Parse JSON für Nicht-Programmierer
Wie die Parse-JSON-Aktion in Power Automate funktioniert und wie du in wenigen Klicks ein Schema aus einer Beispiel-Payload generierst.
Die Parse-JSON-Aktion gehört zu den Datenvorgängen in Power Automate und macht aus einer JSON-Antwort, die als unstrukturierter Text ankommt, benutzerfreundliche Felder, die du per Klick in nachfolgenden Schritten auswählen kannst. Ohne diese Aktion musst du Werte mit Ausdrücken wie `body('HTTP')?['data']?['name']` selbst herausgreifen, was für Nicht-Programmierer schnell unübersichtlich wird. Mit Parse JSON übernimmt Power Automate diese Arbeit für dich und zeigt jedes Feld als eigenen dynamischen Inhalt an.
Der Trick dabei heißt Schema-Generierung aus einer Beispiel-Payload: Du musst kein JSON-Schema von Hand schreiben, sondern fügst ein Beispiel der erwarteten Daten ein, und Power Automate baut daraus automatisch die passende Struktur. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie das funktioniert, worauf du achten solltest und welche Fehler am häufigsten auftreten. Stand: Juli 2026.
Was macht die Parse-JSON-Aktion genau?
Die Parse-JSON-Aktion ist laut offizieller Dokumentation einer von mehreren Datenvorgängen in Power Automate, mit denen du Daten in deinem Cloud-Flow bearbeiten kannst, ohne komplizierte Ausdrücke oder Schleifen zu schreiben (Power Automate-Doku: Mit Datenvorgängen arbeiten). Sie nimmt einen JSON-Inhalt, etwa die Antwort einer HTTP-Anfrage, eines Formulars oder eines anderen Connectors, und wandelt ihn anhand eines hinterlegten Schemas in einzelne, benannte Felder um.
- Inhalt: Das Feld, in das du die JSON-Daten einfügst, die geparst werden sollen, meist als dynamischer Inhalt aus einem vorherigen Schritt.
- Schema: Die Struktur, die beschreibt, welche Felder im JSON stecken und welchen Datentyp sie haben, etwa Text, Zahl oder Wahrheitswert.
- Ausgabe: Für jedes Feld im Schema erscheint danach ein eigener Eintrag in der Liste der dynamischen Inhalte, den du in späteren Aktionen einfach anklicken kannst.
Für dich als Nicht-Programmierer ist vor allem wichtig: Sobald das Schema einmal steht, musst du dich um die eigentliche Analyse der JSON-Struktur nicht mehr kümmern. Power Automate erledigt das im Hintergrund.
Wie generierst du das Schema aus einer Beispiel-Payload?
Du musst kein JSON-Schema selbst formulieren. Stattdessen fügst du ein Beispiel deiner Daten ein, und Power Automate leitet daraus automatisch das passende Schema ab. Die offizielle Dokumentation beschreibt genau diesen Ablauf am Beispiel eines Datei-Uploads aus einem Formular (Power Automate-Doku: Allgemeine Methoden zur Verwendung eines Formulars in einem Flow):
- Führe deinen Flow einmal testweise aus, damit ein echter Beispielwert im Ausführungsverlauf entsteht.
- Öffne den Testlauf und kopiere die Ausgabe des Schritts, dessen JSON du später parsen willst.
- Füge die Aktion JSON parsen hinzu und wähle im Feld Inhalt den dynamischen Inhalt aus, der geparst werden soll.
- Wähle Aus Beispiel generieren, füge die kopierte JSON-Ausgabe in das Feld ein und bestätige mit Fertig.
Danach zeigt die Aktion ein vollständiges Schema mit allen erkannten Feldern und Datentypen, und du erhältst sofort neue dynamische Inhalte für die nächsten Schritte in deinem Flow. Praktisch ist außerdem, dass du dasselbe Vorgehen auch ohne echten Testlauf nutzen kannst: Ein selbst getipptes JSON-Beispiel reicht ebenfalls, solange die Struktur der echten Daten entspricht.
Wie arbeitest du danach mit den geparsten Werten?
Sobald das Schema steht, tauchen die geparsten Felder in jeder nachfolgenden Aktion unter dem Namen deiner Parse-JSON-Aktion auf. Du klickst einfach auf das gewünschte Feld, etwa Body E-Mail oder Body Betrag, und Power Automate fügt automatisch den passenden Ausdruck ein.
- Für einfache, flache JSON-Strukturen reicht meist ein Klick auf das Feld in der Liste der dynamischen Inhalte.
- Bei Arrays, also Listen von Objekten, brauchst du zusätzlich eine Auf jeden anwenden-Schleife, um jedes einzelne Element zu verarbeiten.
- Willst du selbst einen Ausdruck schreiben, hilft die sichere Navigation mit einem Fragezeichen, etwa `body('Parse_JSON')?['data']?['name']`, damit der Flow bei fehlenden Feldern nicht mit einem Fehler abbricht (Power Automate-Doku: Ausdrucks-Kochbuch für Cloudflüsse).
Du behältst dabei jederzeit die Kontrolle über das Schema: Ändert sich die Struktur der eingehenden Daten, öffnest du die Aktion erneut, wählst noch einmal Aus Beispiel generieren und aktualisierst das Schema mit einer neuen Beispiel-Payload.
Welche Fehler tauchen bei Parse JSON am häufigsten auf?
Die meisten Probleme entstehen nicht durch die Aktion selbst, sondern durch ein Schema, das nicht mehr zur tatsächlichen Antwort passt.
- Feld fehlt in der Antwort: Enthält ein einzelner Datensatz ein Feld aus dem Schema nicht, meldet Power Automate häufig einen Fehler, statt das Feld einfach leer zu lassen. Prüfe in diesem Fall, ob im Schema Felder als optional markiert werden können, oder fange den Fall mit einer Bedingung ab.
- Doppeltes Parsen: Wird eine Ausgabe, die bereits als strukturiertes Objekt vorliegt, zusätzlich noch einmal mit der `json()`-Funktion umschlossen, entsteht ein Fehler, denn die meisten Connector-Aktionen liefern JSON bereits geparst zurück.
- Zahlen versus Text: Wenn ein Beispielwert im Testlauf zufällig eine ganze Zahl war, generiert Power Automate manchmal den Typ Ganzzahl, obwohl in Wirklichkeit auch Kommazahlen vorkommen können. Kontrolliere das generierte Schema deshalb immer kurz von Hand, bevor du es produktiv nutzt.
Wer regelmäßig externe Systeme über JSON anbindet, Formulardaten verarbeitet oder mehrere Connectoren miteinander verknüpft, profitiert davon, den Aufbau solcher Flows von Anfang an sauber zu planen. Genau dabei unterstützt die Power-Automate-Beratung von NordFlux mittelständische Unternehmen, von der ersten Automatisierung bis zur stabilen Übergabe an dein Team.
Häufige Fragen
Muss ich JSON-Grundlagen kennen, um Parse JSON zu nutzen?
Nein. Die Aktion ist genau dafür gedacht, dass du keine JSON-Syntax lesen oder schreiben musst. Du fügst eine Beispiel-Payload ein, lässt das Schema generieren und arbeitest danach nur noch mit benannten Feldern in der Liste der dynamischen Inhalte.
Woher bekomme ich eine Beispiel-Payload, wenn ich noch keinen Testlauf habe?
Am zuverlässigsten ist ein echter Testlauf deines Flows, dessen Ausgabe du kopierst. Hast du noch keinen Lauf, reicht auch ein manuell eingegebenes JSON-Beispiel, solange die Feldnamen und die grobe Struktur den späteren echten Daten entsprechen.
Was passiert, wenn sich die JSON-Struktur später ändert?
Dann meldet die Parse-JSON-Aktion häufig einen Fehler, weil ein erwartetes Feld fehlt oder ein neuer Datentyp auftaucht. Öffne die Aktion, wähle erneut Aus Beispiel generieren und füge eine aktuelle Beispiel-Payload ein, um das Schema zu aktualisieren.
Kann ich das Schema auch ohne die Schaltfläche Aus Beispiel generieren bearbeiten?
Ja. Das Schema liegt im Hintergrund als reguläres JSON-Schema vor und lässt sich direkt im Schema-Feld der Aktion von Hand anpassen, etwa um ein Feld als optional zu markieren. Für den Einstieg ist die automatische Generierung aus einer Beispiel-Payload aber deutlich schneller und weniger fehleranfällig.
Funktioniert Parse JSON auch mit verschachtelten Objekten oder Arrays?
Ja, die Aktion erkennt auch verschachtelte Objekte und Arrays innerhalb der Beispiel-Payload und bildet sie im generierten Schema entsprechend ab. Für die Verarbeitung von Array-Elementen brauchst du danach zusätzlich eine Auf-jeden-anwenden-Schleife in deinem Flow.
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