„Verfassen“ (Compose) in Power Automate: wofür der Baustein wirklich da ist
Die Aktion „Verfassen“ heißt auf Englisch Compose und ist ein Zwischenspeicher für beliebige Werte. Wofür man sie nutzt und wann Variablen besser sind.
Die Aktion „Verfassen“, im englischen Original Compose, ist ein Zwischenspeicher: Sie nimmt einen beliebigen Wert auf, einen Text, eine Zahl, ein ganzes Datenobjekt oder das Ergebnis einer Formel, und stellt ihn allen folgenden Schritten als Ausgabe zur Verfügung. Mehr macht sie nicht, und genau das macht sie so nützlich. Die deutsche Übersetzung führt viele in die Irre, denn mit dem Verfassen von Texten hat der Baustein nur am Rande zu tun. Stand: Juli 2026.
Wofür nutzt man „Verfassen“ in der Praxis?
- Werte einmal berechnen, mehrfach verwenden: eine Formel, etwa ein formatiertes Datum, wird einmal im Compose berechnet und danach in fünf Schritten wiederverwendet, statt die Formel fünfmal zu pflegen.
- Zwischenstände sichtbar machen: beim Fehlersuchen ist Compose das Fenster in den Flow. Ein Compose mit dem fraglichen Wert zeigt im Ausführungsverlauf exakt, was an dieser Stelle ankam.
- Daten zusammenbauen: Texte, JSON-Objekte oder HTML für eine E-Mail lassen sich im Compose aus dynamischen Inhalten zusammensetzen, sauber getrennt vom Versand-Schritt.
- Konstanten pflegen: ein Compose am Flow-Anfang mit Empfängerliste oder Schwellenwert macht spätere Anpassungen zum Ein-Klick-Job.
„Verfassen“ oder Variable: was ist der Unterschied?
Der entscheidende Unterschied: Ein Compose ist unveränderlich, sein Wert steht nach dem Schritt fest. Eine Variable („Variable initialisieren“ und ihre Geschwister) lässt sich dagegen im Flow-Verlauf ändern, etwa in einer Schleife hochzählen oder Stück für Stück befüllen. Die Faustregel lautet: Wer einen Wert nur festhalten oder berechnen will, nimmt Compose, das ist leichter und schneller. Wer einen Wert unterwegs verändern muss, braucht eine Variable. Ein verbreiteter Stolperstein dabei: Variablen müssen immer auf oberster Flow-Ebene initialisiert werden, nicht innerhalb einer Schleife oder Bedingung, Compose kennt diese Einschränkung nicht.
Der Blick auf die Ausgabe
Auf den Wert eines Compose-Schritts greifen folgende Aktionen über dessen „Ausgabe“ zu, in Formeln über outputs mit dem Namen des Schritts. Deshalb lohnt es sich, Compose-Schritte sofort umzubenennen: Aus „Verfassen 7“ wird „Empfängerliste“, und der Flow bleibt auch in einem Jahr noch lesbar. Wie Sie mit solchen Bausteinen Schritt für Schritt zum ersten sauberen Flow kommen, zeigt unsere Power-Automate-Beratung, und für den verwandten Dauerbrenner der deutschen Oberfläche lohnt der Blick auf „Apply to each“ auf Deutsch erklärt.
Häufige Fragen zu „Verfassen“
Warum heißt Compose auf Deutsch „Verfassen“?
Die deutsche Power-Automate-Oberfläche übersetzt die englischen Aktionsnamen wörtlich, aus Compose wurde „Verfassen“. Gemeint ist das Zusammenstellen eines Wertes, nicht das Schreiben von Text. Wer nach Lösungen sucht, sollte deshalb immer auch den englischen Begriff Compose mitsuchen, die meisten Anleitungen im Netz verwenden ihn.
Kann „Verfassen“ mehrere Werte gleichzeitig speichern?
Ja, ein Compose kann ein komplettes Objekt oder Array aufnehmen, etwa ein selbstgebautes JSON mit mehreren Feldern. Auf einzelne Teile greifen Sie dann per Formel zu. Für strukturierte Daten, die anschließend gezielt ausgelesen werden sollen, ist die Kombination aus Compose und „JSON analysieren“ das übliche Muster.
Verlangsamen viele Compose-Schritte meinen Flow?
Praktisch nicht, Compose gehört zu den leichtesten Aktionen überhaupt und ist deutlich schneller als Variablen-Operationen. Zu bedenken ist nur das Aktionskontingent der Lizenz: Auch ein Compose zählt als Aktion, in großen Schleifen summiert sich das. Innerhalb von Schleifen also nur einsetzen, wo es wirklich gebraucht wird.
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