TBI-Förderung in MV: was hinter dem Begriff wirklich steckt

TBI ist kein Förderprogramm, sondern die Bewilligungsbehörde in Schwerin. Was die FuEuI-Richtlinie für Beratung und Innovation in MV tatsächlich fördert.

TBI ist genau genommen kein Förderprogramm, sondern eine Behörde: die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH in Schwerin, die als Bewilligungsstelle die Technologie- und Innovationsförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern betreut. Wer von der TBI-Förderung spricht, meint meist die dahinterliegende FuEuI-Richtlinie, also die Richtlinie zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation, oder seit Ende Juni 2026 die neue KI-Förderung MV, die ebenfalls über die TBI läuft.

Wer oder was ist die TBI?

Die TBI GmbH ist Projektträger des Wirtschaftsministeriums MV und bewilligt die Anträge nach der FuEuI-Richtlinie. Sie berät persönlich in ihren Geschäftsstellen in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, und zwar bevor der Antrag gestellt wird. Die aktuelle Richtlinie stammt vom November 2023, wurde zuletzt im April 2026 geändert und gilt bis zum 30.06.2027, finanziert aus dem EFRE-Programm der Förderperiode 2021 bis 2027.

Was fördert das Modul Innovationsberatungsdienste?

Für Digitalisierungs- und KI-Vorhaben ist das Modul Innovationsberatungsdienste der zentrale Hebel. Gefördert wird Beratung, Unterstützung und Schulung zur Einführung innovativer Technologien und Lösungen, digitale Technologien eingeschlossen, mit 50 Prozent der Ausgaben und bis zu 200.000 Euro innerhalb von drei Jahren. Zwei Eigenheiten sollten Betriebe kennen:

  • Bagatellgrenze: Zuwendungen von 15.000 Euro oder weniger werden nicht bewilligt. Bei 50 Prozent Fördersatz passt das Modul also erst ab gut 30.000 Euro Projektvolumen.
  • Innovationsbezug: die Beratung muss der Einführung von Technologien für innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen dienen. Eine Standard-Digitalisierungsberatung ohne Innovationsbezug fällt nicht darunter.

Braucht der Berater eine Zulassung?

Nein, und das unterscheidet die Landesförderung vom BAFA: Die FuEuI-Richtlinie kennt kein Beraterverzeichnis und keine Listung. Der Erbringer der Beratungsleistung muss seine Eignung anhand aussagekräftiger Unterlagen nachweisen, genannt werden Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen im jeweiligen Fachgebiet. Der Auftrag muss außerdem nach wettbewerblichen Gesichtspunkten an fachkundige Anbieter vergeben werden. Für Betriebe heißt das: Sie können sich den Berater frei wählen, solange die Qualifikation belegbar ist.

Welche weiteren Module hat die FuEuI-Richtlinie?

Neben der Innovationsberatung fördert die Richtlinie einzelbetriebliche und Verbund-Forschungsvorhaben mit bis zu 80 Prozent inklusive Boni für kleine Unternehmen, Durchführbarkeitsstudien mit 60 Prozent für kleine und 50 Prozent für mittlere Unternehmen bis 100.000 Euro, Schutzrechtsanmeldungen sowie Prozessinnovationen mit 50 Prozent für KMU bis 200.000 Euro. Gerade Prozessinnovationen sind für Automatisierungsvorhaben interessant, wenn ein Betrieb seine Abläufe mit neuen digitalen Technologien grundlegend umbaut.

Wie läuft der Antrag bei der TBI?

Der formgebundene Antrag muss vor Vorhabenbeginn bei der TBI eingehen, für Innovationsberatungsdienste nach Angaben der TBI spätestens 14 Tage vor Maßnahmebeginn. Ein bereits geschlossener Liefer- oder Leistungsvertrag gilt als Vorhabenbeginn und beendet die Förderfähigkeit, Angebote einholen und planen ist dagegen unschädlich. Bei vollständigen Unterlagen soll die Entscheidung innerhalb von sechs Monaten fallen. Für kleinere KI-Einführungsvorhaben unterhalb der Bagatellgrenze ist seit dem 30.06.2026 die neue KI-Förderung MV mit 50 Prozent bis 50.000 Euro der passendere Weg, auch sie wird über die TBI bewilligt, mehr dazu im Beitrag KI-Förderung MV 2026.

Ob Ihr Vorhaben eher in die FuEuI-Richtlinie, die KI-Förderung MV oder die BAFA-Beratungsförderung gehört, klären wir im kostenlosen Förder-Check der KI-Beratung.

Häufige Fragen zur TBI-Förderung

Was fördert die TBI in Mecklenburg-Vorpommern?

Die TBI GmbH bewilligt die Förderung nach der FuEuI-Richtlinie des Landes: Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, Durchführbarkeitsstudien, Schutzrechte, Innovationsberatungsdienste und Prozessinnovationen, mit Fördersätzen zwischen 25 und 80 Prozent je nach Modul. Seit Ende Juni 2026 läuft zusätzlich die neue KI-Förderung MV über die TBI.

Wie hoch ist die Förderung für Innovationsberatung?

Innovationsberatungsdienste werden mit 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert, höchstens 200.000 Euro innerhalb von drei Jahren. Zu beachten ist die Bagatellgrenze: Zuwendungen bis 15.000 Euro werden nicht bewilligt, das Projektvolumen muss also über rund 30.000 Euro liegen.

Muss NordFlux oder ein anderer Berater bei der TBI gelistet sein?

Nein, eine Beraterlistung gibt es bei der Landesförderung nicht. Der Berater muss seine Eignung über Referenzen, Zertifikate und Qualifikationsnachweise belegen, und der Auftrag muss nach wettbewerblichen Gesichtspunkten vergeben werden. Das unterscheidet die FuEuI-Richtlinie von der BAFA-Förderung, die eine Registrierung des Beratungsunternehmens verlangt.

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