Copilot in Power Automate for Desktop: KI-Unterstützung beim Flow-Bau

Copilot in Power Automate for Desktop erstellt, erweitert und repariert Desktop-Flows per Prompt, noch mit Einschränkungen bei Region und Sprache.

Wer regelmäßig mit Power Automate for Desktop arbeitet, kennt das: Ein neuer Flow beginnt oft mit einer leeren Leinwand und der Frage, welche Aktion als Erste greifen muss, welcher Connector infrage kommt und wie sich Bedingungen und Schleifen sauber verschachteln lassen. Genau an diesem Punkt setzt Copilot in Power Automate for Desktop an: Du beschreibst in eigenen Worten, was automatisiert werden soll, und Copilot übersetzt die Beschreibung in konkrete Aktionen im Flow-Designer.

Dieser Beitrag zeigt anhand der offiziellen Microsoft-Dokumentation, was Copilot in Power Automate for Desktop tatsächlich kann, wo die Funktion an ihre Grenzen stößt und wie Du sie sinnvoll in Deinen Arbeitsalltag einbaust. Wichtig vorab: Ein Großteil der Copilot-Funktionen befindet sich noch in der Vorschauversion und ist aktuell auf bestimmte Regionen und Kontotypen beschränkt, das solltest Du einplanen, bevor Du Dich darauf verlässt.

Was Copilot in Power Automate for Desktop kann

Laut der offiziellen Dokumentation zu Copilot in Power Automate for Desktop begleitet Copilot Dich über die gesamte Flow-Erstellung hinweg und deckt drei zentrale Szenarien ab:

  • Flows aus natürlicher Sprache erstellen. Du beschreibst im Chatbereich der Konsole oder des Designers, was der neue Flow tun soll, und Copilot generiert die passenden Aktionen.
  • Bestehende Flows erweitern. Im Designer beschreibst Du zusätzliche Schritte, und Copilot fügt sie am Ende des Flows oder unter einer ausgewählten Aktion ein.
  • Produktfragen beantworten. Über die generativen Antworten kannst Du Fragen wie "Wie lese ich Daten aus einer Excel-Datei?" stellen, Copilot durchsucht dafür die öffentliche Dokumentation.

Wichtig: Copilot ersetzt keine sorgfältige Flow-Planung. Du bleibst dafür verantwortlich, jede generierte Aktion zu prüfen, bevor sie produktiv läuft, das betont Microsoft in der Dokumentation ausdrücklich.

Einen Flow per Prompt erstellen

Um einen neuen Flow zu erstellen, öffnest Du entweder auf der Startseite der Konsole oder über den Copilot-Seitenbereich im Designer das Chatfeld und trägst Deinen Prompt ein. Copilot verarbeitet die Eingabe, öffnet danach automatisch den Designer und zeigt Dir im Seitenbereich eine nach Funktionsgruppen sortierte Liste der generierten Aktionen. Im Hauptbereich des Designers markiert Copilot den erzeugten Abschnitt zusätzlich mit zwei Kommentaren, einem am Anfang und einem am Ende, damit Du die KI-generierten Schritte auf einen Blick findest und gezielt überprüfen kannst.

Erkennt Copilot die Absicht, Browser- oder Oberflächenaufgaben zu automatisieren, setzt es an dieser Stelle einen Platzhalter ein. Diesen Platzhalter füllst Du, indem Du den Rekorder startest und die eigentlichen Klicks und Eingaben aufzeichnest, alternativ löschst Du ihn und baust die UI-Aktionen manuell.

Die Qualität des Ergebnisses hängt stark vom Prompt ab. Microsoft empfiehlt in der Dokumentation, so konkret wie möglich zu formulieren. Statt "E-Mail mit Excel-Datei senden" führt ein Prompt wie "Sende vom Konto accounting@contoso.com eine E-Mail mit dem Betreff 'Contoso-Vertriebsdaten' an sales@contoso.com und hänge die Excel-Datei unter C:\contoso\contoso.xlsx an" deutlich zuverlässiger zum gewünschten Ergebnis, weil Pflichtparameter wie der Dateipfad direkt mitgeliefert werden und Aktionen dadurch seltener fehlerhaft markiert werden.

Weitere Copilot-Funktionen im Überblick

Neben der reinen Flow-Erstellung bringt Copilot in Power Automate for Desktop drei weitere Fähigkeiten mit, die sich im Alltag lohnen.

Aufzeichnen mit Copilot

Bei "Record mit Copilot" gibst Du Deinen Bildschirm frei und erklärst den Ablauf laut, während Du ihn ausführst, ähnlich wie beim Erklären gegenüber einer Kollegin oder einem Kollegen. Laut der Dokumentation zu Record mit Copilot wertet ein KI-Modell dabei Video, Erzählung und Maus- beziehungsweise Tastatureingaben gemeinsam aus und leitet daraus auch Logik wie Bedingungen und Schleifen ab, was der klassische Rekorder allein nicht kann. Die Aufnahme wird laut Microsoft verschlüsselt übertragen, maximal 24 Stunden zur Verarbeitung vorgehalten und anschließend gelöscht, sie fließt außerdem nicht in das Training des KI-Modells ein.

Aktionen und Subflows zusammenfassen

Wenn Du einen fremden oder länger nicht angefassten Flow verstehen musst, hilft die Skill "Aktionen und Subflows zusammenfassen". Du verweist auf eine Zeilennummer oder einen Subflow-Namen, etwa mit "Fasse Subflow 'main' in ein paar Sätzen zusammen", und Copilot liefert eine kompakte Erklärung. Das spart Zeit gerade bei der Übergabe oder Fehlersuche in gewachsenen Automatisierungen.

Fehler zur Laufzeit reparieren

Schlägt eine UI- oder Browseraktion fehl, weil ein Selektor das gesuchte Element nicht mehr findet, kann Copilot laut der Dokumentation zur Reparatur zur Laufzeit das passende Element automatisch neu identifizieren. Du entscheidest dann, ob Du den Vorschlag dauerhaft für alle künftigen Ausführungen übernimmst, nur für den aktuellen Lauf anwendest oder manuell reparierst. Für unbeaufsichtigte Ausführungen läuft diese Funktion über das Automatisierungscenter und ist an verwaltete Umgebungen gebunden.

Voraussetzungen und Einschränkungen, die Du kennen solltest

Bevor Du Copilot in Deinen Prozess einbaust, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Einschränkungen laut der FAQ zu Copilot in Power Automate for Desktop:

  • Die Flow-Erstellung und -Erweiterung mit natürlicher Sprache ist derzeit ausschließlich für Umgebungen in den USA verfügbar, die generativen Antworten dagegen auch für Umgebungen in Deutschland und weiteren europäischen Regionen.
  • Copilot steht nur mit einem Geschäfts-, Schul- oder Unikonto zur Verfügung, ein persönliches Microsoft-Konto reicht nicht aus.
  • Für die Prompt-Eingabe gilt ein Limit von 500 Zeichen.
  • Unterstützt werden nur bestimmte Aktionsgruppen, unter anderem Excel, Datei, Ordner, Datenbank, E-Mail, Outlook, HTTP, Skript, Text und Variablen, komplexere oder sehr spezielle Connectors deckt Copilot noch nicht ab.
  • Copilot ist für die Flow-Erstellung aktuell primär auf Englisch optimiert, andere Sprachen werden nur eingeschränkt unterstützt.

Diese Grenzen sind kein Grund, auf Copilot zu verzichten, sie zeigen nur, dass Du die Funktion aktuell am besten als schnellen Entwurf für einen ersten Aufschlag nutzt und nicht als vollautomatischen Ersatz für eine durchdachte Flow-Architektur. Du behältst dabei die Kontrolle, weil jede generierte Aktion im Designer sichtbar bleibt und sich vor der Ausführung anpassen lässt.

Fazit für Deine Automatisierungspraxis

Copilot in Power Automate for Desktop nimmt Dir die mühsame Fleißarbeit beim ersten Entwurf eines Flows ab und hilft zusätzlich beim Verstehen bestehender Automatisierungen und beim Reparieren fehleranfälliger Selektoren. Gerade für Teams, die neu mit Power Automate for Desktop starten, senkt das die Einstiegshürde spürbar, weil Du nicht jede Aktion einzeln aus der Bibliothek suchen musst. Wichtig bleibt trotzdem, jeden generierten Schritt zu prüfen und die Vorschauhinweise der jeweiligen Region ernst zu nehmen.

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Häufige Fragen

Ist Copilot in Power Automate for Desktop bereits für den produktiven Einsatz freigegeben?

Nein, ein großer Teil der Funktionen, darunter die Flow-Erstellung per Prompt, Record mit Copilot und die Reparatur zur Laufzeit, befindet sich laut Microsoft aktuell in der Vorschauversion. Vorschaufunktionen sind ausdrücklich nicht für den Produktionseinsatz gedacht und können eingeschränkt funktionieren, weshalb Du generierte Flows vor dem produktiven Einsatz besonders gründlich testen solltest.

Funktioniert Copilot auch, wenn meine Power-Automate-Umgebung in Deutschland liegt?

Teilweise. Die generativen Antworten auf Produktfragen sowie das Zusammenfassen von Aktionen und Subflows stehen laut Dokumentation auch in europäischen Umgebungen einschließlich Deutschland zur Verfügung. Die Flow-Erstellung und -Erweiterung mit natürlicher Sprache sowie Record mit Copilot sind dagegen aktuell auf Umgebungen in den USA beschränkt.

Welche Aktionen kann Copilot beim Erstellen eines Flows verwenden?

Copilot deckt nur eine Teilmenge aller verfügbaren Aktionen ab, unter anderem Zwischenablage, Komprimierung, Bedingungen, Datenbank, Datum/Zeit, E-Mail, Excel, Datei, Ordner, HTTP, Schleifen, Nachrichtenfelder, Maus und Tastatur, Outlook, PDF, Skript, System, Text, Variablen, Word und XML. Für Aktionen außerhalb dieser Gruppen musst Du weiterhin manuell im Designer arbeiten.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich Record mit Copilot nutze?

Laut Microsoft wird die Bildschirmaufzeichnung verschlüsselt in die Cloud übertragen, dort ausschließlich zur Erstellung des Flows verarbeitet und danach gelöscht, spätestens nach 24 Stunden. Die Aufzeichnungen fließen nicht in das Training der zugrunde liegenden KI-Modelle ein. Trotzdem solltest Du darauf achten, dass während der Aufnahme keine sensiblen Informationen auf dem Bildschirm sichtbar sind.

Kann ich verhindern, dass mein Team Copilot in Power Automate for Desktop nutzt?

Ja. Als Power-Platform-Administration kannst Du die generativen Antworten über die Einstellung für Copilot-unterstützte Hilfe im Power Platform Admin Center deaktivieren. Für die weiteren Copilot-Funktionen wendest Du Dich laut Dokumentation an den Microsoft-Support, der die Funktion auf Mandantenebene abschalten kann.

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