SharePoint im Explorer einbinden: warum der alte Weg nicht mehr trägt
Der Explorer-Button für SharePoint funktioniert nicht mehr. So richten Sie stattdessen die OneDrive-Synchronisierung ein.
"Im Explorer öffnen" beziehungsweise "Mit Explorer anzeigen" funktioniert in aktuellen Browsern nicht mehr, weil die Funktion technisch auf ActiveX-Steuerelemente und den Internet Explorer 11 angewiesen war. Laut Microsoft Learn gilt das sowohl für die klassische Ansicht als auch für die moderne "Mit Datei-Explorer anzeigen"-Funktion in Edge, die auf derselben zugrunde liegenden Technik beruht und deshalb ebenfalls nicht mehr empfohlen wird. Als Ersatz empfiehlt Microsoft durchgehend die OneDrive-Synchronisierung, die SharePoint-Bibliotheken direkt im Datei-Explorer verfügbar macht, ohne den Umweg über den Browser. Stand: August 2026.
Warum funktioniert der alte Weg über den Browser nicht mehr?
Der klassische "Öffnen mit Explorer"-Befehl basierte technisch auf ActiveX-Komponenten, die ausschließlich im Internet Explorer liefen. Mit der Abkündigung des Internet Explorer unterstützen moderne Browser wie Edge, Chrome oder Firefox diese Technik nicht mehr, wodurch der Button in der Praxis ins Leere läuft oder Fehlermeldungen erzeugt. Das betrifft laut Microsoft sowohl die klassische SharePoint-Oberfläche als auch die vermeintlich modernere Variante in Edge, die intern denselben Mechanismus nutzt.
Was ist der empfohlene Ersatz, und wie richtet man ihn ein?
Microsoft empfiehlt stattdessen die OneDrive-Synchronisierungs-App, mit der sich SharePoint-Bibliotheken dauerhaft im Datei-Explorer einbinden lassen, statt sie nur einmalig im Browser zu öffnen. Über die Funktion "Dateien bei Bedarf" muss dabei nicht der komplette Bibliotheksinhalt lokal gespeichert werden, sondern Dateien werden erst beim tatsächlichen Öffnen heruntergeladen, was laut den OneDrive-Sync-Versionshinweisen von Microsoft Speicherplatz auf dem Gerät spart. Die Einrichtung erfolgt direkt aus der SharePoint-Bibliothek heraus über den Synchronisieren-Befehl, wonach der Ordner dauerhaft im Explorer als eigener Eintrag erscheint.
Was bedeutet das für Nutzer, die bisher nur den Browser-Button kannten?
Für Mitarbeitende, die SharePoint-Dateien bisher ausschließlich über den einmaligen Explorer-Button geöffnet haben, ist die Umstellung auf dauerhafte Synchronisierung ein spürbarer Wechsel in der Arbeitsweise, aber kein Rückschritt in der Funktion. Die synchronisierten Ordner verhalten sich im Explorer wie gewohnte lokale Ordner, während Änderungen im Hintergrund automatisch mit SharePoint abgeglichen werden. Wichtig ist dabei, dass pro Bibliothek einmal eingerichtet werden muss, welche Ordner tatsächlich synchronisiert werden sollen, statt sich wie beim alten Button jedes Mal neu durch die Struktur zu klicken.
Gibt es Situationen, in denen die alte Funktion noch gebraucht wird?
Für einzelne, seltene Zugriffe ohne dauerhafte Synchronisierung bleibt der direkte Download einzelner Dateien aus dem Browser eine einfache Alternative, ohne dass ein Client eingerichtet werden muss. Für Teams, die regelmäßig mit denselben Bibliotheken arbeiten, führt an einer OneDrive-Synchronisierung jedoch kein Weg vorbei, weil der browserbasierte Weg technisch nicht mehr zur Verfügung steht. Bei der Umstellung von alten Fileserver-Gewohnheiten auf synchronisierte SharePoint-Bibliotheken lohnt sich meist eine kurze, einmalige Schulung des Teams, damit die neue Ordnerstruktur im Explorer nicht zu Verwirrung führt.
Häufige Fragen zu SharePoint im Explorer
Warum sehe ich den Button "Im Explorer öffnen" gar nicht mehr?
Microsoft hat die Funktion aufgrund der technischen Abhängigkeit vom Internet Explorer schrittweise aus modernen Oberflächen entfernt oder deaktiviert. Je nach SharePoint-Version und Browser kann der Button daher fehlen, ausgegraut sein oder beim Klick einen Fehler anzeigen. Das ist kein individuelles Konfigurationsproblem, sondern eine bewusste Änderung von Microsoft.
Muss ich jetzt die komplette Bibliothek lokal herunterladen?
Nein, über "Dateien bei Bedarf" bleiben Dateien standardmäßig in der Cloud und werden erst beim Öffnen tatsächlich heruntergeladen. Im Explorer erscheinen sie dennoch wie lokale Dateien, belegen aber keinen dauerhaften Speicherplatz, solange sie nicht geöffnet wurden. Das macht die Synchronisierung auch für sehr große Bibliotheken praktikabel.
Funktioniert die OneDrive-Synchronisierung auch mit mehreren SharePoint-Bibliotheken gleichzeitig?
Ja, es lassen sich mehrere Bibliotheken aus unterschiedlichen SharePoint-Websites parallel synchronisieren, sie erscheinen dann als separate Ordner im Explorer. Für Teams mit mehreren Projektbibliotheken ist das der übliche Weg, um alle relevanten Ordner an einem Ort verfügbar zu haben. Die Verwaltung, welche Bibliotheken synchronisiert sind, erfolgt zentral über die OneDrive-App.
Betrifft die Abkündigung auch Freigabelinks und das Teilen von Dateien?
Nein, das Teilen von Dateien über Freigabelinks funktioniert unabhängig von der Explorer-Integration weiter und ist von dieser Änderung nicht betroffen. Betroffen ist ausschließlich der technische Weg, wie eine SharePoint-Bibliothek im Datei-Explorer sichtbar gemacht wird. Für das reine Teilen einzelner Dokumente bleibt der gewohnte Freigabe-Dialog in SharePoint die richtige Anlaufstelle.
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