Power-Automate-Expressions: die 15 wichtigsten Funktionen
Die 15 wichtigsten Power-Automate-Expression-Funktionen wie concat, formatDateTime und coalesce an deutschen Praxisbeispielen.
Power Automate zeigt UTC-Zeiten im US-Format? So wandeln Sie mit convertTimeZone und formatDateTime ins deutsche dd.MM.yyyy-Format um.
Wer in Power Automate schon einmal eine E-Mail mit einem Termin verschickt hat, kennt das Problem: Der Flow zeigt eine Uhrzeit an, die um mehrere Stunden von der tatsächlichen deutschen Ortszeit abweicht, und das Datum steht im amerikanischen Format da, Monat vor Tag statt Tag vor Monat. Das liegt daran, dass Power Automate intern standardmäßig mit der koordinierten Weltzeit UTC rechnet und viele Connectoren Zeitstempel im ISO-8601-Format ohne Zeitzonen-Umrechnung durchreichen.
Für Empfänger in Deutschland, Österreich oder der Schweiz führt das schnell zu Missverständnissen, etwa wenn aus dem 3. Januar durch die falsche Reihenfolge ein vermeintlicher 1. März wird. Mit den beiden Ausdrucksfunktionen formatDateTime und convertTimeZone lässt sich das zuverlässig lösen, ganz ohne zusätzlichen Connector oder Drittanbieter-Tool. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Zeitstempel in deutsche Zeitzonen umrechnen und im gewohnten Format dd.MM.yyyy ausgeben.
Power Automate verwendet laut der offiziellen Dokumentation zu Datums- und Uhrzeitwerten standardmäßig die koordinierte Weltzeit UTC. Ein Zeitstempel, der auf ein „Z" endet, etwa 2026-07-20T09:30:00Z, ist bereits ein sicheres Erkennungsmerkmal für UTC. Da unterschiedliche Connectoren zusätzlich unterschiedliche Datumsformate ausgeben, kann es passieren, dass ein und derselbe Flow je nach verwendetem Dienst unterschiedliche Anzeigeformate produziert. Bevor Sie also formatieren oder konvertieren, lohnt sich ein Blick auf die Rohausgabe: Lassen Sie den Flow einmal laufen und prüfen Sie im Verlauf, in welchem Format und in welcher Zeitzone der jeweilige Schritt den Wert tatsächlich liefert.
Die Funktion formatDateTime() nimmt zwei Parameter entgegen: den Zeitstempel und eine Formatzeichenfolge. Bei manueller Eingabe muss der Zeitstempel dem ISO-8601-Format folgen, dynamischer Inhalt aus vorherigen Schritten funktioniert ohne zusätzliche Anführungszeichen. Für die Formatzeichenfolge gibt es zwei Varianten:
g für das allgemeine Kurzformat oder D für das ausgeschriebene Langdatum. Sie orientieren sich an der Locale des Flows, meist Englisch (USA), und liefern deshalb häufig ein Format wie „6/15/2009 1:45 PM".formatDateTime(utcNow(), 'dd.MM.yyyy HH:mm')
Dieser Ausdruck liefert zum Beispiel „20.07.2026 09:30" statt der amerikanischen Schreibweise. Für ein reines Datum ohne Uhrzeit genügt formatDateTime(utcNow(), 'dd.MM.yyyy').
Ein korrektes Format allein reicht nicht, wenn die zugrunde liegende Uhrzeit noch in UTC vorliegt. Dafür stellt Power Automate laut der Anleitung zum Konvertieren einer Zeitzone sowohl eine grafische Aktion namens „Zeitzone konvertieren" als auch die Ausdrucksfunktion convertTimeZone bereit. Die Funktion erwartet vier Parameter: den Zeitstempel, die Ausgangszeitzone, die Zielzeitzone und optional eine Formatzeichenfolge.
Wichtig dabei: Power Automate nutzt für die Zeitzonennamen die Bezeichnungen von Windows, nicht die in anderen Systemen üblichen IANA-Namen wie „Europe/Berlin". Für Deutschland, Österreich und weite Teile der Schweiz lautet der korrekte Wert W. Europe Standard Time. Kombiniert mit formatDateTime ergibt sich der vollständige Ausdruck, um die aktuelle Zeit in deutscher Ortszeit und deutschem Format auszugeben:
formatDateTime(convertTimeZone(utcNow(), 'UTC', 'W. Europe Standard Time'), 'dd.MM.yyyy HH:mm')
Ein Vorteil der Windows-Zeitzonennamen: W. Europe Standard Time kennt den automatischen Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit. Sie müssen also nicht selbst prüfen, ob gerade UTC+1 oder UTC+2 gilt, die Umrechnung passt sich automatisch an das Datum an. Wenn Sie einen Zeitstempel stattdessen direkt nach oder von UTC umrechnen möchten, ohne eine zweite Zeitzone anzugeben, bieten sich die verwandten Funktionen convertToUtc und convertFromUtc an, die im selben Referenzhandbuch beschrieben sind.
Wer sich die Syntax nicht merken möchte, kann alternativ auf das Feature Daten nach Beispielen formatieren zurückgreifen. Im Ausdrucks-Menü eines beliebigen Textfelds wählen Sie dazu den entsprechenden Menüpunkt, geben ein Beispiel des ursprünglichen Werts sowie ein Beispiel des gewünschten Zielformats an, und Power Automate schlägt automatisch den passenden Ausdruck vor. Das Feature eignet sich besonders für einmalige Formatierungen, bei denen sich der Aufwand für einen manuell geschriebenen Ausdruck nicht lohnt. Für Arrays oder verschachtelte Strukturen funktioniert es allerdings nicht, hier bleibt formatDateTime die zuverlässigere Wahl.
Ein typisches Szenario: Eine SharePoint-Liste liefert ein Startdatum im UTC-Format, und der Flow soll per E-Mail eine gut lesbare deutsche Terminangabe verschicken. Im Textfeld der E-Mail-Aktion schreiben Sie dazu einfach „Der Termin findet am" als normalen Text, fügen an der gewünschten Stelle den folgenden Ausdruck als dynamischen Inhalt ein und ergänzen danach das Wort „Uhr":
formatDateTime(convertTimeZone(triggerBody()?['Startzeit'], 'UTC', 'W. Europe Standard Time'), 'dd.MM.yyyy HH:mm')
So kombinieren Sie beide Funktionen zu einem einzigen Ausdruck: convertTimeZone rechnet zuerst die Ortszeit um, formatDateTime bringt sie anschließend in das gewünschte deutsche Format. Wer solche Ausdrücke regelmäßig in mehreren Flows braucht, lagert die Formatlogik am besten in eine wiederverwendbare Kindflow-Aktion aus, damit sie nur an einer Stelle gepflegt werden muss.
Wenn Ihre Flows regelmäßig mit Zeitzonen, Formaten oder anderen Stolperfallen zu kämpfen haben, unterstützt Sie die Power-Automate-Beratung von NordFlux beim Aufbau robuster, wartbarer Automatisierungen. Sie behalten dabei die Kontrolle über jeden Ausdruck, weil die Logik nachvollziehbar dokumentiert bleibt statt in unzähligen Einzelflows zu verschwinden.
Die Standardformatzeichenfolgen von formatDateTime, etwa g oder D, orientieren sich an der Locale des Flows, die meist Englisch (USA) ist. Um das deutsche Format zu erzwingen, verwenden Sie statt der Standardformatzeichenfolge eine benutzerdefinierte Formatzeichenfolge wie dd.MM.yyyy HH:mm.
Power Automate nutzt die Windows-Zeitzonennamen und nicht die IANA-Bezeichnungen. Für Deutschland, Österreich und weite Teile der Schweiz lautet der korrekte Wert W. Europe Standard Time.
Nein. Die Zeitzone W. Europe Standard Time regelt den Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit automatisch anhand des jeweiligen Datums, eine manuelle Unterscheidung zwischen UTC+1 und UTC+2 ist nicht nötig.
Ein Zeitstempel, der mit „Z" endet, etwa 2026-07-20T09:30:00Z, liegt in der koordinierten Weltzeit UTC vor. Das „Z" steht für „Zulu-Zeit" und ist ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal, bevor Sie eine Zeitzonen-Umrechnung mit convertTimeZone durchführst.
Ja, über das Feature „Daten nach Beispielen formatieren" im Ausdrucks-Menü. Sie geben ein Beispiel des Ausgangswerts und ein Beispiel des gewünschten Ergebnisses an, Power Automate schlägt dann automatisch den passenden formatDateTime-Ausdruck vor.
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
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Die 15 wichtigsten Power-Automate-Expression-Funktionen wie concat, formatDateTime und coalesce an deutschen Praxisbeispielen.
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