Eigene Prompts im AI Builder bauen

Wie Sie im AI Builder eigene Prompts erstellen und sie in Power Automate als wiederverwendbare KI-Aktion einsetzen.

Wer in Power Automate regelmäßig Texte mit KI erzeugen lässt, tippt dieselbe Anweisung in jedem Flow neu ein. Leicht abgewandelt, nie ganz einheitlich formuliert.

Der AI Builder löst das mit eigenen Prompts. Sie bauen die Anweisung einmal im Prompt-Generator und testen sie dort mit Beispielwerten. Danach rufen Sie sie in Flows, Power Apps und in Copilot Studio als fertige Aktion auf.

Dieser Artikel zeigt den Weg vom Anlegen im KI-Hub über Eingabevariablen und JSON-Ausgabe bis zur Prompt-Aktion im Cloud-Flow, inklusive Genehmigungsschritt für die menschliche Kontrolle.

Was ist ein eigener Prompt im AI Builder?

Ein eigener Prompt ist eine benannte, gespeicherte Anweisung an ein Sprachmodell, die Eingabevariablen entgegennimmt und zentral im KI-Hub liegt.

Diese Prompts laufen laut Prompt erstellen auf Sprachmodellen, die vom Azure OpenAI Service betrieben werden. Microsoft weist dort auf zwei Rahmenbedingungen hin: Die Funktion ist auf einige Regionen beschränkt und kann Nutzungs- oder Kapazitätsbeschränkungen unterliegen.

Der Unterschied zum einmaligen Prompt direkt im Flow liegt in der Wiederverwendbarkeit.

Kriterium | Eigener Prompt im KI-Hub | Prompt direkt in der Flow-Aktion

Kriterium: Speicherort · Eigener Prompt im KI-Hub: zentral im KI-Hub der Umgebung · Prompt direkt in der Flow-Aktion: in genau diesem einen Flow

Kriterium: Wiederverwendung · Eigener Prompt im KI-Hub: in Flows, Power Apps und Copilot Studio · Prompt direkt in der Flow-Aktion: keine, muss neu geschrieben werden

Kriterium: Eingabevariablen · Eigener Prompt im KI-Hub: benannt und mit Beispielwert testbar · Prompt direkt in der Flow-Aktion: nur dynamischer Inhalt der Aktion

Kriterium: Test vor dem Einsatz · Eigener Prompt im KI-Hub: im Prompt-Generator über Test · Prompt direkt in der Flow-Aktion: erst beim Testlauf des Flows

Kriterium: Änderung an einer Stelle · Eigener Prompt im KI-Hub: wirkt in allen aufrufenden Lösungen · Prompt direkt in der Flow-Aktion: wirkt nur in diesem Flow

Wie legen Sie im KI-Hub einen eigenen Prompt an?

Sie melden sich bei Power Automate an und wählen im linken Menü KI-Hub > Prompts > Eigene Prompts erstellen. Der Prompt-Generator lässt sich alternativ aus Power Apps oder Copilot Studio öffnen.

Danach gehen Sie in vier Schritten vor:

  • Name vergeben: Klicken Sie oben links auf den automatisch erzeugten Namen und ersetzen Sie ihn durch etwas Sprechendes, etwa „Rechnungsdaten extrahieren".
  • Anweisung schreiben: Formulieren Sie den Prompt selbst oder starten Sie mit einer Vorlage aus der Prompt-Bibliothek.
  • Eingabe einfügen: Tippen Sie / oder wählen Sie Inhalt hinzufügen und dann im Bereich Eingabe den Typ Text, Bild oder Dokument oder Power Fx.
  • Testen und speichern: Tragen Sie je Eingabe einen Beispielwert ein, prüfen Sie das Ergebnis über Test und wählen Sie dann Speichern.

Woraus besteht ein guter Prompt?

Ein Prompt besteht laut Microsoft aus zwei Teilen: der Anweisung und dem Kontext.

Die Anweisung sagt klar, was das Modell tun soll, etwa „Fassen Sie diese E-Mail in drei Aufzählungszeichen zusammen". Der Kontext liefert die Information, die für eine passende Antwort nötig ist, etwa den Hinweis auf Kundenfeedback der letzten Woche.

Die Dokumentation nennt vier Eigenschaften eines guten Prompts: klar und prägnant, spezifisch, kontextbezogen und relevant. Ist die Antwort zu lang oder driftet sie ab, schärfen Sie an diesen vier Punkten nach.

Wie machen Eingabevariablen den Prompt wiederverwendbar?

Eingabevariablen übergeben zur Laufzeit dynamische Werte an den Prompt und verwandeln einen starren Textbaustein in eine echte Aktion.

Ein Prompt darf mehrere Eingaben gleichzeitig führen, etwa eine für den Inhalt und eine für den gewünschten Ton. Laut Eingaben zu Ihrem Prompt hinzufügen gilt dabei eine wichtige Sicherheitsregel: Eingaben dürfen keine Anweisungen enthalten.

Die eigentliche Steuerung gehört also in den Anweisungstext, nicht in den übergebenen Wert.

Wie geben Sie statt Text ein JSON-Objekt zurück?

Sie stellen die Ausgabe oben rechts im Prompt-Generator von Text auf JSON um und hinterlegen ein JSON-Beispiel. Das lohnt sich, sobald die Antwort mehrere Felder enthält, die der Flow einzeln weiterverarbeiten soll.

1{
2 "rechnungsnummer": "RE-2026-0842",
3 "rechnungsdatum": "2026-08-14",
4 "nettobetrag": 1450.00,
5 "waehrung": "EUR",
6 "positionen": [
7 { "bezeichnung": "Wartungspauschale", "menge": 1, "einzelpreis": 1200.00 },
8 { "bezeichnung": "Anfahrt", "menge": 2, "einzelpreis": 125.00 }
9 ]
10}

Zwei dokumentierte Regeln stecken darin. Jedes Element braucht einen Feldnamen, ein reines Array wie ["abc", "def"] wird nicht unterstützt. Und das beim Speichern hinterlegte Format gilt zur Laufzeit unverändert, auch wenn die Eingaben wechseln.

Wie bauen Sie den Prompt als Aktion in einen Flow ein?

Sie fügen im Designer die Aktion Run a prompt ein und wählen im Feld Prompt Ihren gespeicherten Prompt. Die darunter erscheinenden Eingabefelder füllen Sie mit dynamischem Inhalt.

Die Aktion hieß bis Mai 2025 Text mit GPT mithilfe einer Eingabeaufforderung erstellen. Je nach Update-Stand Ihrer Umgebung sehen Sie noch die alte Bezeichnung, die Funktion ist dieselbe.

Als Ergebnis stellt die Aktion die Flow-Variable Text bereit. Bei JSON-Ausgabe erscheinen stattdessen die einzelnen Felder als dynamischer Inhalt und lassen sich direkt in eine E-Mail oder einen Listeneintrag schreiben.

Denselben Prompt rufen Sie in einer Power App als Power-Fx-Funktion auf:

1Set(ergebnis, 'Rechnungsdaten extrahieren'.Predict(TextInput1.Text));
2ergebnis.text

In Copilot Studio greifen Sie über die Variable Output.predictionOutput.text auf die Antwort zu. Die Details stehen in Prompt in Power Automate verwenden.

Welche Einstellungen beeinflussen die Antwort?

Über die drei Punkte oben im Prompt-Generator öffnen Sie die Einstellungen und steuern dort Modell, Kreativität und Filterung.

Einstellung | Wirkung | Empfehlung

Einstellung: Modell · Wirkung: bestimmt Qualität, Tempo und Kosten je Aufruf · Empfehlung: Standardmodell behalten, bis ein Fall mehr verlangt

Einstellung: Temperatur · Wirkung: 0 liefert vorhersagbare, 1 kreativere Antworten · Empfehlung: 0 für Extraktion und Klassifizierung

Einstellung: Inhaltsmoderation · Wirkung: Niedrig, Moderat oder Hoch, Standard ist Moderat · Empfehlung: nur bei belegtem Bedarf ändern

Einstellung: Datensatzabruf · Wirkung: Zahl der Datensätze aus der Wissensquelle · Empfehlung: so niedrig wie fachlich vertretbar

Einstellung: Links in der Antwort · Wirkung: ergänzt Quellenangaben zu abgerufenen Datensätzen · Empfehlung: einschalten, wenn Nachvollziehbarkeit zählt

Einstellung: Code-Interpreter · Wirkung: erlaubt Erzeugen und Ausführen von Code · Empfehlung: nur für Rechen- und Analysefälle

Die Modelle sind laut Modellversion und Einstellungen ändern in drei Kategorien eingeteilt.

Kategorie | Stärke | Tempo | Typische Aufgabe

Kategorie: Mini · Stärke: gut für die meisten Aufgaben · Tempo: schnell · Typische Aufgabe: Zusammenfassen, Bild- und Dokumentverarbeitung

Kategorie: General · Stärke: stark bei komplexen Aufgaben · Tempo: langsamer · Typische Aufgabe: anspruchsvolle Texterstellung, multimodale Fälle

Kategorie: Deep · Stärke: auf Schlussfolgern trainiert · Tempo: am langsamsten · Typische Aufgabe: Datenanalyse und Aufgaben mit Begründungsbedarf

Die Temperatureinstellung steht nicht bei jedem Modell zur Verfügung. Die Moderationsstufe lässt sich nur bei verwalteten Modellen anpassen.

Wie behalten Sie die Kontrolle über die KI-Ausgabe?

Sie hängen hinter die Prompt-Aktion die Aktion Eine Genehmigung von Text starten und darauf warten und werten danach das Ergebnis in einer Bedingung aus.

Der Ablauf laut Dokumentation: Im Feld Vorgeschlagener Text wählen Sie die Variable Text, im Feld Zugewiesen zu die prüfende Person. Danach fügen Sie das Steuerelement Bedingung ein und vergleichen den dynamischen Inhalt Ergebnis mit dem Wert Approve.

Erst der Ja-Zweig verschickt oder speichert den Text. Die prüfende Person kann den Entwurf im Menü Genehmigungen vor der Freigabe noch bearbeiten.

Was kostet der Einsatz und wo ist er verfügbar?

Prompts in Power Apps und Power Automate verbrauchen zuerst vorhandene AI-Builder-Guthaben, danach Copilot Credits. Der Verbrauch hängt vom gewählten Modell und von der Größe der Eingabe ab.

Regional ist die Funktion eingeschränkt. Welche Modelle in Ihrer Region laufen, steht unter Verfügbarkeit der Features nach Region. Klären Sie das früh mit Ihrem Administrator, nicht erst beim ersten Kapazitätsengpass.

Bei der Power-Automate-Beratung von NordFlux richten wir eigene Prompts so ein, dass aus einem Textbaustein eine verlässliche Aktion für Ihr ganzes Team wird.

Typische Fehler und Ursachen

Fünf Probleme treten beim Bauen eigener Prompts besonders häufig auf, und jedes hat eine dokumentierte Ursache.

1. Der Prompt-Generator meldet „Diese Funktion wurde deaktiviert". Ursache: Ein Administrator hat KI-Eingabeaufforderungen auf Umgebungsebene ausgeschaltet. Lösung: Im Power Platform Admin Center unter Verwalten > Umgebungen > Einstellungen > Produkt > Features die Einstellung AI prompts aktivieren. Quelle: Fehler „Diese Funktion wurde deaktiviert".

2. Der Test meldet, dass kein JSON erzeugt werden konnte. Ursache: Das Modell umschließt die Ausgabe mit Markdown-Metadaten, dadurch scheitert die Formatprüfung. Lösung: Ergänzen Sie die Anweisung „Don't include JSON markdown in your answer". Quelle: JSON-Ausgabe.

3. Der Lauf bricht mit dem Fehlercode `ContentFiltered` ab. Ursache: Die Inhaltsmoderation hat Eingabe oder Antwort blockiert. Lösung: Prüfen Sie den übergebenen Text und passen Sie bei verwalteten Modellen die Moderationsstufe an. Quelle: Inhaltsfilter-Fehler beheben.

4. Lange Dokumente laufen in eine Zeitüberschreitung oder ins Tokenlimit. Ursache: Die Dokumentverarbeitung ist aufwendig, sehr lange Inhalte sprengen das Kontextfenster. Lösung: Verarbeiten Sie seitenweise, etwa mit der Aktion Text in Bild oder Dokument erkennen, und entfernen Sie Ballast wie HTML-Markup vorher. Quelle: Leistung und Ausführung von Prompts.

5. Der Prompt ignoriert Anweisungen, die im übergebenen Wert stehen. Ursache: Eingaben dürfen aus Sicherheitsgründen keine Anweisungen enthalten. Lösung: Schreiben Sie die Steuerung in den Anweisungstext und übergeben Sie in der Eingabe ausschließlich Daten. Quelle: Eingaben zu Ihrem Prompt hinzufügen.

Häufige Fragen

Wo finde ich den Prompt-Generator in Power Automate?

Unter KI-Hub > Prompts > Eigene Prompts erstellen im linken Menü von make.powerautomate.com. Dort starten Sie neu, wählen eine Vorlage oder bearbeiten gespeicherte Prompts.

Wie unterscheidet sich ein eigener Prompt von einem einmaligen Prompt im Flow?

Ein eigener Prompt ist benannt, liegt zentral im KI-Hub und lässt sich in Flows, Power Apps und Copilot Studio wiederverwenden. Ein Prompt in einer einzelnen Flow-Aktion bleibt an diesen Flow gebunden.

Wie viele Eingabevariablen darf ein eigener Prompt haben?

Die Dokumentation nennt keine feste Obergrenze. Definieren Sie so viele Eingaben, wie der Anwendungsfall braucht, und hinterlegen Sie je Eingabe einen Beispielwert für den Test.

Warum heißt die Aktion anders als in Anleitungen, die ich online finde?

Microsoft hat Text mit GPT mithilfe einer Eingabeaufforderung erstellen im Mai 2025 in Run a prompt umbenannt. Je nach Update-Stand Ihrer Umgebung steht dort noch die ältere Bezeichnung, die Funktion bleibt gleich.

Kann ich die Ausgabe vor dem Versand prüfen lassen?

Ja. Fügen Sie nach der Prompt-Aktion Eine Genehmigung von Text starten und darauf warten ein und verknüpfen Sie das Ergebnis über eine Bedingung mit den Folgeschritten. Der Text läuft dann erst nach Freigabe weiter.

Simon Glowik, Gründer von NordFlux
Über den Autor

Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.

Zertifizierungen

  • Microsoft zertifiziert — PL-900 und AZ-900
  • UiPath zertifiziert — Automation Developer Associate
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