Power Automate vs. Zapier/Make für M365-Firmen
Power Automate oder Zapier/Make für M365-Firmen: Lizenzkosten, DLP-Governance, RPA und Entscheidungskriterien im Vergleich.
Make oder n8n für KI-Agenten: Unterschiede bei Aufbau, Kosten pro Lauf und Kontrolle über Daten im Vergleich.
Sobald ein Workflow nicht mehr nur Daten weiterreicht, sondern selbst entscheidet, welches Tool als Nächstes drankommt, sprechen Make und n8n von einem KI-Agenten. Beide Plattformen bieten dafür einen eigenen Baustein, beide bewerben ihn als Kernfunktion für 2026, aber die Unterschiede stecken im Detail: wie der Agent aufgebaut wird, was ein einzelner Lauf kostet und wie viel Kontrolle Sie über die Infrastruktur behalten, auf der Ihre Daten durch ein Sprachmodell laufen.
Dieser Artikel schaut bewusst nur auf den KI-Agenten-Blickwinkel, nicht auf den allgemeinen Funktionsvergleich der beiden Tools. Wer grundsätzlich zwischen Make und n8n als Automatisierungsplattform abwägt, findet dazu eine eigene Gegenüberstellung; hier geht es konkret darum, was passiert, sobald ein Agent eigenständig Tools aufruft und Entscheidungen trifft.
In n8n bauen Sie einen Agenten über den AI Agent Node. Der Node verbindet ein Chat-Modell mit mindestens einem Tool-Sub-Node; erst dadurch kann der Agent selbst auswählen, welches Tool für die jeweilige Aufgabe passt, statt eine feste Kette von Schritten abzuarbeiten. Seit Version 1.82.0 laufen alle Agenten als sogenannter Tools Agent, ältere Konfigurationsvarianten wurden vereinheitlicht. Die Funktionsweise erklärt n8n selbst so: Ein Agent ist im Kern eine Kette, die zusätzlich Entscheidungen treffen kann, inklusive Tool-Aufruf, Auswertung der Tool-Antwort und finaler Antwortformulierung, teils über mehrere Durchläufe hinweg. Details dazu finden Sie in der n8n-Dokumentation zum AI Agent Node und in der Erklärung, was Agenten in n8n tatsächlich tun.
Make geht einen ähnlichen Weg, aber mit eigener Terminologie: Make AI Agents setzen auf Ziele, Prompts und Daten in Echtzeit statt auf starre Logikpfade, laut Anbieter mit Schritt-für-Schritt-Protokollierung direkt im Canvas. Sie können zwischen Makes eigenem KI-Provider und einem eigenen API-Key etwa von OpenAI oder Anthropic Claude wählen. Auch Make erlaubt es, unstrukturierte Eingaben, Dateien und Gesprächsverlauf in die Entscheidung einzubeziehen, das Prinzip ähnelt dem Tool-Aufruf-Muster von n8n, nur eben innerhalb der Make-eigenen Szenario-Logik.
Hier trennen sich die Preismodelle spürbar. n8n Cloud rechnet pro Ausführung: Ein kompletter Workflow-Lauf zählt als eine Ausführung, unabhängig davon, wie viele Nodes oder Tool-Aufrufe darin stecken. Der Starter-Plan liegt laut aktueller n8n-Preisseite bei 20 Euro im Monat für 2.500 Ausführungen, der Pro-Plan bei 50 Euro für 10.000 Ausführungen; beide Cloud-Pläne enthalten zusätzlich ein Kontingent an AI Credits für die in n8n Cloud eingebauten KI-Funktionen (Starter rund 2.300, Pro bis zu 13.700). Beim Business-Plan ab 667 Euro im Monat steht an dieser Stelle noch "AI Assistant coming soon".
Bei Make wird nicht pro Ausführung, sondern pro Credit abgerechnet, und ein Agenten-Lauf verbraucht deutlich feingranularer als ein klassisches Szenario. Laut dem Make Help Center zum Credit-Verbrauch von AI Agents kostet das Ausführen eines Agenten mit Makes eigenem KI-Provider 1 Credit pro Operation plus zusätzliche Credits nach verbrauchten KI-Token; nutzen Sie stattdessen einen eigenen Provider-Zugang, fällt nur 1 Credit pro Operation an, dafür tragen Sie die Modellkosten separat beim jeweiligen Anbieter. Bei Chat-Interaktionen kommt zusätzlich ein Credit pro aufgerufenem Tool dazu. In der Praxis heißt das: Jeder Reasoning-Schritt und jeder Tool-Aufruf wird einzeln mitgezählt, ein Agenten-Lauf kann dadurch spürbar mehr Credits ziehen als ein vergleichbares klassisches Szenario ohne KI. Die aktuellen Tarife selbst finden Sie auf der Make-Preisseite: Free mit 1.000 Credits, Core ab 9 Dollar im Monat, Pro ab 16 Dollar, Teams ab 29 Dollar, jeweils für 10.000 Credits im Monat, Make AI Agents stehen dabei schon im kostenlosen Plan zur Verfügung.
Für KI-Agenten ist diese Frage besonders relevant, weil Prompts, Zwischenergebnisse und Tool-Antworten oft sensible Geschäftsdaten enthalten. n8n lässt Sie hier wählen: Neben n8n Cloud können Sie die Community Edition komplett selbst hosten, kostenlos und mit unbegrenzten Ausführungen, entweder über npm, Docker oder bei den gängigen Cloud-Anbietern. Die n8n-Dokumentation zum Self-Hosting beschreibt die Installationswege im Detail; wichtig zu wissen ist, dass alle Editionen auf demselben Kernprodukt basieren und Business- oder Enterprise-Funktionen erst über einen Lizenzschlüssel dazukommen. Läuft der Agent auf eigener Infrastruktur, bleibt nur der eigentliche Modellaufruf beim gewählten KI-Anbieter, der Rest der Verarbeitung findet in Ihrer eigenen Umgebung statt. Sie behalten damit die Kontrolle darüber, wo Ihre Daten liegen und wer Zugriff auf die Ausführungshistorie hat.
Make bietet diesen Weg nicht an. Scenarios und Agenten laufen ausschließlich in der Make-Cloud, Sie können zwar den KI-Provider und damit den Ort der Modellverarbeitung wählen, die Automatisierungsplattform selbst bleibt aber immer Makes eigene Infrastruktur. Für viele Anwendungsfälle ist das unproblematisch, bei besonders sensiblen Prozessen oder strengen internen Vorgaben zur Datenverarbeitung ist es aber ein Punkt, den Sie vorab klären sollten.
Wenn Sie unsicher sind, welches Setup zu Ihrem Anwendungsfall passt, hilft ein Blick in unsere Beratung zu KI-Agenten: Dort klären wir vorab, ob sich Cloud oder Self-Hosting für Ihren Fall rechnet, bevor die erste Zeile Workflow gebaut wird.
Ja. Wählen Sie in der Make AI Agents App einen eigenen Provider-Zugang, zahlen Sie laut Make Help Center nur 1 Credit pro Operation statt zusätzlicher Token-Credits, tragen dafür aber die Modellkosten direkt beim jeweiligen KI-Anbieter.
Nein. Ein kompletter Workflow-Lauf gilt als eine Ausführung, egal wie oft der Agent innerhalb dieses Laufs Tools aufruft oder Zwischenschritte durchläuft. Das macht die Kosten pro Agenten-Aktion planbarer als bei einer reinen Credit-Abrechnung.
Nein. Make läuft ausschließlich in der Make-Cloud. n8n bietet dagegen mit der Community Edition eine kostenlose, selbst gehostete Variante an, die Sie über npm, Docker oder gängige Cloud-Anbieter betreiben können.
Bei Make nicht zwingend: Make AI Agents stehen laut Preisseite bereits im kostenlosen Plan mit 1.000 Credits im Monat zur Verfügung, allerdings limitiert auf zwei aktive Szenarien. Bei n8n reicht für erste Tests die kostenlose Community Edition im Self-Hosting; in n8n Cloud ist ab dem Starter-Plan ein Ausführungskontingent inklusive AI Credits enthalten.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil die Abrechnungseinheiten unterschiedlich sind: n8n zählt ganze Workflow-Läufe, Make zählt einzelne Operationen plus Token- und Tool-Aufrufe. Bei komplexen Agenten mit vielen Tool-Aufrufen pro Lauf verbraucht Make in der Regel mehr Credits als ein vergleichbar aufwendiger n8n-Workflow an Ausführungen, weil jeder Zwischenschritt separat mitgezählt wird.
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
Zertifizierungen
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