Mit dem SharePoint Migration Tool vom Fileserver nach Microsoft 365
Das SharePoint Migration Tool migriert Fileserver und SharePoint-Server nach Microsoft 365. Ablauf, Zugänge und häufige Fehlerquellen im Überblick.
Das SharePoint Migration Tool (SPMT) ist ein kostenloses Werkzeug von Microsoft, mit dem Sie Inhalte von lokalen Fileservern und SharePoint-Server-Umgebungen nach SharePoint, OneDrive oder Teams in Microsoft 365 verschieben, inklusive Berechtigungen, Versionen und mit Einschränkungen auch Workflows. Der Ablauf gliedert sich in vier Schritte: Installation, Scan und Bewertung, Erstellen einer Migrationsaufgabe sowie Überwachen und Reporting, wobei in der Praxis vor allem zu lange Zielpfade und einzelne nicht unterstützte Elemente zu Fehlern führen. Stand: August 2026.
Was kann das SharePoint Migration Tool migrieren?
SPMT migriert Inhalte von lokalen und Netzwerk-Fileshares sowie von SharePoint Server 2010, 2013, 2016 und 2019 und SharePoint Foundation 2010 und 2013 nach SharePoint, OneDrive und Teams in Microsoft 365, wie Microsoft unter Was unterstützt SPMT? auflistet. Zusätzlich lassen sich Out-of-the-Box-Workflows aus SharePoint Server 2010 sowie SharePoint-Designer-Workflows nach Power Automate migrieren. Nicht möglich ist dagegen eine Migration von einem Microsoft-365-Tenant in einen anderen: SPMT bewegt Inhalte ausschließlich aus On-Premises-Quellen in die Cloud. Für Tenant-zu-Tenant-Umzüge verweist Microsoft auf eine separate Cross-Tenant-Migrationslösung.
Welche Zugänge und Berechtigungen brauchen Sie vorab?
Für die Migration brauchen Sie zwei getrennte Zugänge: Zugriff auf das Ziel als OneDrive-/SharePoint-Administrator oder Site-Administrator sowie Zugriff auf die Quelle mit Leserechten auf die zu migrierenden SharePoint-Server-Inhalte. Bei der Anmeldung unterstützt SPMT NTLM, Kerberos, Forms, ADFS, mehrstufige Authentifizierung, SAML-basierte Claims und Client-Zertifikate. Eine Ausnahme gilt, wenn der lokale Server mehrere Authentifizierungsanbieter gleichzeitig nutzt, darunter Windows-Authentifizierung: In diesem Fall wird Windows-Authentifizierung nicht unterstützt, und Sie müssen auf eine der anderen Methoden ausweichen.
Woran scheitern Migrationen in der Praxis am häufigsten?
Der häufigste technische Fehler bei SPMT-Migrationen sind zu lange Zielpfade. Laut der offiziellen Fehlerbehebung für SPMT muss der gesamte Pfad inklusive Dateiname für OneDrive und SharePoint kürzer als 400 Zeichen sein, sonst bricht der Scan mit der Meldung „Target path is too long" ab. Ebenso häufig sind ungültige Ordnernamen, die der Scan mit „The folder name is invalid" quittiert. Vor einer größeren Migration lohnt sich deshalb eine vorgelagerte Prüfung der Ordnerstruktur auf dem Fileserver, statt Pfadprobleme erst mitten in der laufenden Migration zu entdecken.
Was unterstützt SPMT nicht?
Einige Elemente lassen sich mit SPMT grundsätzlich nicht migrieren: eine reine Struktur ohne Inhalte, eine frei wählbare moderne Zielvorlage für die Zielsite, Masterpages, InfoPath-Formulare sowie angepasste Neu-, Bearbeiten- und Ansichtsformulare von Listen samt ihrem Inhalt. Diese Einschränkungen listet Microsoft in der Support-Tabelle zu Was unterstützt SPMT? auf. Für Government-Cloud-Umgebungen ist SPMT verfügbar, für Tenants von Office 365, die von 21Vianet in China betrieben werden, dagegen nicht.
Wie migrieren Sie größere Datenmengen zuverlässig?
Für große Datenmengen installieren Sie SPMT auf mehreren physisch getrennten Windows-Rechnern oder virtuellen Maschinen und lassen die Massenmigrationsaufträge parallel laufen, um den maximalen Durchsatz zu erreichen. Wer diese Orchestrierung automatisieren will, nutzt laut den SPMT-FAQ den Migration Manager. Migrationsaufgaben lassen sich zudem inkrementell erneut ausführen, sodass nur neue oder geänderte Dateien seit dem letzten Lauf übertragen werden. Für Unternehmen, die einen Fileserver-Umzug mit einer größeren Digitalisierung verbinden wollen, ist das oft ein guter Zeitpunkt, um bestehende manuelle Abläufe direkt mit in die Automatisierung zu übernehmen, etwa im Rahmen einer Automatisierungsberatung.
Häufige Fragen zum SharePoint Migration Tool
Kann SPMT Inhalte von einem Microsoft-365-Tenant in einen anderen migrieren?
Nein. SPMT migriert laut den offiziellen FAQ ausschließlich Inhalte von einem SharePoint-Server vor Ort, nicht von einem Microsoft-365-Tenant in einen anderen. Für Tenant-zu-Tenant-Umzüge gibt es eine separate Cross-Tenant-Migrationslösung für SharePoint und OneDrive.
Wie lang darf ein Dateipfad für die Migration nach SharePoint Online sein?
Der gesamte Pfad, einschließlich des Dateinamens, muss für OneDrive und SharePoint kürzer als 400 Zeichen sein. Überschreitet ein Pfad dieses Limit, bricht SPMT den Scan mit einer entsprechenden Fehlermeldung ab, bevor die eigentliche Migration beginnt.
Kann ich nur einzelne Seiten migrieren, ohne die ganze Site zu übertragen?
Ja. Laut den SPMT-FAQ lassen sich Site Pages gezielt migrieren, allerdings nur über den Upload einer CSV- oder JSON-Datei mit der entsprechenden Aufgabendefinition, nicht über die reguläre GUI-Auswahl.
Wo finden Sie die Protokolle, wenn eine Migration fehlschlägt?
Die lokalen SPMT-Protokolle liegen unter „C:\Users\<Username>\AppData\Roaming\Microsoft\MigrationTool" auf dem Rechner, auf dem SPMT ausgeführt wurde. Diese Protokolle sind der erste Anlaufpunkt, um einzelne Fehlercodes oder fehlgeschlagene Aufgaben nachzuvollziehen.
Simon Glowik
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
Zertifizierungen
- Microsoft zertifiziert — PL-900 und AZ-900
- UiPath zertifiziert — Automation Developer Associate
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