Woran Sie einen guten Automatisierungspartner erkennen
Sieben Fragen, die einen seriösen Partner von einem Software-Verkäufer trennen, von Datenhoheit über Tool-Neutralität bis zur Frage, wer die Lösung am Ende besitzt.
Microsoft-Partner, Boutique-Beratung oder Freelancer? Die Checkliste vergleicht Preis, Governance-Erfahrung und Verfügbarkeit.

Sie haben entschieden: Power Automate soll Genehmigungsschleifen, Rechnungsfreigaben oder Onboarding-Prozesse übernehmen. Die zweite Entscheidung ist oft die schwerere: Wer setzt das um? Microsoft führt tausende Partner in seinem Verzeichnis, dazu kommen Boutique-Beratungen und Freelancer-Plattformen voller Profile, aber kaum eine unabhängige Orientierung, die Preis, Governance-Erfahrung und Verfügbarkeit nüchtern gegenüberstellt.
Der Titel „Microsoft-Partner“ ist kein Gütesiegel, das sich einfach beantragen lässt, sondern ein Punktesystem. Für die Solutions-Partner-Designation im Bereich Business Applications, die Power Automate mit abdeckt, braucht ein Unternehmen mindestens 70 von 100 möglichen Punkten aus Zertifizierungen, Kundenwachstum und nachgewiesenen Deployments, mit Mindestpunkten in jeder einzelnen Unterkategorie.
Zu den anerkannten Nachweisen zählen unter anderem die Zertifizierungen Power Platform Solution Architect Expert und Power Automate RPA Developer Associate. Für Sie als Auftraggeber heißt das: Der Partner-Status belegt Microsoft-Bindung, Umsatz mit Microsoft-Produkten und ein Mindestmaß an Zertifizierungen im Team. Er sagt nichts darüber aus, ob die Berater Ihre Branche kennen oder wie sie mit Freigabeprozessen und Zugriffsrechten umgehen, sobald der erste Flow produktiv läuft.
Eine Boutique-Beratung bringt meist tiefere Governance-Erfahrung mit, weil sie sich auf wenige Branchen oder Automatisierungsfälle konzentriert statt auf ein möglichst breites Microsoft-Portfolio. Bei NordFlux gehört zum Beispiel ein Governance-Konzept mit Freigaberollen und einem Budget-Deckel für Premium-Connectoren zu jedem Projekt, bevor der erste Flow live geht, weil unkontrolliert wachsende Lizenzkosten sonst erst nach Monaten auffallen.
Ein Freelancer ist die schnellste und meist günstigste Option für einen einzelnen, klar abgegrenzten Flow. IT-Freelancer im DACH-Raum verlangen laut dem Freelancer-Kompass 2026 einen mittleren Stundensatz von 95 Euro, umgerechnet auf einen Achtstundentag rund 760 Euro. Das liegt oft unter dem Tagessatz einer Beratung mit mehreren Ansprechpartnern im Hintergrund.
Der Preisvorteil hat seinen Preis: Ein Freelancer arbeitet in der Regel allein, ohne Vertretung bei Urlaub oder Krankheit, und das Governance-Konzept für den laufenden Betrieb bleibt danach oft bei Ihnen selbst hängen. Für einen einmaligen, in sich geschlossenen Flow ist das meist kein Problem. Für ein wachsendes Automatisierungsprogramm mit mehreren Abteilungen wird es schnell zum Engpass.
Die drei Optionen unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: Preis, Governance-Erfahrung und Verfügbarkeit.
Nur 18 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitenden haben laut einer Bitkom-Untersuchung bereits Beratung für ihre digitale Transformation genutzt, bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden sind es 49 Prozent. Für die meisten Mittelständler ist die Entscheidung für einen Power-Automate-Berater also eine Premiere, bei der die Erfahrungswerte fehlen, wonach überhaupt zu fragen ist.
Allgemeine Kriterien für die Auswahl eines Automatisierungspartners haben wir bereits in einem eigenen Beitrag zusammengestellt: Woran Sie einen guten Automatisierungspartner erkennen. Bei Power Automate kommt eine Besonderheit hinzu: Governance lässt sich nicht nachträglich draufsetzen. Sie muss ab dem ersten Flow mitgedacht werden, sonst wachsen Premium-Connector-Kosten, Freigaberollen und Zugriffsrechte unkontrolliert.
Fünf Punkte lassen sich vor der Unterschrift klären, unabhängig davon, für welche der drei Optionen Sie sich entscheiden:
Nein. Der Status bestätigt Zertifizierungen, Microsoft-Umsatz und Kundenwachstum, aber keine Branchenkenntnis und keine Governance-Erfahrung. Beides sollten Sie zusätzlich über Referenzen prüfen.
Freelancer verlangen im DACH-Raum im Mittel rund 95 Euro pro Stunde, Beratungen liegen je nach Umfang und Teamgröße oft darüber, dafür mit breiterer Absicherung bei Ausfall oder Vertretung.
Für einen einzelnen Flow meist ja, für mehrere Abteilungen mit gemeinsamer Governance meist nicht, weil Kapazität und Vertretungsregelung fehlen.
Im offiziellen Partnerverzeichnis von Microsoft lässt sich der Status samt Kompetenzbereich einsehen. Eine Behauptung auf der eigenen Website allein reicht als Nachweis nicht.
NordFlux arbeitet als Boutique-Beratung mit Power-Platform-Kompetenz, aber ohne den Umsatzdruck eines breiten Microsoft-Partnerportfolios. Das erlaubt, Governance und Datenhoheit vor die reine Lizenzberatung zu stellen.
NordFlux baut Organisationen digitale Mitarbeiter: Automatisierungen und KI-Agenten, die wiederkehrende Arbeit abnehmen. Sie behalten die Kontrolle.
Sieben Fragen, die einen seriösen Partner von einem Software-Verkäufer trennen, von Datenhoheit über Tool-Neutralität bis zur Frage, wer die Lösung am Ende besitzt.
In einem kurzen Gespräch ordnen wir Ihr Vorhaben ein und sagen ehrlich, ob ein Freelancer reicht oder eine Boutique-Beratung mit Governance-Erfahrung sinnvoller ist.