Solutions in Power Automate: warum die Checkbox über Rettbarkeit entscheidet

Nur Flows in einer Solution lassen sich beim Besitzerwechsel übertragen. So prüfen Sie, ob Ihr Flow rettbar bleibt.

Ob sich der Besitz eines Power-Automate-Flows übertragen lässt, entscheidet eine einzige technische Weiche: ob der Flow Teil einer Solution ist oder nicht. Bei einem lösungsfähigen Flow tauschen Sie den Besitzer direkt im Bearbeiten-Dialog aus. Bei einem Flow außerhalb einer Solution ist das laut Microsoft-Dokumentation nicht möglich, weil der Besitzer fester Bestandteil der Flow-Identität ist. Wer sicherstellen will, dass ein Flow beim Ausscheiden einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters rettbar bleibt, muss ihn vorher in eine Solution legen. Stand: Juli 2026.

Was eine Solution technisch bedeutet

Eine Solution ist laut der Microsoft-Dokumentation zu lösungsfähigen Flows ein Container, der Flows und weitere Komponenten portabel macht, sodass sie sich zwischen Umgebungen verschieben lassen, etwa von einer Sandbox- in eine Testumgebung und von dort in die Produktivumgebung. Flows, die Sie innerhalb einer Solution anlegen, heißen lösungsfähige Flows, und eine Solution kann mehrere davon bündeln. Voraussetzung ist Dataverse in der jeweiligen Umgebung sowie eine Plattformversion ab 9.1.0.267. Ohne Dataverse gibt es keine Solutions und damit auch keinen direkten Besitzerwechsel.

Warum der Besitzerwechsel nur bei Solution-Flows funktioniert

Bei einem lösungsfähigen Flow können Besitzer, Mitbesitzer oder Administratoren den Besitz im Bereich Details über die Schaltfläche Bearbeiten auf eine andere Person übertragen. Nach dem Wechsel sind der bisherige und der neue Besitzer gemeinsam Mitbesitzer des Flows, der neue Besitzer erhält Zugriff auf Ausführungsverlauf und Verbindungsreferenzen. Bei geplanten oder automatisierten Flows kann es bis zu sieben Tage dauern, bis der Flow tatsächlich unter der Lizenz des neuen Besitzers läuft, sofern Sie den Flow nicht manuell bearbeiten und erneut speichern, um den Wechsel sofort zu erzwingen. Bei manuellen Flows zählt ohnehin die Lizenz der Person, die den Flow gerade ausführt. Bei einem Flow ohne Solution dagegen ist eine Änderung an Ort und Stelle laut Microsoft-Dokumentation zum Besitzerwechsel schlicht nicht vorgesehen, weil der Besitzer Teil der Flow-Identität selbst ist, nicht nur ein austauschbares Attribut.

Was bei Flows ohne Solution übrig bleibt

Für einen Standalone-Flow bleiben laut Microsoft zwei Wege. Existiert in der Umgebung bereits Dataverse, lässt sich der bestehende Flow nachträglich einer Solution hinzufügen, wonach der Besitzerwechsel wie oben beschrieben funktioniert. Fehlt Dataverse, bleibt nur der Umweg über Export und Import, über die Funktion Speichern unter oder über Kopie senden, wobei jeweils eine neue, technisch eigenständige Kopie des Flows entsteht und nicht der ursprüngliche Flow selbst den Besitzer wechselt. Mehr zu den Konsequenzen, wenn eine Flow-Besitzerin oder ein Flow-Besitzer das Unternehmen verlässt, finden Sie in unserem Artikel Power-Automate-Flow-Besitzer verlässt die Firma.

Praktische Konsequenzen für Unternehmen

Für die Governance in kleinen und mittleren Unternehmen bedeutet das: Die Entscheidung, ob ein Flow in einer Solution liegt, sollte nicht zufällig entstehen, sondern bei der Anlage bewusst getroffen werden. Wer Flows von Anfang an in einer Solution baut, sichert sich die Möglichkeit, den Besitz später ohne Datenverlust und ohne neue Kopie zu übertragen. Wer Flows außerhalb einer Solution bauen lässt, etwa weil das Team ohne Dataverse arbeitet, sollte wissen, dass ein Personalwechsel dann immer eine Export-Import-Übung nach sich zieht. Bei NordFlux legen wir automatisierte Prozesse in Digitalisierungsprojekten standardmäßig in Solutions an, damit die Kontrolle im Unternehmen bleibt, unabhängig davon, wer den Flow ursprünglich erstellt hat. Mehr zu unserer Herangehensweise finden Sie unter Power Automate. Eine Grenze bleibt trotzdem: Eine Solution ersetzt keine Dokumentation darüber, wer welchen Flow warum betreut, das bleibt eine organisatorische Aufgabe.

Häufige Fragen zu Solutions in Power Automate

Kann ich einen bestehenden Standalone-Flow nachträglich in eine Solution verschieben?

Ja, sofern in der Umgebung Dataverse vorhanden ist. Sie fügen den bestehenden Flow einer Solution hinzu, danach steht Ihnen der reguläre Besitzerwechsel über den Bereich Details zur Verfügung. Ohne Dataverse ist dieser Weg nicht möglich, dann bleibt nur Export und Import oder Speichern unter.

Was passiert mit dem bisherigen Besitzer nach dem Wechsel?

Der bisherige Besitzer wird nicht entfernt, sondern zum Mitbesitzer. Beide Personen haben danach vollen Zugriff auf den Flow, bis jemand den Zugriff aktiv entzieht.

Brauche ich für Solutions immer eine Premium-Lizenz?

Solutions selbst setzen Dataverse voraus, keine bestimmte Lizenzstufe. Ob ein Flow eine Premium-Lizenz benötigt, hängt von den verwendeten Connectors ab und ist unabhängig davon, ob der Flow in einer Solution liegt.

Wie lange dauert es, bis der neue Besitzer aktiv wird?

Bei geplanten oder automatisierten Flows bis zu sieben Tage, wenn Sie nichts weiter tun. Bearbeiten und speichern Sie den Flow nach dem Besitzerwechsel erneut, greift die neue Lizenz sofort. Bei manuell gestarteten Flows zählt ohnehin die Lizenz der ausführenden Person.

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