SharePoint Designer 2013 vor dem Aus: was aus alten Workflows wird

SharePoint Designer 2013 verliert im Juli 2026 den Support, die Workflow-Engine schon im April. Was das für Ihre Workflows bedeutet.

SharePoint Designer 2013 verliert laut Microsoft am 14. Juli 2026 offiziell den Support und erhält danach keine Sicherheitsupdates mehr. Das Werkzeug wird damit nicht automatisch abgeschaltet, sondern läuft ungepatcht weiter, solange die zugrunde liegende SharePoint-Farm es zulässt. Wichtig ist die Abgrenzung zu einem anderen Termin: Die SharePoint-2013-Workflow-Engine selbst wird bereits am 2. April 2026 vollständig entfernt, unabhängig davon, mit welchem Werkzeug die Workflows gebaut wurden. Wer beide Fristen verwechselt, plant am falschen Datum. Stand: August 2026.

Was genau endet am 14. Juli 2026?

Am 14. Juli 2026 endet der Support für den lokal installierten Client SharePoint Designer 2013, wie Microsoft im offiziellen Retirement-Hinweis bestätigt. Das betrifft ausschließlich das Design- und Bearbeitungswerkzeug, nicht direkt die Server-Komponenten. Nach diesem Datum gibt es keine Sicherheitsupdates und keinen offiziellen Support mehr für das Programm.

Was ist der Unterschied zur SharePoint-2013-Workflow-Engine?

Die Workflow-Engine, auf der mit SharePoint Designer gebaute Workflows tatsächlich laufen, folgt einem eigenen, härteren Zeitplan: Seit dem 2. April 2024 lassen sich auf neu angelegten Mandanten keine SharePoint-2013-Workflows mehr erstellen, und zum 2. April 2026 werden sie aus allen bestehenden Mandanten vollständig entfernt, ohne Verlängerungsoption. Das gilt laut Microsoft für alle Umgebungen einschließlich Government Clouds und Verteidigungsbehörden. Nach der Abschaltung erscheint für betroffene Nutzer die Meldung, dass benutzerdefinierte Workflows vom SharePoint-Administrator deaktiviert wurden, und bestehende Workflows lassen sich nur noch als rohe XML-Datei einsehen. Diese Engine-Abschaltung ist der eigentlich kritische Termin, das Support-Ende von SharePoint Designer selbst ist eher die Randnotiz.

Funktioniert SharePoint Designer 2013 nach dem Support-Ende noch?

Ja, aller Voraussicht nach schon, aber ohne Sicherheitsnetz. Auf eine entsprechende Nutzerfrage in den offiziellen Microsoft-Foren antwortete ein Microsoft-Moderator, dass keine offizielle Ankündigung existiert, den Client aktiv zu blockieren oder serverseitige Endpunkte zu entfernen, solange SharePoint Server SE Abwärtskompatibilität bietet. Das deckt sich mit einem historischen Präzedenzfall: Als SharePoint-2010-Workflows am 1. August 2020 für neue Mandanten und am 1. November 2020 für bestehende Mandanten offiziell zurückgezogen wurden, blieb das Erstellungswerkzeug ebenfalls länger nutzbar als die Engine dahinter. Trotzdem bleiben reale Risiken: Kompatibilitätsprobleme mit künftigen Cumulative Updates von SharePoint Server SE, Schwierigkeiten bei verschärften Authentifizierungsanforderungen, die der veraltete Client nicht mitgeht, und Compliance-Bedenken, weil viele Unternehmen den produktiven Einsatz nicht mehr unterstützter Software grundsätzlich ausschließen.

Wie migrieren Sie bestehende Workflows rechtzeitig?

Microsoft empfiehlt für den Ersatz in erster Linie Power Automate, das an Microsoft 365 und mehr als 700 weitere Dienste anbindet, ergänzt um die einfacheren Genehmigungsfunktionen direkt in Listen und Dokumentbibliotheken für reine Freigabeprozesse. Für komplexere Altlasten kommen zusätzlich Lösungen von ISV-Partnern und Microsoft Solution Providern infrage. In der Praxis lohnt sich zuerst eine Bestandsaufnahme: Welche SharePoint-2013-Workflows laufen überhaupt noch produktiv, und welche sind Karteileichen aus alten Projekten? Nur die aktiven Prozesse müssen bis zum 2. April 2026 in Power Automate nachgebaut werden, danach bleibt keine Zeit mehr für Nacharbeiten. Wer diese Migration nicht selbst stemmen will, findet in einer Power-Automate-Beratung einen Weg, die Umstellung ohne Produktionsausfall zu planen.

Häufige Fragen zu SharePoint Designer 2013

Muss ich SharePoint Designer 2013 sofort deinstallieren?

Nein, ein sofortiger Zwang besteht nicht. Nach dem 14. Juli 2026 erhält das Programm keine Updates mehr, funktioniert aber nach aktuellem Kenntnisstand weiter, solange Ihre SharePoint-Server-Umgebung es zulässt. Für produktive Einsätze mit Compliance-Anforderungen sollten Sie den ungepatchten Zustand dennoch als Risiko einstufen und zeitnah abschalten.

Was passiert mit meinen SharePoint-2013-Workflows nach dem 2. April 2026?

Sie werden aus allen bestehenden Mandanten entfernt, ohne Verlängerungsoption. Betroffene Nutzer sehen eine Deaktivierungsmeldung, und der Workflow lässt sich anschließend nur noch als XML-Rohdaten einsehen, nicht mehr ausführen oder bearbeiten. Eine Migration nach diesem Termin ist nicht mehr möglich, ohne den ursprünglichen Prozess aus der Dokumentation neu aufzubauen.

Ist Power Automate der einzige Ersatz für SharePoint-Designer-Workflows?

Nein, für einfache Freigabeprozesse reichen oft die eingebauten Genehmigungsfunktionen in Listen und Dokumentbibliotheken aus, ohne dass ein separater Flow nötig ist. Für sehr komplexe oder hoch individuelle Altprozesse kommen zusätzlich Lösungen von Microsoft-Solution-Providern oder ISV-Partnern infrage.

Betrifft die Abschaltung auch Behörden- und Sonderumgebungen wie GCC oder DoD?

Ja, laut Microsoft gilt der Zeitplan für alle Umgebungen weltweit, einschließlich Government Community Cloud, GCC High und Verteidigungsumgebungen. Es gibt keine gesonderte Fristverlängerung für diese Umgebungen.

Simon Glowik, Gründer von NordFlux
Über den Autor

Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.

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  • Microsoft zertifiziert — PL-900 und AZ-900
  • UiPath zertifiziert — Automation Developer Associate
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