Digitalbonus im Ländervergleich: wo es 2026 noch Zuschüsse gibt und wo nicht mehr
Bayern zahlt noch, BW und Thüringen sind raus, NRW hat umgebaut: der geprüfte Digitalbonus-Vergleich aller Bundesländer, Stand Juli 2026.
Der Digitalbonus ist kein Bundesprogramm, sondern ein Sammelbegriff für Landeszuschüsse, und die Landkarte hat sich 2025 und 2026 kräftig verschoben: Bayern fördert weiter, aber mit gesenkten Höchstbeträgen, Baden-Württemberg und Thüringen haben ihre Zuschüsse beendet, Nordrhein-Westfalen fördert seit Januar 2026 keine interne Digitalisierung mehr, und im Osten sind mit Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg die höchsten Beträge zu holen. Wer einen Ratgeber von 2024 liest, plant mit Programmen und Summen, die es so nicht mehr gibt.
Wo gibt es 2026 noch einen Digitalzuschuss?
- Bayern: Digitalbonus Standard bis 7.500 Euro und Plus bis 30.000 Euro, jeweils bis 50 Prozent, nur für kleine Unternehmen unter 50 Beschäftigten, Laufzeit bis Ende 2027. Achtung: Die alten Höchstbeträge von 10.000 und 50.000 Euro gelten seit Mitte 2024 nicht mehr, und die Anträge sind monatlich kontingentiert.
- Sachsen: der EFRE-Digitalisierungszuschuss der SAB reicht je nach Modul von 10.000 Euro für Kleinstunternehmen bis 100.000 Euro für mittlere Unternehmen, mit Fördersätzen zwischen 35 und 60 Prozent plus Tarifbonus.
- Sachsen-Anhalt: DIGITAL INNOVATION zahlt bis zu 70.000 Euro bei 50 Prozent. Beantragt wird in kurzen Zeitfenstern, die jeweils nach 60 Anträgen schließen; die Termine veröffentlicht die Investitionsbank Sachsen-Anhalt vorab auf ihrer Programmseite.
- Brandenburg: BIG-Digital fördert Beratung und Schulung mit je bis zu 50.000 Euro und Implementierung bis 250.000 Euro, bis 50 Prozent, mit Pflicht-Erstberatung vor dem Antrag, Richtlinie bis Mitte 2027.
- Saarland: DigitalInvest KMU zahlt 12.500 Euro im Basis- und 20.000 Euro im Plus-Modul, 50 Prozent für kleine und 30 Prozent für mittlere Unternehmen.
- Hessen: Distr@l ist aktiv, aber kein niedrigschwelliger Bonus, sondern Innovationsförderung: Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen, dafür reichen die Linien von 100.000 Euro bis in den siebenstelligen Bereich.
Wo ist der Digitalbonus Geschichte?
- Baden-Württemberg: die Digitalisierungsprämie Plus ist zum 30.06.2025 ausgelaufen, als Nachfolger gibt es nur noch ein zinsgünstiges Darlehen.
- Thüringen: die Mittel des Digitalbonus sind ausgeschöpft, eine Neuauflage ist nach Angaben der Aufbaubank nicht geplant.
- Berlin: die Digitalprämie endete bereits Ende 2023. Aktiv ist der Transfer BONUS mit bis zu 45.000 Euro, der aber eine Kooperation mit einer Wissenschaftseinrichtung voraussetzt.
- Rheinland-Pfalz: DigiBoost ist seit 2022 beendet, ohne Zuschuss-Nachfolger. Neu seit Ende 2025 ist immerhin ein Betriebsberatungsprogramm, das auch KI-Beratung abdeckt.
- Niedersachsen: der Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ lief zum 31.12.2025 aus, ein Nachfolger ist nicht angekündigt.
Was fördert Nordrhein-Westfalen 2026 noch?
Nordrhein-Westfalen zeigt, warum sich der jährliche Blick in die Richtlinie lohnt: Seit dem Wechsel des Programms Mittelstand Innovativ und Digital zur NRW.BANK im Januar 2026 ist der Schwerpunkt für interne Digitalisierungsprojekte gestrichen. Gefördert werden nur noch die Entwicklung marktfähiger digitaler Produkte und die digitale Sicherheit, mit 50 Prozent und bis zu 15.000 Euro im Gutscheinverfahren, vergeben per monatlichem Losverfahren. Wer in NRW seine Buchhaltung oder Auftragsabwicklung digitalisieren will, findet dort keinen Zuschuss mehr.
Und der Norden?
Die norddeutschen Länder fahren eigene Programme jenseits des Digitalbonus-Labels: Mecklenburg-Vorpommern mit der neuen KI-Förderung bis 50.000 Euro, Schleswig-Holstein über die WTSH, Hamburg mit dem Digital Check, Bremen mit dem KI-Zuschuss bis 17.000 Euro. Den geprüften Überblick dazu gibt unser Beitrag Förderprogramme in Norddeutschland 2026. Und unabhängig vom Bundesland gilt: Der Antrag gehört vor die Unterschrift, und das Vorhaben sollte sich auch ohne Zuschuss rechnen, das prüfen wir gemeinsam in der kostenlosen Erstanalyse der KI-Beratung.
Häufige Fragen zum Digitalbonus
Gibt es einen bundesweiten Digitalbonus?
Nein, der Digitalbonus ist Ländersache, und nur ein Teil der Länder bietet 2026 noch Zuschüsse: darunter Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und das Saarland. Bundesweit offen sind stattdessen die BAFA-Beratungsförderung, das INQA-Coaching, die Forschungszulage und die KfW-Förderkredite.
Wie hoch ist der Digitalbonus in Bayern 2026?
Der Digitalbonus Bayern zahlt seit der Neuauflage zum 01.07.2024 im Standard bis zu 7.500 Euro und im Plus-Modul bis zu 30.000 Euro, jeweils bis zu 50 Prozent der Kosten. Antragsberechtigt sind nur kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten, die Anträge sind monatlich kontingentiert und laufen digital über das ELSTER-Unternehmenskonto, das Programm ist bis Ende 2027 befristet.
Was mache ich, wenn mein Bundesland keinen Zuschuss mehr bietet?
Auf die Bundesebene ausweichen: Die BAFA-Beratungsförderung mit 50 bis 80 Prozent läuft noch bis Ende 2026, die Forschungszulage kennt keine Landesgrenzen, und der KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung finanziert Umsetzungen zinsgünstig. Für Weiterbildungsanteile kommen die Bildungsschecks der Länder in Frage, die teils unabhängig vom Digitalbonus weiterlaufen.
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