Cloud Flow oder Desktop Flow? Die Entscheidung in 5 Fragen
Cloud Flow oder Desktop Flow? So entscheiden Sie in Power Automate, wenn ein Alt-ERP ohne API im Spiel ist.
Copilot in Power Automate for Desktop erstellt, erweitert und repariert Desktop-Flows per Prompt, noch mit Einschränkungen bei Region und Sprache.
Wer regelmäßig mit Power Automate for Desktop arbeitet, kennt das: Ein neuer Flow beginnt oft mit einer leeren Leinwand und der Frage, welche Aktion als Erste greifen muss, welcher Connector infrage kommt und wie sich Bedingungen und Schleifen sauber verschachteln lassen. Genau an diesem Punkt setzt Copilot in Power Automate for Desktop an: Sie beschreiben in eigenen Worten, was automatisiert werden soll, und Copilot übersetzt die Beschreibung in konkrete Aktionen im Flow-Designer.
Dieser Beitrag zeigt anhand der offiziellen Microsoft-Dokumentation, was Copilot in Power Automate for Desktop tatsächlich kann, wo die Funktion an ihre Grenzen stößt und wie Sie sie sinnvoll in Ihren Arbeitsalltag einbauen. Wichtig vorab: Ein Großteil der Copilot-Funktionen befindet sich noch in der Vorschauversion und ist aktuell auf bestimmte Regionen und Kontotypen beschränkt, das sollten Sie einplanen, bevor Sie sich darauf verlassen.
Laut der offiziellen Dokumentation zu Copilot in Power Automate for Desktop begleitet Copilot Sie über die gesamte Flow-Erstellung hinweg und deckt drei zentrale Szenarien ab:
Wichtig: Copilot ersetzt keine sorgfältige Flow-Planung. Sie bleiben dafür verantwortlich, jede generierte Aktion zu prüfen, bevor sie produktiv läuft, das betont Microsoft in der Dokumentation ausdrücklich.
Um einen neuen Flow zu erstellen, öffnen Sie entweder auf der Startseite der Konsole oder über den Copilot-Seitenbereich im Designer das Chatfeld und tragen Ihren Prompt ein. Copilot verarbeitet die Eingabe, öffnet danach automatisch den Designer und zeigt Ihnen im Seitenbereich eine nach Funktionsgruppen sortierte Liste der generierten Aktionen. Im Hauptbereich des Designers markiert Copilot den erzeugten Abschnitt zusätzlich mit zwei Kommentaren, einem am Anfang und einem am Ende, damit Sie die KI-generierten Schritte auf einen Blick finden und gezielt überprüfen können.
Erkennt Copilot die Absicht, Browser- oder Oberflächenaufgaben zu automatisieren, setzt es an dieser Stelle einen Platzhalter ein. Diesen Platzhalter füllen Sie, indem Sie den Rekorder starten und die eigentlichen Klicks und Eingaben aufzeichnen, alternativ löschen Sie ihn und bauen die UI-Aktionen manuell.
Die Qualität des Ergebnisses hängt stark vom Prompt ab. Microsoft empfiehlt in der Dokumentation, so konkret wie möglich zu formulieren. Statt "E-Mail mit Excel-Datei senden" führt ein Prompt wie "Sende vom Konto accounting@contoso.com eine E-Mail mit dem Betreff 'Contoso-Vertriebsdaten' an sales@contoso.com und hänge die Excel-Datei unter C:\contoso\contoso.xlsx an" deutlich zuverlässiger zum gewünschten Ergebnis, weil Pflichtparameter wie der Dateipfad direkt mitgeliefert werden und Aktionen dadurch seltener fehlerhaft markiert werden.
Neben der reinen Flow-Erstellung bringt Copilot in Power Automate for Desktop drei weitere Fähigkeiten mit, die sich im Alltag lohnen.
Bei "Record mit Copilot" geben Sie Ihren Bildschirm frei und erklären den Ablauf laut, während Sie ihn ausführen, ähnlich wie beim Erklären gegenüber einer Kollegin oder einem Kollegen. Laut der Dokumentation zu Record mit Copilot wertet ein KI-Modell dabei Video, Erzählung und Maus- beziehungsweise Tastatureingaben gemeinsam aus und leitet daraus auch Logik wie Bedingungen und Schleifen ab, was der klassische Rekorder allein nicht kann. Die Aufnahme wird laut Microsoft verschlüsselt übertragen, maximal 24 Stunden zur Verarbeitung vorgehalten und anschließend gelöscht, sie fließt außerdem nicht in das Training des KI-Modells ein.
Wenn Sie einen fremden oder länger nicht angefassten Flow verstehen müssen, hilft die Skill "Aktionen und Subflows zusammenfassen". Sie verweisen auf eine Zeilennummer oder einen Subflow-Namen, etwa mit "Fasse Subflow 'main' in ein paar Sätzen zusammen", und Copilot liefert eine kompakte Erklärung. Das spart Zeit gerade bei der Übergabe oder Fehlersuche in gewachsenen Automatisierungen.
Schlägt eine UI- oder Browseraktion fehl, weil ein Selektor das gesuchte Element nicht mehr findet, kann Copilot laut der Dokumentation zur Reparatur zur Laufzeit das passende Element automatisch neu identifizieren. Sie entscheiden dann, ob Sie den Vorschlag dauerhaft für alle künftigen Ausführungen übernehmen, nur für den aktuellen Lauf anwenden oder manuell reparieren. Für unbeaufsichtigte Ausführungen läuft diese Funktion über das Automatisierungscenter und ist an verwaltete Umgebungen gebunden.
Bevor Sie Copilot in Ihren Prozess einbauen, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Einschränkungen laut der FAQ zu Copilot in Power Automate for Desktop:
Diese Grenzen sind kein Grund, auf Copilot zu verzichten, sie zeigen nur, dass Sie die Funktion aktuell am besten als schnellen Entwurf für einen ersten Aufschlag nutzen und nicht als vollautomatischen Ersatz für eine durchdachte Flow-Architektur. Sie behalten dabei die Kontrolle, weil jede generierte Aktion im Designer sichtbar bleibt und sich vor der Ausführung anpassen lässt.
Copilot in Power Automate for Desktop nimmt Ihnen die mühsame Fleißarbeit beim ersten Entwurf eines Flows ab und hilft zusätzlich beim Verstehen bestehender Automatisierungen und beim Reparieren fehleranfälliger Selektoren. Gerade für Teams, die neu mit Power Automate for Desktop starten, senkt das die Einstiegshürde spürbar, weil Sie nicht jede Aktion einzeln aus der Bibliothek suchen müssen. Wichtig bleibt trotzdem, jeden generierten Schritt zu prüfen und die Vorschauhinweise der jeweiligen Region ernst zu nehmen.
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Nein, ein großer Teil der Funktionen, darunter die Flow-Erstellung per Prompt, Record mit Copilot und die Reparatur zur Laufzeit, befindet sich laut Microsoft aktuell in der Vorschauversion. Vorschaufunktionen sind ausdrücklich nicht für den Produktionseinsatz gedacht und können eingeschränkt funktionieren, weshalb Sie generierte Flows vor dem produktiven Einsatz besonders gründlich testen sollten.
Teilweise. Die generativen Antworten auf Produktfragen sowie das Zusammenfassen von Aktionen und Subflows stehen laut Dokumentation auch in europäischen Umgebungen einschließlich Deutschland zur Verfügung. Die Flow-Erstellung und -Erweiterung mit natürlicher Sprache sowie Record mit Copilot sind dagegen aktuell auf Umgebungen in den USA beschränkt.
Copilot deckt nur eine Teilmenge aller verfügbaren Aktionen ab, unter anderem Zwischenablage, Komprimierung, Bedingungen, Datenbank, Datum/Zeit, E-Mail, Excel, Datei, Ordner, HTTP, Schleifen, Nachrichtenfelder, Maus und Tastatur, Outlook, PDF, Skript, System, Text, Variablen, Word und XML. Für Aktionen außerhalb dieser Gruppen müssen Sie weiterhin manuell im Designer arbeiten.
Laut Microsoft wird die Bildschirmaufzeichnung verschlüsselt in die Cloud übertragen, dort ausschließlich zur Erstellung des Flows verarbeitet und danach gelöscht, spätestens nach 24 Stunden. Die Aufzeichnungen fließen nicht in das Training der zugrunde liegenden KI-Modelle ein. Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass während der Aufnahme keine sensiblen Informationen auf dem Bildschirm sichtbar sind.
Ja. Als Power-Platform-Administration können Sie die generativen Antworten über die Einstellung für Copilot-unterstützte Hilfe im Power Platform Admin Center deaktivieren. Für die weiteren Copilot-Funktionen wenden Sie sich laut Dokumentation an den Microsoft-Support, der die Funktion auf Mandantenebene abschalten kann.
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
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