Datenschutz bei Copilot und AI Builder in Power Automate
Wie Copilot und AI Builder in Power Automate mit Ihren Daten umgehen, welche DSGVO-Punkte KMU beachten sollten und was praktisch zu tun ist.
Power Automate und Copilot-Studio-Agent-Flows wirken ähnlich, sind aber getrennte Produkte mit eigener Lizenz und eigenem Zweck.
Lange war die Sache klar: Wer bei Microsoft 365 etwas automatisieren wollte, landete in Power Automate. Seit Copilot Studio eigene Agent Flows anbietet, ist diese Klarheit verschwunden. Beide Werkzeuge sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, beide verbinden Trigger mit Aktionen, beide nutzen teilweise dieselben Connectoren, und trotzdem handelt es sich um zwei unterschiedliche Produkte mit eigener Lizenzierung, eigenen Grenzen und eigenem Einsatzzweck. Viele KMU, die noch auf dem Stand von vor ein oder zwei Jahren sind, wissen schlicht nicht, dass diese zweite Automatisierungsschiene inzwischen existiert und wann sie sich lohnt. Stand: Juli 2026.
Dieser Artikel ordnet die neue Abgrenzung ein: Was ist ein Cloud Flow in Power Automate, was ist ein Agent Flow in Copilot Studio, und nach welchen Kriterien treffen Sie als Entscheider die Wahl, ohne sich in Lizenzdetails zu verlieren.
Copilot Studio war ursprünglich ein Werkzeug zum Bauen von Chat-Agenten mit Themen und Gesprächsflüssen. Mittlerweile bringt es eine eigene Automatisierungsebene mit, die sogenannten Agent Flows. Laut der offiziellen FAQ zu Agentflüssen in Microsoft Copilot Studio sind Agent Flows "automatisierte Abfolgen von Aktionen, die durch bestimmte Ereignisse oder Bedingungen ausgelöst werden" und bieten "eine Erstellerfahrung ähnlich der von Power Automate-Workflows, nativ in Copilot Studio integriert". Genau diese Ähnlichkeit sorgt für Verwirrung: Optisch und funktional erinnert ein Agent Flow stark an einen Cloud Flow, technisch und lizenzrechtlich sind es aber getrennte Welten.
Cloud Flows sind das, was die meisten unter Power Automate verstehen. Sie verbinden Apps und Dienste über Connectoren und lassen sich laut Power-Automate-Dokumentation zu Cloud-Flows in drei Typen unterteilen:
Cloud Flows benötigen eine eigene Power-Automate-Lizenz, greifen auf ein breites Connector-Ökosystem zu und lassen sich mit Kolleginnen und Kollegen teilen, mit Mitbesitzern versehen oder mit reinen Ausführungsrechten weitergeben. Für klassische, von einer KI unabhängige Prozessautomatisierung bleibt das die richtige Adresse.
Agent Flows verfolgen einen anderen Zweck. Sie sind, so die Übersicht über Agentenflüsse und Workflows, dafür gedacht, "eine systemeigene Oberfläche zum Erstellen und Integrieren von Agents in Geschäftsmodelle" zu bieten, mit Fokus auf KI-gesteuerte Automatisierung. Ein Agent Flow lässt sich als Werkzeug in einen Agenten einhängen, der ihn zur Laufzeit aufruft, um Daten zu holen oder Aktionen im Namen der Nutzenden auszuführen. Genauso kann er als eigenständige Automatisierung laufen, ganz ohne Chat-Interaktion.
Der auffälligste Unterschied liegt in der Abrechnung. Cloud Flows benötigen eine individuelle Power-Automate-Lizenz, Agent Flows dagegen werden über die Copilot-Studio-Kapazität verbrauchsbasiert abgerechnet, ohne eigene Lizenzierung pro Nutzer. Das kann bei größerer Skalierung sinnvoll sein, bringt aber Einschränkungen mit sich: Agent Flows lassen sich laut Dokumentation nicht kopieren, nicht mit Mitbesitzern versehen und nicht mit Nur-Ausführungs-Rechten teilen. Auch Desktop Flows, also klassische RPA-Automatisierung auf dem Desktop, lassen sich derzeit nicht aus Agent Flows heraus aufrufen.
Für die tägliche Praxis in einem KMU lohnt sich eine einfache Faustregel. Läuft die Automatisierung unabhängig von einem Chat-Agenten und soll sie langfristig geteilt, gemeinsam gepflegt oder mit klassischer Desktop-RPA kombiniert werden, bleibt Power Automate die richtige Wahl. Soll die Automatisierung dagegen als Werkzeug innerhalb eines KI-Agenten laufen, etwa um bei einer Kundenanfrage automatisch Daten aus einem System zu ziehen oder eine Freigabe einzuholen, gehört sie eher in Copilot Studio als Agent Flow.
Zusätzlich gibt es seit Kurzem eine dritte, noch experimentelle Ebene: die neuen "Workflows" in Copilot Studio, aktuell in der öffentlichen Vorschau, mit überarbeitetem visuellem Designer und Tests auf Knotenebene, wie die Übersicht über Copilot Studio beschreibt. Für Produktivbetrieb ist das noch nichts, für die strategische Planung sollten Sie es aber im Blick behalten, denn diese Vorschau-Funktionen sind laut Microsoft ausdrücklich noch nicht für den produktiven Einsatz gedacht.
Wichtig für Unternehmen, die bereits viele Power-Automate-Flows im Einsatz haben: Bevor Sie einzelne Flows in Agent Flows umwandeln, um Lizenzkosten zu sparen, sollten Sie prüfen, ob Teilen, Mitbesitz oder Desktop-Anbindung für diesen konkreten Flow relevant sind. Denn genau diese Funktionen gehen bei der einseitigen Konvertierung verloren. NordFlux unterstützt Unternehmen dabei, digitale Mitarbeiter und Automatisierungen so aufzusetzen, dass Sie am Ende genau wissen, welches Werkzeug welche Aufgabe übernimmt, und Sie behalten dabei die Kontrolle über Lizenzkosten, Datenfluss und Wartbarkeit.
Nein. Agent Flows werden laut Dokumentation über die Copilot-Studio-Kapazität nach Verbrauch abgerechnet und sind keine Power-Automate-Berechtigung. Für Cloud Flows in Power Automate bleibt dagegen eine eigene Lizenz nötig.
Ja, dafür muss der Flow Teil einer Lösung sein und die Zielumgebung über Copilot-Studio-Kapazität verfügen. Die Umwandlung ist jedoch ein einseitiger Schritt: Ein bereits konvertierter Flow lässt sich wegen der geänderten Abrechnungslogik nicht wieder zu einem klassischen Cloud Flow zurückwandeln.
Desktop Flows, also klassische RPA-Automatisierung auf dem Bildschirm, lassen sich aktuell nicht aus Agent Flows heraus aufrufen. Wer Desktop-Automatisierung braucht, bleibt für diesen Teil bei Power Automate.
Nein, es handelt sich um zwei verschiedene Formate innerhalb derselben Workflows-Seite. Agent Flows sind das etablierte Format, die neuen Workflows befinden sich noch in der öffentlichen Vorschau mit überarbeitetem Designer und sind noch nicht für den produktiven Einsatz gedacht.
Nein, das ist einer der praktisch wichtigsten Unterschiede. Agent Flows lassen sich laut Dokumentation nicht kopieren, nicht mit Mitbesitzern versehen und nicht mit reinen Ausführungsrechten weitergeben, während genau das bei Cloud Flows in Power Automate zum Standardrepertoire gehört.
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
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