PL-500 eingestellt: was das Ende der Power-Automate-RPA-Zertifizierung für Ihre Schulungspläne bedeutet

Microsoft hat die PL-500-Zertifizierung am 30. Juni 2026 eingestellt. Was das für Power-Automate-Schulungen im Mittelstand heißt und welche Alternative es gibt.

Handgezeichnete Skizze: ein Zertifikat mit Ablaufstempel, daneben ein weiterarbeitender Roboterarm

Wer im Mittelstand gerade einen Mitarbeiter auf die PL-500 vorbereiten wollte, steht vor einem Problem: Die Zertifizierung gibt es nicht mehr. Microsoft hat die Prüfung PL-500, also den Microsoft Certified: Power Automate RPA Developer Associate, zum 30. Juni 2026 zurückgezogen. Das wirft eine berechtigte Frage auf: Ist damit auch die Investition in Power-Automate-Kompetenz hinfällig?

Die kurze Antwort: PL-500 eingestellt, RPA bleibt

Die PL-500-Prüfung wurde laut Microsoft Learn am 30. Juni 2026 um 23:59 Uhr (Central Standard Time) zurückgezogen. Seither können Sie die Prüfung nicht mehr ablegen und die Zertifizierung nicht mehr neu erwerben oder verlängern. Wichtig für die Einordnung: Eingestellt wurde der Prüfungs- und Zertifizierungsweg, nicht das Produkt. Power Automate mit seinen Desktop-Flows für robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) läuft unverändert weiter. Ihre bestehenden Automatisierungen sind davon nicht betroffen.

Was genau wegfällt und was nicht

Zurückgezogen ist die formale Bestätigung des Wissens, nicht das Wissen selbst. Die PL-500 prüfte, ob jemand Desktop- und Cloud-Flows in Power Automate bauen, Anwendungen über die Oberfläche steuern und Automatisierungen sauber ausrollen kann. Genau diese Fähigkeiten sind im Mittelstand weiter gefragt, denn die zugrunde liegende Technik ist dieselbe geblieben. Mit der PL-500 verschwindet zusammen mit dem Kurs PL-500T00 und der zugehörigen Prüfung nur der Nachweis über ein Prüfungssiegel. Die Lerninhalte auf Microsoft Learn zum Bau von Power-Automate-Flows bleiben verfügbar.

Die PL-500 stand nicht allein. Microsoft hat zum 30. Juni 2026 eine ganze Reihe von Zertifizierungen zurückgezogen, darunter auch die PL-600 (Power Platform Solution Architect Expert). Der Hintergrund ist ein Kurswechsel im gesamten Zertifizierungsprogramm hin zu KI- und Agenten-Themen. Das erklärt, warum es für die reine RPA-Prüfung keinen direkten Ein-zu-eins-Nachfolger gibt.

Was mit bestehenden PL-500-Zertifizierungen passiert

Wer die PL-500 vor dem Stichtag bestanden hat, verliert sie nicht. Laut Microsoft bleibt eine bereits erworbene Zertifizierung im Profil auf Microsoft Learn im Bereich der aktiven Zertifizierungen, bis sie zu ihrem normalen Ablaufdatum ausläuft. Danach wandert sie in den Verlauf. Der Haken: Verlängern lässt sie sich nach der Einstellung nicht mehr, denn die jährliche Renewal-Prüfung ist ebenfalls entfallen. Ein vorhandenes Zertifikat dürfen Sie also weiter im Lebenslauf führen, solange es gültig ist, es läuft aber irgendwann ersatzlos aus. Für Microsoft-Partner zählen die betroffenen Zertifizierungen laut Microsoft noch bis zu einem Jahr nach dem Retirement auf die Partner-Anforderungen ein.

Kurz gesagt

Die PL-500 ist als Prüfung Geschichte, die Technik dahinter nicht. Bestehende Zertifikate bleiben bis zum Ablauf gültig, lassen sich aber nicht mehr verlängern. Für Ihre laufenden Automatisierungen ändert sich nichts. Nur der Zertifizierungsweg für neue Leute muss neu gedacht werden.

Welche Zertifizierung als Alternative nachfolgt

Einen direkten Nachfolger für die reine RPA-Prüfung gibt es nicht, die inhaltlich nächstgelegene neue Zertifizierung ist die AB-620 (Microsoft Certified: AI Agent Builder Associate). Sie dreht sich um das Entwerfen, Erweitern und Verwalten von KI-Agenten in Copilot Studio, samt Agent-Flows, Konnektoren und Fehlerbehandlung. Ehrlich eingeordnet: Das ist keine Eins-zu-eins-Ablösung der PL-500. Die PL-500 war RPA-lastig und drehte sich um klassische Desktop-Automatisierung. Die AB-620 setzt beim Bau von KI-Agenten an und deckt Desktop-RPA nur am Rand ab. Wer weiter Richtung Architektur und KI-Strategie geht, findet in der AB-100 (Agentic AI Business Solutions Architect) die passende Stufe auf Expertenniveau.

Für den Mittelstand heißt das: Die neue Prüfung passt gut, wenn Ihr Team ohnehin in Richtung KI-Agenten und Copilot Studio arbeitet. Sie ist die falsche Wahl, wenn es Ihnen um handfeste RPA geht, also darum, wiederkehrende Klick- und Tipparbeit in bestehenden Programmen zu automatisieren. Für diesen Fall gibt es aktuell kein Prüfungssiegel mehr, wohl aber die volle Funktionalität in Power Automate.

Was das für Power-Automate-Schulungspläne im Mittelstand bedeutet

Die zentrale Erkenntnis: Ein Zertifikat als Ziel taugt nur bedingt, wenn Microsoft den Prüfungsweg jederzeit umstellen kann. Verlässlicher ist es, Kompetenz am eigenen Prozess aufzubauen, weil diese Fähigkeit unabhängig vom Prüfungssiegel bestehen bleibt. Statt eine Schulung auf eine bestimmte Prüfungsnummer auszurichten, planen Sie besser entlang der Fragen, die im Betrieb wirklich zählen: Welche Prozesse sollen automatisiert werden, wer soll sie später pflegen, und welche Leitplanken braucht es dafür?

  • Wer eine begonnene PL-500-Vorbereitung hatte, richtet die Lernzeit auf den praktischen Bau eigener Flows aus statt auf eine nicht mehr existente Prüfung.
  • Wer künftig zertifizieren will, entscheidet zwischen dem KI-Agenten-Weg über die AB-620 und einem prüfungsunabhängigen, praxisorientierten Kompetenzaufbau.
  • Wer vor allem klassische Desktop-RPA braucht, setzt auf begleitetes Lernen am realen Prozess, weil es dafür derzeit keinen dedizierten Zertifizierungspfad gibt.

Wie so ein prüfungsunabhängiger Aufbau konkret aussieht, haben wir im Beitrag Power Automate Schulung im Mittelstand beschrieben: lernen am eigenen Prozess statt an einer Prüfungsvorlage. Wenn Sie Unterstützung beim Aufbau oder Betrieb Ihrer Automatisierungen suchen, finden Sie die Details auf unserer Seite zur Power-Automate-Beratung. So bleibt Ihr Team handlungsfähig, unabhängig davon, welche Prüfung Microsoft als Nächstes umstellt.

Das ist eine fachliche Einordnung der Microsoft-Ankündigung und keine Zertifizierungs- oder Rechtsberatung. Verbindliche Angaben zu Terminen und Nachfolgeprüfungen stehen jeweils aktuell auf Microsoft Learn.

Häufige Fragen

Wann wurde die PL-500 eingestellt?

Die PL-500-Prüfung wurde laut Microsoft Learn am 30. Juni 2026 um 23:59 Uhr Central Standard Time zurückgezogen. Seither lässt sie sich nicht mehr ablegen und die Zertifizierung Power Automate RPA Developer Associate nicht mehr neu erwerben oder verlängern.

Verliere ich meine bestehende PL-500-Zertifizierung?

Nein. Eine vor dem Stichtag erworbene PL-500 bleibt auf Ihrem Microsoft-Learn-Profil gültig, bis sie regulär abläuft. Verlängern können Sie sie nach der Einstellung nicht mehr, danach läuft sie ersatzlos aus. Bis dahin dürfen Sie sie weiter im Lebenslauf führen.

Gibt es eine Nachfolge-Zertifizierung für die PL-500?

Einen direkten Ersatz für die reine RPA-Prüfung gibt es nicht. Am nächsten liegt die AB-620 (AI Agent Builder Associate) für KI-Agenten in Copilot Studio. Sie deckt klassische Desktop-RPA aber nur am Rand ab und ist damit keine Eins-zu-eins-Ablösung.

Kann ich Power Automate RPA weiter nutzen?

Ja, uneingeschränkt. Eingestellt wurde nur der Zertifizierungsweg, nicht das Produkt. Power Automate mit Desktop-Flows für RPA bleibt verfügbar und wird weiter unterstützt. Ihre bestehenden Automatisierungen laufen unverändert weiter.

Lohnt sich eine Power-Automate-Schulung ohne Zertifizierung noch?

Ja. Der praktische Nutzen entsteht durch funktionierende Automatisierungen im Betrieb, nicht durch ein Prüfungssiegel. Eine Schulung am eigenen Prozess bringt Ihrem Team Kompetenz, die unabhängig davon bestehen bleibt, welche Prüfung Microsoft gerade anbietet.

Über NordFlux

NordFlux UG (haftungsbeschränkt)

NordFlux baut Organisationen digitale Mitarbeiter: Automatisierungen und KI-Agenten, die wiederkehrende Arbeit abnehmen. Sie behalten die Kontrolle.

Mehr über uns
Kostenlose Erstanalyse

Wie bilden Sie Power-Automate-Kompetenz auf, die bleibt?

In einer kostenlosen Erstanalyse schauen wir uns Ihre Prozesse an und zeigen, wie Ihr Team Automatisierungen prüfungsunabhängig aufbaut und selbst betreibt.

  • Ein fester Ansprechpartner, kein Callcenter
  • Kompetenzaufbau am eigenen Prozess statt an einer Prüfungsvorlage
  • Deutsche Datenhoheit, AVV liegt vor