Eigene Prompts im AI Builder bauen
Wie du im AI Builder eigene Prompts erstellst und sie in Power Automate als wiederverwendbare KI-Aktion einsetzt.
Wer in Power Automate regelmäßig Texte mit KI erzeugen lässt, kennt das Problem: Die gleiche Anweisung an das Sprachmodell wird in jedem Flow neu eingetippt, leicht abgewandelt, nie ganz einheitlich formuliert. Der AI Builder bietet dafür eine sauberere Lösung: eigene Prompts, die du einmal im Prompt-Generator baust, testest und speicherst, und die danach in beliebig vielen Flows, Power Apps und sogar in Copilot Studio als fertige Aktion zur Verfügung stehen.
Dieser Artikel zeigt, wie du im KI-Hub einen eigenen Prompt anlegst, welche Rolle Eingabevariablen dabei spielen und wie du den fertigen Prompt danach als wiederverwendbare Aktion in einen Cloud-Flow einbaust, inklusive einer Möglichkeit zur menschlichen Kontrolle über die Ausgabe.
Was ist ein eigener Prompt im AI Builder?
Ein eigener Prompt ist im AI Builder eine gespeicherte, benannte Anweisung an ein Sprachmodell, die auf Sprachmodellen läuft, die vom Azure OpenAI Service betrieben werden. Laut der Dokumentation Prompt erstellen ist diese Funktion auf einige Regionen beschränkt und kann Nutzungsbeschränkungen oder Kapazitätseinschränkungen unterliegen. Der entscheidende Unterschied zu einem einmaligen Prompt direkt im Flow: Ein eigener Prompt bekommt einen Namen, feste Eingabevariablen und wird zentral im KI-Hub verwaltet. Du baust ihn einmal, testest ihn dort mit Beispielwerten, und danach kannst du ihn aus jedem Flow, jeder Power App oder jedem Copilot-Agenten heraus als fertige Aktion aufrufen, ohne die Formulierung jedes Mal neu zu erfinden.
Im KI-Hub einen eigenen Prompt anlegen
Der Prompt-Generator lässt sich aus drei Umgebungen heraus öffnen: Power Apps, Power Automate oder Copilot Studio. In Power Automate meldest du dich unter make.powerautomate.com an und wählst im linken Menü KI-Hub > Prompts > Eigene Prompts erstellen aus. Danach gehst du in drei Schritten vor:
- Name vergeben: Du klickst auf den automatisch generierten Namen oben links im Prompt-Generator und ersetzt ihn durch etwas Sprechendes, zum Beispiel „Rechnungsbeschreibung zusammenfassen".
- Anweisung schreiben: Du formulierst deinen Prompt im Textfeld oder startest mit einer Vorlage aus der Prompt-Bibliothek.
- Eingabe einfügen: Du tippst „/" oder wählst Inhalt hinzufügen, um im Bereich Eingabe ein Feld vom Typ Text oder Bild oder Dokument einzufügen. Diese Eingaben nehmen später dynamische Werte aus deinem Flow entgegen.
Anweisung und Kontext: die zwei Bausteine eines guten Prompts
Ein Prompt besteht laut Microsoft grundsätzlich aus zwei Teilen. Die Anweisung ist der erste Teil und beschreibt klar, was das Modell tun soll, etwa „Fasse diese E-Mail in drei Stichpunkten zusammen". Der Kontext liefert danach die Informationen, die das Modell für eine passende Antwort braucht, etwa den Hinweis, dass die E-Mail Kundenfeedback der letzten Woche enthält. Ein guter Prompt ist außerdem klar und prägnant, spezifisch genug, um das Modell in die richtige Richtung zu lenken, und liefert genug Kontext, damit die Antwort auch inhaltlich passt. Ist die generierte Antwort zu lang oder driftet vom Thema ab, lohnt es sich fast immer, an genau diesen vier Eigenschaften nachzuschärfen, statt die ganze Anweisung neu zu schreiben.
Eingabevariablen: aus statischem Text ein dynamisches Bauteil machen
Erst die Eingabevariablen machen aus einem starren Textbaustein eine echte, wiederverwendbare Aktion. Für jede Eingabe trägst du im Prompt-Generator einen Beispielwert ein, damit du den Prompt direkt über Test ausprobieren kannst, bevor er irgendwo produktiv läuft. Ein Prompt kann mehrere Eingaben gleichzeitig verwenden, zum Beispiel einen Text-Baustein für den Inhalt und einen zweiten für den gewünschten Ton der Antwort. Sobald du mit dem Ergebnis zufrieden bist, wählst du Speichern, und der Prompt steht ab diesem Moment als eigenständiger Baustein zur Verfügung.
Den Prompt in einem Flow als Aktion verwenden
Um deinen gespeicherten Prompt in einen Cloud-Flow einzubauen, suchst du im Aktionsbereich nach „GPT" und wählst die passende Aktion aus. Wichtig zu wissen: Die Aktion hieß lange Text mit GPT mithilfe einer Eingabeaufforderung erstellen, seit Mai 2025 nennt Microsoft sie laut Prompt in Power Automate verwenden in der englischsprachigen Dokumentation Run a prompt; je nach Update-Stand deiner Umgebung siehst du also noch die alte oder bereits die neue Bezeichnung. In beiden Fällen läuft der Ablauf gleich:
- Im Feld Name wählst du deinen zuvor gespeicherten Prompt aus dem Dropdownmenü.
- Für jede im Prompt definierte Eingabe erscheint darunter ein eigenes Feld, das du mit dynamischem Inhalt aus vorherigen Schritten füllst, etwa dem Betreff einer eingegangenen E-Mail.
- Die Aktion erzeugt anschließend eine Flow-Variable namens Text, die die generierte Antwort enthält und in jedem nachfolgenden Schritt weiterverwendet werden kann, etwa um sie als Nachricht in einem Teams-Kanal zu posten.
Alternativ lässt sich ein komplett neuer Prompt auch direkt aus dem Flow-Designer heraus starten: Im selben Dropdownmenü wählst du Neue benutzerdefinierte Eingabeaufforderung, was denselben Prompt-Generator öffnet, den du sonst über den KI-Hub erreichst. Für einmalige Spezialfälle praktisch, für wiederverwendbare Bausteine bleibt der Weg über den KI-Hub aber übersichtlicher, weil der Prompt dort auch für andere Flows und Apps auffindbar bleibt.
Menschliche Kontrolle über die KI-Ausgabe behalten
Ein Prompt liefert immer eine Antwort, aber nicht jede Antwort sollte ungeprüft weiterlaufen, etwa bevor ein Text an Kundinnen und Kunden verschickt wird. Genau dafür lässt sich nach der Prompt-Aktion ein Genehmigungsschritt einfügen: Die Aktion Eine Genehmigung von Text starten und darauf warten übergibt den generierten Text an eine festgelegte Person, die ihn im Genehmigungs-Menü von Power Automate freigeben, ablehnen oder vor der Freigabe noch bearbeiten kann. Über eine anschließende Bedingung, die das Ergebnis auf „Genehmigen" prüft, entscheidet der Flow selbst, ob der Text danach automatisch weiterverarbeitet wird. So bleibt die KI die digitale Mitarbeiterin, die den ersten Entwurf liefert, während du an der entscheidenden Stelle die Kontrolle behältst.
Regionale Verfügbarkeit und Limits im Blick behalten
Bevor du eigene Prompts produktiv einplanst, lohnt ein Blick auf die Rahmenbedingungen. Prompts laufen in der Region, in der deine Power-Platform-Umgebung gehostet ist, und die genaue Modellverfügbarkeit je Region ist laut Verfügbarkeit der Features nach Region gesondert dokumentiert. Zusätzlich weist Microsoft ausdrücklich darauf hin, dass die Funktion Nutzungsbeschränkungen oder Kapazitätseinschränkungen unterliegen kann. Wer mehrere Flows mit eigenen Prompts produktiv betreibt, sollte diese Punkte deshalb früh mit der eigenen IT oder dem Power-Platform-Administrator abklären, statt sie erst beim ersten Kapazitätsengpass zu entdecken. Bei der Power-Automate-Beratung von NordFlux unterstützen wir dabei, eigene Prompts von Anfang an strukturiert aufzusetzen, damit aus einem einmaligen Textbaustein eine verlässliche, wiederverwendbare Aktion für dein ganzes Team wird.
Häufige Fragen
Wo finde ich den Prompt-Generator in Power Automate?
Du erreichst ihn über KI-Hub > Prompts > Eigene Prompts erstellen im linken Navigationsmenü von make.powerautomate.com. Von dort aus kannst du einen neuen Prompt beginnen, eine Vorlage aus der Prompt-Bibliothek auswählen oder bereits gespeicherte Prompts bearbeiten.
Wie unterscheidet sich ein eigener Prompt von einem einmaligen Prompt direkt im Flow?
Ein eigener Prompt wird benannt, im KI-Hub zentral gespeichert und lässt sich danach in mehreren Flows, Power Apps und Copilot-Agenten wiederverwenden. Ein Prompt, der nur direkt in einer einzelnen Flow-Aktion formuliert wird, bleibt dagegen an genau diesen einen Flow gebunden und muss bei Bedarf in jedem weiteren Flow neu geschrieben werden.
Wie viele Eingabevariablen darf ein eigener Prompt haben?
Die Dokumentation nennt keine feste Obergrenze; in der Praxis definierst du so viele Text- oder Bild-und-Dokument-Eingaben, wie dein Anwendungsfall braucht. Für jede Eingabe solltest du beim Erstellen einen Beispielwert eintragen, damit sich der Prompt vor dem produktiven Einsatz sinnvoll testen lässt.
Warum heißt die Aktion in manchen Flows anders als in Tutorials, die ich online finde?
Microsoft hat die Aktion Text mit GPT mithilfe einer Eingabeaufforderung erstellen seit Mai 2025 in der Dokumentation in Run a prompt umbenannt. Je nachdem, wann deine Umgebung zuletzt aktualisiert wurde, kann in deiner Oberfläche noch die ältere Bezeichnung stehen, ohne dass sich an der eigentlichen Funktion etwas ändert.
Kann ich die Ausgabe eines eigenen Prompts vor dem Versand noch prüfen lassen?
Ja. Füge nach der Prompt-Aktion die Aktion Eine Genehmigung von Text starten und darauf warten ein und verknüpfe sie über eine Bedingung mit den nachfolgenden Schritten. So läuft der generierte Text erst dann automatisch weiter, wenn eine festgelegte Person ihn freigegeben hat.
NordFlux UG (haftungsbeschränkt)
NordFlux baut Organisationen digitale Mitarbeiter: Automatisierungen und KI-Agenten, die wiederkehrende Arbeit abnehmen. Sie behalten die Kontrolle.
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