Flows sichern: Backup-Strategie per Lösungsexport in Power Automate

Wie Du Power-Automate-Flows über Lösungsexport zuverlässig sicherst und wiederherstellst, laut Microsoft-Dokumentation.

Ein Flow, der über Monate gewachsen ist, mehrere Verbindungen nutzt und in mehreren Abteilungen produktiv läuft, ist schnell verloren, wenn eine Umgebung gelöscht, ein Lizenzstatus geändert oder ein Flow versehentlich überschrieben wird. Power Automate bietet dafür keinen klassischen „Sichern"-Knopf, wie man ihn aus klassischer Backup-Software kennt. Stattdessen läuft jede belastbare Sicherung über denselben Mechanismus, der auch für die Verschiebung von Flows zwischen Umgebungen gedacht ist: den Export einer Lösung.

Dieser Beitrag zeigt anhand der offiziellen Microsoft-Dokumentation, wie Du Flows über Lösungen exportierst, welchen Unterschied verwaltete und nicht verwaltete Lösungen dabei machen und wie Du daraus eine wiederholbare Backup-Routine baust. So behältst Du die Kontrolle darüber, ob Deine Automatisierungen im Ernstfall wiederherstellbar sind, statt es erst beim Datenverlust herauszufinden. Stand: Juli 2026.

Warum Power Automate kein eingebautes Backup kennt

Ein einzelner Flow lässt sich im Alltag ohne jede Exportroutine erstellen, bearbeiten und ausführen, ganz ohne dass Du Dich um eine Lösung kümmern musst. Genau das wird im Ernstfall zum Problem: Ohne Lösung existiert ein Flow nur als einzelnes Objekt in einer Umgebung, ohne versionierte Kopie an anderer Stelle. Laut der Microsoft-Dokumentation zum Exportieren von Lösungen ist genau das der Grund, warum eine nicht verwaltete Lösung angelegt werden sollte: „damit Sie für den Fall, dass etwas passiert, eine Sicherungskopie erstellen." Eine Sicherung ist also kein automatischer Hintergrundprozess, sondern ein bewusster Exportschritt, den Du regelmäßig selbst auslöst oder automatisierst.

Lösungen als Grundlage jeder Backup-Strategie

Bevor ein Backup funktioniert, muss der Flow überhaupt Teil einer Lösung sein. Die Dokumentation zu den Lösungskonzepten unterscheidet zwei Typen:

  • Nicht verwaltete Lösungen sind der Entwicklungszustand. Sie lassen sich beliebig bearbeiten und sowohl als nicht verwaltet als auch als verwaltet exportieren. Genau diese nicht verwaltete Version gilt als die eigentliche Quelle Deiner Power-Platform-Ressourcen und sollte in ein Versionsverwaltungssystem eingecheckt werden.
  • Verwaltete Lösungen sind fertige Build-Artefakte, die in Test- oder Produktivumgebungen importiert werden. Sie lassen sich nicht mehr direkt bearbeiten und, das ist für eine Backup-Strategie entscheidend, sie lassen sich auch nicht exportieren.

Für eine funktionierende Sicherung bedeutet das: Der Flow muss in einer nicht verwalteten Lösung liegen, denn nur von dort aus kannst Du überhaupt einen Export anstoßen. Ist ein Flow bislang nur Teil der Standardlösung, muss er zuerst einer eigenen, benannten Lösung hinzugefügt werden, bevor ein sinnvoller Export möglich ist.

Schritt für Schritt: Eine Lösung exportieren

Die Anleitung zum Exportieren einer Lösung beschreibt den Ablauf direkt in Power Automate:

  • Melde Dich bei Power Automate an und wähle in der linken Navigation Lösungen aus.
  • Wähle die nicht verwaltete Lösung aus, die den Flow enthält, und klicke auf Exportieren.
  • Im Bereich Bevor Sie exportieren solltest Du Alle Änderungen veröffentlichen aktivieren, denn beim Export einer nicht verwalteten Lösung werden ausschließlich veröffentlichte Komponenten mitgenommen. Optional lässt sich zusätzlich die Lösungsprüfung gegen Leistungs- und Stabilitätsprobleme laufen.
  • Vergib eine Versionsnummer und wähle als Exportieren als entweder Verwaltet oder Nicht verwaltet. Für eine reine Sicherungskopie ist der nicht verwaltete Export der richtige, da er später wieder bearbeitbar bleibt.
  • Nach dem Export steht eine ZIP-Datei zum Download bereit. Darin liegen die Flows im Ordner Workflows, jeweils als eigene JSON-Datei. Seit Februar 2022 wird dieses Format mehrzeilig ausgegeben, gerade damit es sich sauber in einer Versionsverwaltung wie Git nachverfolgen lässt.

Ein Hinweis aus derselben Anleitung lohnt sich vor jedem Export: Umgebungsvariablenwerte sollten vor dem Export entfernt werden, damit keine umgebungsspezifischen Werte, etwa Testserver-URLs, versehentlich in der Sicherung landen und beim Wiederherstellen in der falschen Umgebung auftauchen.

Einzelne Flows ohne Lösung sichern

Nicht jeder Flow ist bereits Teil einer Lösung. Für diesen Fall beschreibt die Dokumentation zum Export und Import von Nichtlösungs-Flows einen zweiten Weg: den klassischen Paketexport als ZIP-Datei über Meine Flows und den Menüpunkt Exportieren > Paket (.zip). Wichtig für die Praxis:

  • Nur der Besitzer oder Mitbesitzer eines Flows kann ihn auf diesem Weg exportieren.
  • Für den Import in eine andere Umgebung ist dort die Rolle Umgebungsersteller erforderlich.
  • Flow-Pakete lassen sich nicht mit Dataverse-Lösungspaketen mischen, die beiden Formate sind inkompatibel.

Microsoft weist an derselben Stelle ausdrücklich darauf hin, dass für echtes Application Lifecycle Management Dataverse und Lösungen der empfohlene Weg sind, der Paketexport also eher eine Übergangslösung für einzelne, nicht lösungsfähige Flows bleibt. Für eine belastbare Backup-Strategie über mehrere Flows hinweg führt kein Weg an Lösungen vorbei.

Rücksicherung: Eine Lösung importieren

Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellbarkeit. Die Dokumentation zum Importieren einer Lösung hält dazu einige Details fest, die im Ernstfall wichtig werden:

  • Eine Lösung lässt sich nicht in eine Umgebung importieren, in der dieselbe Lösung bereits existiert. Zum Testen einer Wiederherstellung brauchst Du also eine separate Umgebung.
  • Nach dem Import gehören alle enthaltenen Komponenten, also Flows, Verbindungsreferenzen und Apps, dem Benutzer, der den Import ausgeführt hat.
  • Waren die Flows beim Export eingeschaltet und erhalten alle Verbindungsreferenzen beim Import gültige Verbindungen, werden sie automatisch wieder aktiviert. Existiert ein Flow bereits im Zielsystem, bleibt sein aktueller Ein- oder Aus-Status dagegen unverändert.
  • Während des Imports werden alle Flows der Lösung kurzzeitig deaktiviert und wieder aktiviert. Wer diesen Effekt in produktiven Umgebungen minimieren will, arbeitet laut Dokumentation besser mit mehreren kleineren Lösungen statt einer einzigen großen.

Eine Backup-Routine, die im Alltag trägt

Aus den einzelnen Dokumentations-Bausteinen lässt sich eine praktikable Routine ableiten:

  • Gruppiere zusammengehörige Flows in klar benannten, nicht verwalteten Lösungen statt alles in der Standardlösung zu belassen.
  • Exportiere diese Lösungen regelmäßig, nicht nur vor größeren Änderungen, und lege die ZIP-Dateien versioniert in einem Repository ab.
  • Entferne Umgebungsvariablenwerte vor dem Export und dokumentiere stattdessen, welche Werte pro Zielumgebung gesetzt werden müssen.
  • Halte Lösungen eher klein und thematisch geschnitten, damit ein Restore nicht unnötig viele unbeteiligte Flows kurzzeitig lahmlegt.
  • Teste die Wiederherstellung mindestens einmal in einer separaten Umgebung, bevor Du Dich im Ernstfall darauf verlässt.

Für viele KMU ist genau dieser letzte Punkt die größte Lücke: Es existiert zwar irgendeine ZIP-Datei, aber niemand hat je geprüft, ob der Import tatsächlich funktioniert. Bei NordFlux bauen wir diese Backup- und Exportroutine im Rahmen der Power-Automate-Beratung direkt mit ein, inklusive Versionsverwaltung und eines dokumentierten Restore-Tests, damit ein Flow-Verlust kein Notfall bleibt, sondern ein Vorgang von wenigen Minuten wird.

Häufige Fragen

Reicht es, Flows manuell zu duplizieren, statt eine Lösung zu exportieren?

Nein, ein dupliziertes Flow-Objekt bleibt an dieselbe Umgebung gebunden und ist keine externe Sicherungskopie. Nur der Export einer Lösung erzeugt eine ZIP-Datei außerhalb der Umgebung, die sich versionieren, archivieren und in eine andere Umgebung importieren lässt.

Kann ich eine verwaltete Lösung als Backup exportieren?

Nein. Laut Dokumentation lassen sich verwaltete Lösungen grundsätzlich nicht exportieren. Für Backups brauchst Du immer die zugrunde liegende nicht verwaltete Lösung, aus der die verwaltete Version ursprünglich erzeugt wurde.

Was passiert mit Verbindungen, wenn ich eine Lösung in eine neue Umgebung importiere?

Verbindungsreferenzen werden mitimportiert, aber die eigentlichen Verbindungen müssen im Zielsystem entweder neu erstellt oder mit dem importierenden Benutzer geteilt werden. Ohne gültige Verbindung bleibt ein importierter Flow zwar sichtbar, lässt sich aber nicht automatisch aktivieren.

Wie oft sollte ich Flows über Lösungen sichern?

Die Dokumentation nennt keine feste Frequenz, empfiehlt aber ausdrücklich einen regelmäßigen, wiederholten Export. In der Praxis hat sich ein Rhythmus bewährt, der sich an Änderungshäufigkeit orientiert: nach jeder inhaltlichen Änderung an einem Flow sowie zusätzlich in einem festen Intervall, etwa wöchentlich, als Sicherheitsnetz.

Muss ich für jeden Flow eine eigene Lösung anlegen?

Nein, das wäre unnötig kleinteilig. Sinnvoller ist es, thematisch oder prozessual zusammengehörige Flows in einer gemeinsamen Lösung zu bündeln. Wichtig ist nur, die Lösung nicht so groß werden zu lassen, dass ein einzelner Restore-Vorgang sämtliche Flows der Organisation gleichzeitig kurz deaktiviert.

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Backup/Export von Flows in Power Automate