Rechnungen automatisch auslesen mit AI Builder
AI Builder extrahiert Rechnungsdaten in Power Automate automatisch. Wie das Modell arbeitet, was es an Credits kostet und welche Premium-Lizenz Sie brauchen.
AI Builder verarbeitet Rechnungen in Power Automate über die vorgefertigte Aktion „Informationen aus Rechnungen extrahieren": Sie hängen eine PDF- oder Bilddatei an einen Cloud-Flow, das KI-Modell liest Felder wie Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Lieferant, Gesamtbetrag und Steuerbeträge aus und liefert zu jedem Feld einen Konfidenzwert zwischen 0 und 1 zurück. Der Verbrauch wird über AI Builder Credits abgerechnet, für die Nutzung in einem Flow ist eine Premium-Lizenz in Power Automate oder Power Apps nötig, und die Erkennungsgenauigkeit unterscheidet sich je nach Feld und Rechnungslayout deutlich. Stand: Juli 2026.
So bauen Sie den Flow mit dem Rechnungsverarbeitungsmodell auf
Laut der Microsoft-Anleitung zum vorgefertigten Modell zur Rechnungsverarbeitung in Power Automate legen Sie zunächst einen Cloud-Flow mit manuellem Trigger und einem Datei-Eingabefeld an, zum Beispiel „Meine Rechnung". Als nächsten Schritt fügen Sie die AI-Builder-Aktion „Informationen aus Rechnungen extrahieren" hinzu und verknüpfen sie mit der hochgeladenen Datei. In der Praxis läuft der Trigger häufiger über einen SharePoint- oder E-Mail-Anhang-Trigger statt über die manuelle Eingabe, das Prinzip bleibt gleich. Bei mehrseitigen Dokumenten mit mehreren Rechnungen lässt sich über den Parameter „Seiten" gezielt der Seitenbereich einer einzelnen Rechnung angeben. Microsoft empfiehlt das ausdrücklich, weil es sowohl die Kosten der Modellvorhersage senkt als auch die Trefferquote erhöht, solange der gewählte Bereich tatsächlich nur eine Rechnung enthält.
Welche Daten das Modell liefert und wie verlässlich sie sind
Das Modell gibt laut der Übersicht zur Rechnungsverarbeitung mehrere Dutzend Felder zurück, darunter:
- Kopfdaten: Rechnungs-ID, Rechnungsdatum, Fälligkeitsdatum, Zahlungsbedingungen
- Beträge: Zwischensumme, Gesamtsteuer, Rechnungssumme, fälliger Betrag
- Adressen: Rechnungs-, Liefer-, Kunden- und Lieferantenadresse samt Empfänger
- Zahlungsdetails: IBAN, SWIFT und Bankkontonummer, sofern auf der Rechnung angegeben
Zu jedem einzelnen Feld liefert das Modell zusätzlich einen Konfidenzwert zwischen 0 und 1. Das ist der ehrliche Teil des Modells: Es erkennt nicht bei jeder Rechnung jedes Feld gleich gut, gerade bei unüblichen Layouts, schlechten Scans oder seltenen Sprachen schwankt die Trefferquote spürbar. Für Felder mit dauerhaft niedriger Konfidenz bietet AI Builder die Möglichkeit, ein eigenes, auf die eigenen Lieferanten trainiertes Dokumentverarbeitungsmodell zu ergänzen. Unterstützt werden laut Microsoft rund 35 Sprachen, darunter Deutsch, bei Dateien bis 20 MB im Format PDF, JPEG oder PNG.
Was die Verarbeitung an AI Builder Credits kostet
Hier lohnt sich Ehrlichkeit statt Marketing-Versprechen: Jede verarbeitete Rechnungsseite kostet Credits, unabhängig davon, ob das Modell am Ende alle Felder korrekt erkennt. Laut der Übersicht zur Lizenzierung verbraucht die Kategorie „Beleg, Rechnung, Identitätsdokumentanalyse" 32 AI Builder Credits pro Seite, umgerechnet 8 Copilot Credits. Bei einem jährlich vorausbezahlten Tier-1-Add-on mit einer Kapazität von 1 Million Credits für 500 US-Dollar im Monat entspricht das rund 1,6 US-Cent pro verarbeiteter Rechnungsseite. 500 einseitige Rechnungen im Monat verbrauchen damit etwa 16.000 Credits, ein Bruchteil dieser Kapazität; bei mehrseitigen Sammel-PDFs mit mehreren Rechnungen steigt der Verbrauch aber schnell, weshalb der bereits erwähnte Seitenbereich-Parameter hier direkt Geld spart. Wichtig für die Budgetplanung: Die 5.000 AI Builder Credits, die in einer Power-Automate-Premium-Lizenz enthalten sind, fallen laut Microsoft zum 1. November 2026 weg, und seit November 2025 können Neukunden keine AI-Builder-Kapazitäts-Add-ons mehr kaufen, sondern müssen auf Copilot Credits umsteigen. Wer über sein Kontingent hinaus verarbeitet, wird nicht automatisch nachbelastet, sondern die Verarbeitung wird blockiert oder auf Copilot Credits umgeleitet, bis neue Kapazität bereitsteht oder der Monat sich zurücksetzt.
Premium-Lizenz und weitere Voraussetzungen
Sobald eine AI-Builder-Aktion in einem Flow verwendet wird, wird dieser laut Microsoft automatisch zu einem Premium-Flow und benötigt eine Power-Automate-Premium-Lizenz oder eine Power-Apps-Premium-Lizenz; die kostenlosen Basispläne reichen nicht aus. Zusätzlich begrenzt Microsoft die Aufrufe des Dokumentverarbeitungsmodells auf 360 pro Umgebung innerhalb von 60 Sekunden, was bei sehr hohem Rechnungsvolumen relevant werden kann. Wer AI Builder testen möchte: Modelltests in der Prompt- oder Modell-Ansicht sind laut Microsoft kostenlos und verbrauchen keine Credits, nur die tatsächliche Ausführung in Flows oder Apps kostet. Wer eine bestehende Power-Automate-Umgebung um Rechnungsverarbeitung erweitern will, findet in der Power-Automate-Beratung von NordFlux Unterstützung bei Lizenzwahl, Flow-Aufbau und einer realistischen Kosteneinschätzung, bevor produktiv Rechnungen verarbeitet werden. Wer grundsätzlich klären möchte, ob AI Builder oder ein anderer KI-Ansatz zur eigenen Rechnungsverarbeitung passt, kann das im Rahmen einer KI-Beratung vorab durchrechnen.
Häufige Fragen zu Rechnungen automatisch auslesen mit AI Builder
Wie genau erkennt AI Builder Rechnungsdaten?
Die Genauigkeit ist feldabhängig und wird pro Feld als Konfidenzwert zwischen 0 und 1 ausgegeben, Microsoft veröffentlicht keine pauschale Prozentzahl für das Gesamtmodell. Bei standardisierten Rechnungen mit klarer Struktur sind die Werte in der Regel hoch, bei ungewöhnlichen Layouts oder schlechten Scans sollten Sie niedrige Konfidenzwerte in Ihrem Flow gezielt abfangen, etwa durch eine manuelle Prüfung.
Brauche ich für AI Builder in Power Automate immer eine Premium-Lizenz?
Ja. Sobald eine AI-Builder-Aktion in einem Flow eingebunden wird, gilt der gesamte Flow als Premium-Flow und benötigt eine entsprechende Power-Automate- oder Power-Apps-Lizenz. Ein reiner Basisplan ohne Premium-Konnektoren reicht dafür nicht aus.
Was passiert, wenn meine AI Builder Credits im Monat aufgebraucht sind?
Die Verarbeitung versucht zunächst, auf verfügbare Copilot Credits auszuweichen. Sind auch diese aufgebraucht, wird die Modellausführung blockiert, bis zusätzliche Kapazität zugewiesen wird oder der Verbrauch sich zu Monatsbeginn zurücksetzt. Eine automatische Nachberechnung außerhalb Ihres Kontingents findet laut Microsoft nicht statt.
Kann ich mit dem Standardmodell auch Rechnungen von untypischen Lieferanten auslesen?
Ja, das vorgefertigte Modell ist für gängige Rechnungsformate aus vielen unterstützten Sprachen ausgelegt. Werden bestimmte Felder bei einem bestimmten Lieferanten dauerhaft schlecht erkannt, lässt sich ein ergänzendes, individuell trainiertes Dokumentverarbeitungsmodell aufbauen und mit dem Standardmodell kombinieren.
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