Power Automate: Run-Verlauf lesen und Fehler finden
So liest du den Ausführungsverlauf in Power Automate richtig und findest die Ursache einer fehlgeschlagenen Ausführung.
Ein Flow läuft nicht wie erwartet, aber woran das genau liegt, ist auf den ersten Blick selten klar. Power Automate protokolliert jede einzelne Ausführung im Ausführungsverlauf, inklusive Startzeit, Dauer, Status und, im Fehlerfall, dem exakten Schritt, an dem es gehakt hat. Wer weiß, wo diese Angaben liegen und wie man sie liest, findet die Ursache meist in wenigen Minuten statt nach langem Herumprobieren.
Dieser Artikel zeigt, wo du den Ausführungsverlauf in Power Automate öffnest, wie du eine fehlgeschlagene Ausführung Schritt für Schritt liest und welche Fehlercodes sowie Ausdrucksfehler in der Praxis am häufigsten auftauchen. So behältst du die Kontrolle über deine Flows, auch wenn mal etwas schiefgeht.
Wo du den Ausführungsverlauf findest
Melde dich unter make.powerautomate.com an und wähle links Meine Flows. In der Zeile des betroffenen Flows öffnest du entweder direkt den Flow oder über das Menü mit den drei Punkten die Details-Seite. Dort findest du den Abschnitt Ausführungsverlauf (in älteren Oberflächen auch als 28-Tage-Ausführungsverlauf bezeichnet), der jede Ausführung als eigene Zeile mit Startzeitpunkt, Dauer und Status auflistet. Ein grüner Haken steht für Erfolg, ein rotes Ausrufezeichen für einen Fehler.
Wichtig zu wissen: Power Automate speichert Ausführungsdaten standardmäßig nur 28 Tage lang. Läuft dein Flow selten oder soll der Verlauf länger nachvollziehbar bleiben, lohnt sich ein Blick auf die Details dazu, weil ältere Ausführungen sonst einfach nicht mehr auffindbar sind. Details dazu, einschließlich der Möglichkeit, den Ausführungsverlauf über Dataverse länger aufzubewahren, beschreibt Microsoft im Artikel Fehlender Ausführungs- oder Triggerverlauf für einen Flow.
Eine fehlgeschlagene Ausführung Schritt für Schritt lesen
Klicke in der Liste auf das Startdatum der fehlgeschlagenen Ausführung, um zur Detailansicht zu gelangen. Dort erscheint der komplette Flow als Kette von Aktionen, und mindestens ein Schritt ist mit einem roten Ausrufezeichen markiert. Das ist die eigentliche Fehlerstelle, alle Aktionen davor liefen erfolgreich durch.
- Öffne den markierten Schritt per Klick, damit er sich ausklappt.
- Im rechten Bereich siehst du unter Details den Statuscode und die konkrete Fehlermeldung des Connectors.
- Prüfe zusätzlich die Reiter Eingaben und Ausgaben der vorherigen Schritte, denn oft steckt die eigentliche Ursache nicht im fehlgeschlagenen Schritt selbst, sondern in einem falschen oder leeren Wert, der von weiter oben durchgereicht wurde.
- Wenn der Fehler in einem Scope-Block auftritt, kann es sein, dass mehrere nachfolgende Aktionen als "übersprungen" markiert sind. Das ist normal, denn ein fehlgeschlagener Scope bricht alle darin verschachtelten, abhängigen Aktionen ab.
Für alle, die lieber strukturiert vorgehen als frei zu klicken, hat Microsoft eine Art Entscheidungsbaum veröffentlicht: Je nachdem, ob der Flow gar nicht speichert, nicht auslöst, eine Aktion fehlschlägt oder einfach ein falsches Ergebnis liefert, führt der Artikel Fehlerbehebung bei Cloudflow-Fehlern zum jeweils passenden Abschnitt mit konkreten Prüfschritten.
Die wichtigsten Fehlercodes auf einen Blick
Die meisten Fehler in einer fehlgeschlagenen Aktion lassen sich anhand des Statuscodes grob einordnen, bevor du überhaupt die Fehlermeldung im Detail liest.
| Code | Bedeutung | Erste Prüfung |
| --- | --- | --- |
| 401 | Authentifizierung fehlgeschlagen | Verbindung unter Verbindungen erneut authentifizieren |
| 403 | Zugriff verweigert | Berechtigungen auf die Zielressource prüfen, danach DLP-Richtlinien mit dem Admin klären |
| 404 | Ressource nicht gefunden | SharePoint-Liste, Datei, Postfach oder Endpunkt wurde umbenannt, verschoben oder gelöscht |
| 429 | Zu viele Anfragen (Rate-Limit) | Verzögerung einbauen oder Wiederholung mit Backoff in den Aktionseinstellungen aktivieren |
| 500 / 502 | Serverfehler beim Zieldienst | In der Regel vorübergehend, Ausführung über Erneut übermitteln wiederholen |
Codes im 400er-Bereich weisen fast immer auf ein Problem mit der eigenen Konfiguration hin, während 500er-Codes eher ein temporäres Problem beim aufgerufenen Dienst anzeigen und sich häufig durch ein einfaches Wiederholen der Ausführung lösen lassen.
Ausdrucksfehler erkennen und einordnen
Zwei Fehlermeldungen tauchen im Run-Verlauf besonders oft auf: "Invalid template" beziehungsweise "Unable to process template language expressions" sowie "ExpressionEvaluationFailed". Beide bedeuten, dass ein Ausdruck syntaktisch fehlerhaft ist oder sich zur Laufzeit auf einen Wert bezieht, der gar nicht existiert. Typische Ursachen dafür sind:
- Ein Verweis auf dynamischen Inhalt aus einem Schritt, der wegen einer nicht erfüllten Bedingung gar nicht ausgeführt wurde.
- Ein falscher Datentyp, etwa eine Zeichenfolge an einer Stelle, an der eine Zahl erwartet wird.
- Ein leerer oder Null-Wert, der ohne Absicherung weiterverarbeitet wird. Eine `coalesce()`-Funktion oder eine vorgeschaltete `if(empty(...))`-Prüfung fängt das ab.
Meldet der Verlauf stattdessen "ActionFailed. An action failed. No dependent actions succeeded.", ist meist ein übergeordneter Scope-Block der eigentliche Auslöser. Statt jede der als fehlgeschlagen markierten Folgeaktionen einzeln zu untersuchen, lohnt es sich, gezielt nach der ersten fehlgeschlagenen Aktion innerhalb des Scopes zu suchen, denn dort liegt die eigentliche Ursache.
Wenn der Flow durchläuft, aber das Ergebnis falsch ist
Nicht jeder Fehler zeigt sich als rotes Ausrufezeichen. Manchmal läuft der Flow komplett grün durch, aber am Ende steht das falsche Ergebnis, etwa ein nicht versendetes Genehmigungsmail oder ein falsch befülltes Feld. In diesem Fall hilft der klassische Blick auf rote Fehler nicht weiter, stattdessen musst du jede Aktion einzeln durchgehen und Eingaben mit Ausgaben vergleichen.
- Prüfe bei Bedingungen die tatsächlich verglichenen Werte. Häufige Fallen sind führende Leerzeichen, Groß- und Kleinschreibung ("Genehmigt" versus "genehmigt") oder ein Zahlenwert, der als Zeichenkette ankommt.
- Bei einer Für jeden Wert-Schleife lohnt sich ein Blick auf die Eingabe, die die Schleife durchläuft. Enthält das Array mehr oder weniger Einträge als erwartet, liegt das Problem meist schon im vorgeschalteten Abrufschritt.
- Aktualisiert der Flow einen Datensatz und liest ihn direkt danach wieder aus, kann eine kurze Verzögerung von wenigen Sekunden zwischen Schreiben und Lesen notwendig sein, damit keine veralteten Daten zurückkommen.
- Zum gezielten Debuggen helfen eingefügte Compose-Aktionen an wichtigen Stellen des Flows. Sie geben genau den Wert aus, den du prüfen willst, und lassen sich im Ausführungsverlauf nachträglich einsehen, ohne den eigentlichen Flow zu verändern.
Diese und weitere Szenarien, inklusive konkreter Beispiele zu Authentifizierungsfehlern und zur Copilot-gestützten Problembehandlung im neuen Designer, beschreibt Microsoft ausführlich im Artikel Problembehandlung bei einem Cloud-Flow.
Wann sich der Blick in die Community lohnt
Nicht jede Fehlermeldung ist eindeutig, gerade bei ungewöhnlichen Kombinationen aus Connector und Datenquelle. In solchen Fällen ist es meist schneller, den exakten Fehlertext zu kopieren und in den Power-Automate-Community-Foren auf powerusers.microsoft.com danach zu suchen, statt jede mögliche Ursache selbst durchzuprobieren. Häufig hat schon jemand anderes genau dieselbe Fehlermeldung gepostet und eine funktionierende Lösung dazu gefunden.
Wer den Run-Verlauf regelmäßig durchgeht, entwickelt schnell ein Gespür dafür, welche Fehler harmlos und welche strukturell sind. Wer dabei lieber auf einen erfahrenen Blick von außen setzt oder einen Flow von Anfang an robust aufgesetzt haben möchte, findet in der Power-Automate-Beratung von NordFlux einen Ansprechpartner mit Festpreis statt Stundenzetteln.
Häufige Fragen
Wie lange bleibt ein fehlgeschlagener Run im Ausführungsverlauf sichtbar?
Standardmäßig 28 Tage. Danach verschwindet die Ausführung aus dem normalen Run-Verlauf, auch wenn der Flow selbst weiter existiert. Wer eine längere Nachvollziehbarkeit braucht, kann den Ausführungsverlauf über die Dataverse-Anbindung aufbewahren oder die Fehlerdetails manuell dokumentieren, bevor sie gelöscht werden.
Warum sind mehrere Schritte nach dem eigentlichen Fehler als übersprungen markiert?
Das passiert typischerweise, wenn der Fehler innerhalb eines Scope-Blocks auftritt. Schlägt eine Aktion darin fehl, werden alle davon abhängigen, nachgeschalteten Aktionen im selben Block automatisch abgebrochen und als übersprungen angezeigt. Die eigentliche Ursache steckt fast immer in der ersten fehlgeschlagenen Aktion innerhalb des Scopes.
Was bedeutet ein Fehlercode 429 im Run-Verlauf?
Ein 429er zeigt an, dass der aufgerufene Dienst zu viele Anfragen in zu kurzer Zeit erhalten hat und die Anfrage deshalb ablehnt. Abhilfe schafft meist eine kurze Verzögerung vor dem betroffenen Schritt oder eine aktivierte Wiederholungslogik mit Backoff in den Aktionseinstellungen.
Der Flow läuft grün durch, aber es passiert nichts Sichtbares. Woran liegt das?
Dann handelt es sich meist nicht um einen technischen Fehler, sondern um ein Logikproblem, etwa eine Bedingung, die anders auswertet als gedacht, oder eine Schleife, die auf ein leeres Array trifft. Hier hilft es, jede Aktion im Verlauf einzeln zu öffnen und die tatsächlichen Eingaben und Ausgaben mit den Erwartungen abzugleichen.
Muss ich für jede fehlgeschlagene Ausführung den ganzen Flow neu starten?
Nein. In der Detailansicht einer fehlgeschlagenen Ausführung steht die Option Erneut übermitteln zur Verfügung. Sie wiederholt die Ausführung mit denselben Eingabedaten, sobald du die zugrunde liegende Ursache behoben hast, zum Beispiel eine Verbindung neu authentifiziert oder eine fehlerhafte Aktion korrigiert hast.
NordFlux UG (haftungsbeschränkt)
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