KOMPASS-Förderung: 90 Prozent Zuschuss für Soloselbständige, aber kontingentiert
KOMPASS erstattet Soloselbständigen 90 % der Weiterbildungskosten bis 4.500 €. Wer berechtigt ist, warum Schecks gerade knapp sind und welche Kurse zählen.
Das ESF-Plus-Programm KOMPASS erstattet Soloselbständigen 90 Prozent ihrer Weiterbildungskosten, bei bis zu 5.000 Euro Kurskosten also maximal 4.500 Euro. Das Programm läuft bis zum 29.02.2028, und auch KI-Weiterbildung fällt als Digitalisierungskompetenz darunter. Der Haken im Sommer 2026: Die Nachfrage hat den Plan überholt, die Ausgabe der Qualifizierungsschecks ist laut offizieller Programmseite von Mai bis voraussichtlich Oktober 2026 bundesweit begrenzt. Wer die Förderung will, braucht gerade Geduld und einen sauberen Plan B für den Zeitablauf.
Wer gilt bei KOMPASS als soloselbständig?
- Haupterwerb: mindestens 51 Prozent der Einkünfte stammen aus der Selbständigkeit, maßgeblich ist der letzte Einkommensteuerbescheid.
- Höchstens ein Vollzeitäquivalent: wer mehr Personal beschäftigt, ist raus, Auszubildende zählen nicht mit.
- Mindestens zwei Jahre am Markt: gerechnet ab Gründung, zum Zeitpunkt der Scheckausgabe.
- Auch mit GmbH: Ein-Personen-GmbH-Gesellschafter mit mindestens 20 Wochenstunden qualifizieren ebenfalls, ebenso Gesellschafter ab 25 Prozent Anteil.
Welche Weiterbildungen sind förderfähig?
Die offiziellen KOMPASS-Regeln verlangen mindestens 20 Zeitstunden, Gruppenformat mit mindestens zwei Teilnehmenden und höchstens 50 Prozent Selbstlernanteil. Fachliche Kompetenzen sind ebenso förderfähig wie Querschnittsthemen, die FAQ nennt Digitalisierung ausdrücklich, KI-Kurse passen also hinein, wenn sie beruflich relevant sind. Ausgeschlossen sind reines Coaching, Produkt- und Herstellerschulungen, Einzelunterricht und Anbieter ohne deutschen Firmensitz. Damit fällt übrigens ein großer Teil der beworbenen KI-Schnellkurse durch: Ein zweistündiger Kompaktkurs erreicht die 20-Stunden-Schwelle schlicht nicht.
Wie läuft die Förderung ab?
Der Weg führt über das Förderportal Z-EU-S und eine der bundesweit über 30 KOMPASS-Anlaufstellen: kostenlose Beratung, anbieterneutrale Qualifizierungsempfehlung, dann der digitale Qualifizierungsscheck. Erst danach darf gebucht werden, eine verbindliche Anmeldung vor Scheckausgabe macht die Förderung komplett zunichte. Die Weiterbildung muss binnen sechs Monaten abgeschlossen und die Erstattung binnen sieben Monaten bei der Bewilligungsbehörde beantragt sein. Wichtig für die Liquiditätsplanung: Sie zahlen den Kurs vor und bekommen die 90 Prozent erstattet, und der Scheck ist noch keine rechtsverbindliche Förderzusage.
Was tun, solange die Schecks kontingentiert sind?
Drei Dinge. Erstens trotzdem in die Beratung gehen, denn die Warteschlange läuft über die Anlaufstellen, und wer nicht drinsteht, bekommt auch ab Herbst nichts. Zweitens die Weiterbildung so planen, dass sie nach Scheckausgabe startet, nicht vorher. Drittens die Alternativen kennen: Für Selbständige mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern kann je nach Vorhaben auch die Beratungs- oder KI-Förderung des Landes passen, einen Überblick gibt unser Beitrag KI-Förderung für kleine Unternehmen. Und wenn unklar ist, welche KI-Kompetenz die eigene Arbeit wirklich voranbringt, hilft eine kurze Standortbestimmung mehr als der nächstbeste Kurs, dafür gibt es unsere KI-Beratung.
Häufige Fragen zur KOMPASS-Förderung
Wie hoch ist die KOMPASS-Förderung genau?
KOMPASS erstattet 90 Prozent der reinen Qualifizierungskosten bis 5.000 Euro netto, also maximal 4.500 Euro. Mindestens 10 Prozent bleiben als Eigenanteil, die Umsatzsteuer sowie Fahrt-, Übernachtungs- und Prüfungskosten werden nicht erstattet. Pro Person gibt es höchstens einen Qualifizierungsscheck innerhalb von zwölf Monaten.
Läuft KOMPASS 2026 noch?
Ja, das Programm ist bis zum 29.02.2028 verlängert. Allerdings ist die Ausgabe der Qualifizierungsschecks wegen hoher Nachfrage von Mai bis voraussichtlich Oktober 2026 bundesweit begrenzt, eine zeitnahe Scheckausstellung ist laut Programmseite nicht in allen Fällen gewährleistet. Die Beratung bei einer Anlaufstelle ist weiterhin möglich und der sinnvolle erste Schritt.
Sind KI-Kurse über KOMPASS förderfähig?
Ja, KI-Weiterbildung zählt als berufliche Digitalisierungskompetenz zu den förderfähigen Inhalten. Der Kurs muss aber die Formatregeln erfüllen: mindestens 20 Zeitstunden, Gruppenunterricht und höchstens die Hälfte Selbstlernanteil. Kompakte Stunden-Workshops und reine Selbstlernkurse fallen durch, ebenso reine Produktschulungen einzelner Hersteller.
Darf ich den Kurs schon buchen, bevor der Scheck da ist?
Nein. Eine verbindliche Buchung vor Ausgabe des Qualifizierungsschecks zerstört den Förderanspruch vollständig, das betont die offizielle FAQ ausdrücklich. Unverbindlich informieren und Angebote einholen ist erlaubt, die Anmeldung erfolgt erst mit Scheck in der Hand.
NordFlux UG (haftungsbeschränkt)
NordFlux baut Organisationen digitale Mitarbeiter: Automatisierungen und KI-Agenten, die wiederkehrende Arbeit abnehmen. Sie behalten die Kontrolle.
Konkrete Fragen zu Automatisierung oder KI?
In der kostenlosen Erstanalyse besprechen wir Ihren Fall direkt. Unverbindlich.