UiPath Academy: welche Zertifizierung für welche Rolle im Mittelstand

UiPath Academy bietet kostenlose Kurse und Zertifizierungen für Developer, Business Analyst und Solution Architect. Was sie im Mittelstand wirklich bringen.

UiPath Academy ist die kostenlose Online-Lernplattform des RPA-Herstellers UiPath und bündelt Kurse, Lernpfade und Zertifizierungsprüfungen rund um Automatisierung mit UiPath Studio, Orchestrator und den KI-Bausteinen der Plattform. Sie richtet sich an unterschiedliche Rollen, von Automation Developer über Automation Business Analyst bis Automation Solution Architect, jeweils mit eigenen Lernplänen und darauf aufbauenden Prüfungen der Stufen Associate und Professional. Die frühere RPA-Developer-Zertifizierung wurde bereits 2023 durch die heutigen Automation-Developer-Zertifikate abgelöst, ältere Nachweise bleiben laut UiPath aber bis Oktober 2026 gültig. Für Mittelständler ist die Academy vor allem als kostenloser Einstieg interessant, ein Zertifikat allein ersetzt jedoch keine Projekterfahrung mit den eigenen, oft historisch gewachsenen Prozessen. Stand: August 2026.

Was bietet UiPath Academy konkret an?

UiPath Academy bündelt kostenlose Video-Kurse, Übungen in einer Sandbox-Umgebung und darauf abgestimmte Lernpläne, die Sie Schritt für Schritt auf eine Zertifizierungsprüfung vorbereiten. Auf der Übersicht der Learning Plans finden sich eigene Pfade für Rollen wie Automation Developer, Automation Business Analyst, Automation Solution Architect und Automation Citizen Developer, dazu Einsteigerformate für den ersten Kontakt mit RPA. Die Kurse selbst sind kostenlos, kostenpflichtig ist nur die eigentliche Zertifizierungsprüfung, die über einen externen Prüfungsanbieter abgenommen wird. Für ein KMU bedeutet das konkret: Mitarbeitende können sich risikofrei in Ruhe einarbeiten, bevor überhaupt eine Investition in eine Prüfung ansteht.

Welche Zertifizierungsstufen gibt es aktuell?

Aktuell unterscheidet UiPath im Kern zwischen den Stufen Associate und Professional, jeweils gestaffelt nach Rolle. Für Entwickler gibt es die Automation Developer Associate-Zertifizierung für den Einstieg in einfache bis mittlere Automatisierungsprojekte sowie die Automation Developer Professional-Zertifizierung für anspruchsvollere Themen wie erweiterte UI-Automatisierung, Orchestrator-Trigger und KI-gestützte Computer Vision. Für die fachliche Seite existiert parallel die Automation Business Analyst Associate-Zertifizierung, die Anforderungsaufnahme, Prozessanalyse und die Mitgestaltung von Automatisierungen prüft, sowie eine Professional-Stufe für erfahrene Business Analysten mit mehrjähriger Praxis. Details zu Inhalten und Voraussetzungen listet UiPath auf der Zertifizierungsseite. Für die Rolle Automation Solution Architect gibt es zusätzlich ein eigenes Trainingsangebot, allerdings nicht in der gleichen zweistufigen Associate/Professional-Struktur wie bei Entwicklern und Analysten.

Welches Zertifikat passt zu welcher Rolle im Unternehmen?

Für IT-Mitarbeitende oder Power User, die selbst Workflows in UiPath Studio bauen, ist die Automation Developer Associate-Zertifizierung der passende Einstieg. Wer im Fachbereich Prozesse analysiert und Anforderungen für die Automatisierung formuliert, ohne selbst zu entwickeln, ist mit der Automation Business Analyst Associate-Zertifizierung besser bedient. Die Professional-Stufen lohnen sich in der Regel erst, wenn bereits mehrere UiPath-Projekte im eigenen Haus umgesetzt wurden und die Rolle dauerhaft mit Automatisierung zu tun hat, das betrifft in einem typischen Mittelstandsbetrieb meist eine oder zwei Personen. Für alle, die zunächst nur reinschnuppern wollen, reichen die kostenlosen Einsteigerkurse ohne anschließende Prüfung völlig aus.

Was bringt ein UiPath-Zertifikat wirklich für den Mittelstand?

Ein UiPath-Zertifikat ist in erster Linie ein Nachweis von Grundlagenwissen, kein Beleg für Praxiserfahrung mit gewachsenen, oft unsauberen Prozessen, wie sie in den meisten Mittelstandsunternehmen vorkommen. Es hilft bei der Einstellung oder internen Rollenverteilung, weil es ein einheitliches, extern geprüftes Kompetenzniveau signalisiert, ersetzt aber nicht das Wissen darüber, wie eine bestehende ERP-Schnittstelle, ein gewachsenes Excel-Sheet oder ein Sonderfall in der Buchhaltung tatsächlich funktioniert. Gerade bei den ersten Automatisierungsprojekten ist es deshalb sinnvoller, zertifiziertes Grundlagenwissen mit einer externen Umsetzungsbegleitung zu kombinieren, die den Prozess vorher sauber aufnimmt, etwa im Rahmen einer Prozessautomatisierung durch NordFlux. So bleibt intern Wissen aufgebaut, ohne dass gleich das erste Projekt zum teuren Lernfeld wird.

Häufige Fragen zu UiPath Academy

Ist UiPath Academy kostenlos?

Ja, die Kurse und Lernpläne auf UiPath Academy sind kostenlos zugänglich, lediglich die offizielle Zertifizierungsprüfung selbst ist kostenpflichtig. Sie können also beliebig viele Kurse ansehen und in der Übungsumgebung ausprobieren, bevor Sie sich für eine Prüfung entscheiden. Für den ersten Überblick im Unternehmen reicht das in aller Regel völlig aus.

Wie lange ist eine UiPath-Zertifizierung gültig?

Genaue Gültigkeitsfristen ändern sich mit jeder Zertifizierungsgeneration, aktuell gilt beispielsweise, dass ältere, vor der Umstellung erworbene Zertifikate laut UiPath noch bis Oktober 2026 anerkannt werden. Für die aktuellen Automation-Developer- und Automation-Business-Analyst-Zertifizierungen lohnt sich vor der Prüfungsanmeldung ein Blick auf die aktuellen Angaben auf academy.uipath.com, da sich Fristen und Prüfungsformate mit neuen Produktversionen ändern können.

Brauche ich ein UiPath-Zertifikat, um im Unternehmen mit RPA zu starten?

Nein, für den Einstieg in ein erstes Automatisierungsprojekt ist kein Zertifikat notwendig. Sinnvoller ist es meist, mit einer sauberen Prozessaufnahme und einem klar abgegrenzten Pilotprojekt zu starten und die Zertifizierung später gezielt für die Person aufzubauen, die die Automatisierungen dauerhaft betreut.

Für wen lohnt sich die Professional-Stufe?

Die Professional-Zertifizierungen lohnen sich vor allem für Mitarbeitende, die bereits mehrere UiPath-Projekte umgesetzt haben und Automatisierung zu einem festen Teil ihrer Rolle gemacht haben, etwa als interne oder interner Automatisierungsverantwortliche. Für ein einzelnes Pilotprojekt oder gelegentliche Nutzung ist die Associate-Stufe in aller Regel völlig ausreichend.

Simon Glowik, Gründer von NordFlux
Über den Autor

Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.

Zertifizierungen

  • Microsoft zertifiziert — PL-900 und AZ-900
  • UiPath zertifiziert — Automation Developer Associate
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