Förderprogramme für Digitalisierung in Norddeutschland: was 2026 noch offen ist
WTSH, Hamburg Digital Check, Bremer KI-Zuschuss, KI-Förderung MV: welche Programme im Norden 2026 offen sind und welche entgegen vieler Blogs längst tot sind.
Stand Juli 2026 sind von den Förderprogrammen für Digitalisierung in Norddeutschland vor allem fünf Wege offen: die WTSH-Digitalisierungsförderung in Schleswig-Holstein, der Hamburg Digital Check, in Bremen der neue Zuschuss Digitaler Mittelstand KI, in Mecklenburg-Vorpommern die KI-Förderung MV samt FuEuI-Richtlinie, dazu bundesweit BAFA-Beratungsförderung, INQA-Coaching, KfW-Kredite und Forschungszulage. Mindestens ebenso wichtig ist die Gegenliste: go-digital, Digital Jetzt, go-inno und der Digitalbonus Niedersachsen sind ausgelaufen, werden im Netz aber weiter als aktiv beworben.
Was fördert Schleswig-Holstein?
Das Landesprogramm Wirtschaft fördert über die WTSH niedrigschwellige Digitalisierungsvorhaben in kleinen Unternehmen unter 50 Beschäftigten mit 40 Prozent Zuschuss. Das Beratungsmodul deckt externe Digitalisierungsberatung zwischen 2.500 und 20.000 Euro ab, das Umsetzungsmodul reicht bis 200.000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben inklusive Hard- und Software. Beantragt wird digital über das WTSH-Portal, vor Vorhabenbeginn.
Was fördert Hamburg?
Der Hamburg Digital Check der IFB bezuschusst qualifizierte Beratung zu Digitalisierung, KI und Informationssicherheit mit 50 Prozent, höchstens 7.500 Euro. Anträge sind nach aktuellem Stand bis zum 16.11.2026 möglich, ausschließlich online und vor Vertragsschluss. Für die Umsetzung gibt es seit August 2025 den Hamburg-Kredit Digital: 25.000 Euro bis 2,5 Millionen Euro über die Hausbank, mit einem städtischen Zuschussanteil von bis zu 12 Prozent der Kreditsumme, höchstens 20.000 Euro.
Was fördert Bremen?
Bremen hat zum 01.04.2026 das Programm Digitaler Mittelstand KI gestartet: bis zu 17.000 Euro Zuschuss je Projekt für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, KI, Automatisierung und Cybersicherheit, ausdrücklich auch für Kleinstunternehmen und Soloselbständige. Daneben läuft die Beratungsförderung Digitalisierung und Arbeit 4.0 der BAB mit 50 Prozent Zuschuss auf externe Beratung, höchstens 5.000 Euro, weiter.
Und Niedersachsen?
Niedersachsen hat aktuell kein eigenes Zuschussprogramm für Digitalisierung: Der Digitalbonus.Niedersachsen lief zum 31.12.2025 aus, ein Nachfolger ist nicht angekündigt. Niedersächsische Betriebe fahren deshalb über die Bundesebene, mit einem Sonderfall: In der Region Lüneburg liegt der BAFA-Fördersatz bei 60 statt 50 Prozent.
Was gilt in Mecklenburg-Vorpommern?
MV hat als einziges norddeutsches Land 2026 ein neues Landesprogramm gestartet: die KI-Förderung MV mit 50 Prozent Zuschuss bis 50.000 Euro für Betriebe bis 100 Beschäftigte, seit dem 30.06.2026 in Kraft. Größere Innovations- und Beratungsvorhaben laufen über die FuEuI-Richtlinie der TBI GmbH, und bei der BAFA-Beratungsförderung gilt in MV der erhöhte Ost-Satz von 80 Prozent. Details dazu im Beitrag KI-Förderung MV 2026.
Die Bundesebene: vier Programme, die überall gelten
- BAFA-Beratungsförderung: 50 bis 80 Prozent auf konzeptionelle Beratung, höchstens 3.500 Euro Bemessungsgrundlage je Beratung. Die aktuelle Richtlinie läuft zum 31.12.2026 aus.
- INQA-Coaching: 80 Prozent auf bis zu zwölf Beratungstage für den digitalen Wandel in der Arbeitsorganisation, bis Ende 2027.
- KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung: zinsgünstiger Kredit ohne Mindestbetrag über die Hausbank, KI-Integration ausdrücklich förderfähig.
- Forschungszulage: 35 Prozent Steuergutschrift für KMU bei echter Forschung und Entwicklung, ab 2026 mit 12 Millionen Euro Bemessungsgrundlage und 20 Prozent Gemeinkostenpauschale.
Welche Förderprogramme sind ausgelaufen?
Wer 2026 auf einen dieser Namen setzt, plant mit Geld, das es nicht mehr gibt: go-digital endete zum 31.12.2024, Digital Jetzt ist beendet, go-inno lief zum 31.12.2025 aus, ebenso der Digitalbonus.Niedersachsen. Das MV-Programm DigiTrans ist seit Jahren geschlossen. Beim ZIM gilt seit dem 07.07.2026 ein befristeter Antragsstopp, die Wiederaufnahme wird für Anfang 2027 angestrebt. Viele Überblicksartikel im Netz führen diese Programme trotzdem als aktiv, verlassen Sie sich im Zweifel auf die Bewilligungsstellen selbst oder die Förderdatenbank des Bundes.
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Häufige Fragen zu Förderprogrammen im Norden
Welches Bundesland fördert Digitalisierung am besten?
Das hängt vom Vorhaben ab. Für Beratung ist Mecklenburg-Vorpommern mit dem 80-Prozent-BAFA-Satz am stärksten, für KI-Einführungen bietet MV mit 50.000 Euro Höchstbetrag den größten Landeszuschuss im Norden. Hamburg punktet mit dem Digital Check für Beratung, Bremen mit dem breiten KI-Zuschuss auch für Kleinstbetriebe, Schleswig-Holstein mit dem Umsetzungsmodul für kleine Unternehmen.
Gibt es go-digital oder den Digitalbonus Niedersachsen noch?
Nein. go-digital ist zum 31.12.2024 ausgelaufen, der Digitalbonus.Niedersachsen zum 31.12.2025, und auch Digital Jetzt und go-inno sind beendet. Aktuelle Alternativen sind die BAFA-Beratungsförderung, das INQA-Coaching, die KfW-Förderkredite und die jeweiligen Landesprogramme.
Muss der Antrag immer vor Projektbeginn gestellt werden?
Ja, das gilt bei allen genannten Programmen ausnahmslos. Ein unterschriebener Vertrag zählt bereits als Vorhabenbeginn und macht das Projekt förderunfähig. Angebote einholen und planen ist dagegen überall erlaubt.
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