität, gerät die Umgebung in eine Überschreitung, die laut Dokumentation nicht sofort abgerechnet wird und keinen Einfluss auf den Verbrauch im Folgemonat hat, solange rechtzeitig nachgesteuert wird. Copilot Studio kennt eine ähnliche Karenzzeit: Erst bei 125 Prozent der prepaid Kapazität greift die Durchsetzung, bei Agent-Flows werden dann gezielt neue Flow-Läufe blockiert, während der übergeordnete Agent für alle anderen Interaktionen weiterläuft.
Sie behalten die Kontrolle über beide Systeme am einfachsten, wenn Sie sich angewöhnen, regelmäßig beide Übersichten im Admin Center zu prüfen, statt erst beim ersten Fehlercode nachzuschauen. Wer Power-Automate-Flows mit KI-Funktionen produktiv betreibt und die Kapazitätsplanung nicht dem Zufall überlassen möchte, findet bei der Power-Automate-Beratung von NordFlux Unterstützung dabei, Lizenzbedarf und Flow-Architektur von Anfang an sauber aufeinander abzustimmen.
AI Builder Credits sind die primäre Währung für KI-Funktionen in klassischen Power-Automate-Flows und Power Apps, während Copilot Credits die verpflichtende Währung für Copilot Studio sind. In Power Automate und Power Apps springen Copilot Credits erst ein, wenn keine AI Builder Credits mehr verfügbar sind, in Copilot Studio werden dagegen immer ausschließlich Copilot Credits verbraucht.
Nein. Seit dem 1. November 2025 können neue Kunden das AI Builder-Kapazitäts-Add-on laut Dokumentation nicht mehr erwerben und müssen stattdessen Copilot Credits kaufen. Bestehende Kunden können ihr AI Builder-Add-on noch bis zum 1. November 2026 verlängern oder aufstocken.
Diese seedierten Credits, zum Beispiel 5.000 pro Power-Automate-Premium-Lizenz, werden laut Dokumentation am 1. November 2026 vollständig entfernt. Danach bleiben ausschließlich Credits aus dem AI Builder-Add-on aktiv, alle anderen Quellen fallen weg.
Nein, in beiden Systemen ist das Testen kostenlos. Weder das Testen eines Prompts im Prompt Builder noch das Testen eines vordefinierten oder eigenen Modells auf der Seite KI-Modelle verbraucht AI Builder Credits, und auch in Copilot Studio kostet das Testen im eingebetteten Testchat nichts.
Die enthaltenen KI-Prompts und -Modelle verbrauchen ab der Umwandlung ausschließlich Copilot Credits, ein Rückgriff auf AI Builder Credits ist dann nicht mehr möglich, selbst wenn davor im klassischen Flow noch AI Builder Credits genutzt wurden. Das sollten Sie einplanen, bevor Sie einen produktiven Flow zu einem Agent-Flow migrieren.
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
Zertifizierungen
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