Copilot Studio Lizenz: Copilot Credits statt Messages verstehen
Copilot Studio rechnet seit 2025 in Copilot Credits statt Messages ab. So berechnen Sie den tatsächlichen Verbrauch Ihrer Agenten.
Wie Microsoft Copilot Studio abgerechnet wird, hat sich zum 1. September 2025 grundlegend geändert: Statt in Nachrichten (Messages) rechnet Microsoft jetzt in Copilot Credits ab, wobei sich an der Menge pro Paket und am Pay-as-you-go-Satz nichts geändert hat. Wer heute noch "Messages" bei Copilot Studio sucht, findet deshalb vor allem die neue Bezeichnung. Für Unternehmen bedeutet das: Die Kosten pro Agent-Interaktion lassen sich weiterhin ausrechnen, nur die Einheit heißt anders. Stand: August 2026.
Was hat sich am Abrechnungsmodell geändert?
Seit dem 1. September 2025 ist die gemeinsame Währung für Agenten in Copilot Studio nicht mehr die Nachricht, sondern der Copilot Credit. Laut Microsoft Learn hat sich dabei weder die Paketgröße noch der Pay-as-you-go-Satz verändert, es handelt sich also um eine Umbenennung der Abrechnungseinheit, nicht um eine Preisänderung. Copilot Credits sind seither die gemeinsame Grundlage für Pay-as-you-go-Zahlungen, vorausbezahlte Pläne und Credit-Pakete.
Wie viele Copilot Credits kostet eine Agent-Interaktion?
Die Kosten hängen von der Art der Aktion ab, nicht von der Anzahl der Nachrichten. Nach den aktuellen Abrechnungssätzen gilt:
- Klassische Antwort: 1 Copilot Credit für eine vorab formulierte, statische Antwort.
- Generative Antwort: 2 Copilot Credits für eine KI-generierte Antwort.
- Agent-Aktion: 5 Copilot Credits, etwa für einen Trigger oder eine Themenweiterleitung.
- Tenant-Graph-Grounding: 10 Copilot Credits, wenn der Agent für eine Antwort auf unternehmensweite Microsoft-Graph-Daten zugreift.
- Agent-Flow-Aktionen: 13 Copilot Credits je 100 Aktionen.
- KI-Tools: je nach Modellstufe 1, 15 oder 100 Copilot Credits pro 10 Antworten (Basis, Standard, Premium).
Microsoft rechnet in seinem eigenen Beispiel für einen Kundendienst-Agenten vor: Bei durchschnittlich vier klassischen und zwei generativen Antworten pro Lauf und 900 Kundenkontakten am Tag ergeben sich rund 7.200 Copilot Credits täglich. Nutzer mit einer Microsoft-365-Copilot-Lizenz zahlen für viele mitarbeiterseitige Nutzungsszenarien nichts extra, solange die Interaktion über den lizenzierten Nutzer authentifiziert ist.
Welche Zahlungsmodelle stehen zur Auswahl?
Copilot Studio lässt sich auf mehrere Arten lizenzieren:
- Vorausbezahltes Copilot-Studio-Abonnement: ein Pool an Copilot Credits pro Mandant, nutzbar über alle unterstützten Kanäle.
- Pay-as-you-go über Azure: Ein Environment wird per Abrechnungsrichtlinie mit einem Azure-Abonnement verknüpft, abgerechnet wird nur die tatsächlich verbrauchte Menge am Monatsende.
- Copilot-Credits-Vorauskaufplan: ein einjähriger, vorausbezahlter Pool aus Copilot Credit Commit Units, kaufbar im Azure-Portal.
- Microsoft-365-Copilot-Lizenz: deckt bestimmte Copilot-Studio-Funktionen innerhalb von Microsoft 365, Teams und SharePoint ab.
Eine kostenlose Testlizenz erlaubt das Erstellen und Testen von Agenten im Testchat, eine Veröffentlichung ist damit aber nicht möglich.
Was passiert bei Überschreitung der Kapazität?
Copilot Studio erzwingt die gekaufte Kapazität monatlich, nicht verbrauchte Credits verfallen zum Monatswechsel. Wird die Kapazität überschritten, toleriert Microsoft laut Dokumentation eine Art Kulanzzeitraum: Erst bei 125 Prozent der vorausbezahlten Kapazität greift die technische Durchsetzung, und betroffene Agenten werden deaktiviert. Laufende Unterhaltungen werden dabei nicht unterbrochen, neue Anfragen aber abgelehnt, bis Kapazität nachgekauft, umverteilt oder ein Pay-as-you-go-Meter aktiviert wird. Power-Automate-Cloud-Flows sind davon ausdrücklich ausgenommen, sie laufen über die separate Power-Automate-Lizenzierung und nicht über Copilot Credits.
Für Unternehmen, die Copilot Studio produktiv einsetzen wollen, lohnt sich deshalb eine grobe Schätzung des erwarteten Verbrauchs, bevor die erste Kapazität gebucht wird. Bei der Lizenzberatung für Microsoft Copilot rechnen wir dieses Modell auf den tatsächlichen Anwendungsfall um, statt Pauschalpakete zu verkaufen.
Häufige Fragen zu Copilot Studio Lizenzierung
Was ist ein Copilot Credit genau?
Ein Copilot Credit ist die seit September 2025 gültige Abrechnungseinheit für Copilot-Studio-Agenten und ersetzt die frühere Nachrichtenzählung. Die Anzahl der Credits pro Aktion hängt von deren Komplexität ab, etwa ob es sich um eine klassische Antwort, eine generative Antwort oder eine Agent-Aktion handelt.
Zahlen Microsoft-365-Copilot-Nutzer zusätzlich für Copilot Studio?
Für viele mitarbeiterseitige Szenarien nicht, solange der Agent über die authentifizierte Identität eines Microsoft-365-Copilot-Lizenznutzers läuft. Ausgenommen sind bestimmte Agent-Flow-Trigger und Computer-Using-Agent-Funktionen, die auch bei lizenzierten Nutzern regulär abgerechnet werden.
Was passiert, wenn das Kapazitätslimit überschritten wird?
Microsoft toleriert Nutzung bis 125 Prozent der gebuchten Kapazität, danach werden betroffene Agenten deaktiviert, bis neue Kapazität verfügbar ist. Laufende Gespräche werden dabei zu Ende geführt, neue Anfragen aber abgelehnt.
Lohnt sich Pay-as-you-go oder ein Kapazitätspaket?
Das hängt vom Verbrauchsmuster ab: Pay-as-you-go vermeidet Überschusskapazität bei schwankender oder unsicherer Nutzung, ein vorausbezahltes Paket ist bei planbarem, gleichmäßigem Verbrauch meist günstiger pro Credit. Eine belastbare Antwort braucht eine Schätzung des erwarteten Agent-Verkehrs.
Simon Glowik
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
Zertifizierungen
- Microsoft zertifiziert — PL-900 und AZ-900
- UiPath zertifiziert — Automation Developer Associate
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