Offboarding-Checkliste Power Platform
Flows, Power Apps und Verbindungen beim Mitarbeiteraustritt sauber übertragen: die Power-Platform-Checkliste für vorher und nachher.
Power Automate oder Power Apps? So entscheiden Sie anhand offizieller Microsoft-Kriterien, ob Ihr Prozess einen Flow oder eine App braucht.
Die Frage kommt fast in jedem Power-Platform-Projekt an einem bestimmten Punkt auf: Bauen Sie für diesen Prozess einen Flow, oder bauen Sie eine App? Beide Werkzeuge stammen aus derselben Power-Platform-Familie, greifen auf dieselben Connectors zu und lassen sich sogar kombinieren, trotzdem lösen sie grundverschiedene Probleme. Wer die Entscheidung falsch trifft, baut entweder eine App für etwas, das komplett im Hintergrund laufen sollte, oder versucht, eine echte Benutzeroberfläche mühsam über E-Mail-Benachrichtigungen und Genehmigungsschritte in einem Flow nachzubilden.
Microsoft selbst liefert in der offiziellen Dokumentation eine klare Leitlinie dazu, wann welches Werkzeug den Ausschlag geben sollte. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Kriterien zusammen und übersetzt sie in eine praktische Entscheidungshilfe. Sie behalten damit die Kontrolle darüber, ob ein Prozess eine Oberfläche braucht oder ob er ganz automatisiert im Hintergrund laufen kann, statt aus Gewohnheit immer zum selben Werkzeug zu greifen.
Power Automate ist laut der offiziellen Übersicht "Was ist Power Automate?" ein Automatisierungsdienst, mit dem Sie Workflows per Drag-and-drop aufbauen, die sich automatisch, sofort oder nach Zeitplan auslösen lassen. Power Automate kümmert sich um das, was zwischen Systemen passiert: Daten von A nach B verschieben, Genehmigungen einholen, Benachrichtigungen versenden, Datensätze in mehreren Diensten gleichzeitig aktualisieren.
Power Apps dagegen ist laut der offiziellen Übersicht "Was ist Power Apps?" eine schnelle Entwicklungsumgebung für benutzerdefinierte Geschäfts-Apps, die eine Verbindung zu Daten in Microsoft Dataverse oder vielen anderen Online- und lokalen Datenquellen herstellen. Power Apps kümmert sich also um das, was Menschen sehen und bedienen: Formulare ausfüllen, Datensätze durchsuchen, Entscheidungen treffen, Informationen auf einem Bildschirm überblicken.
Diese Grundunterscheidung klingt banal, ist in der Praxis aber der zuverlässigste erste Filter: Braucht Ihr Prozess eine Bildschirmoberfläche, an der Menschen aktiv arbeiten? Dann führt an Power Apps kein Weg vorbei. Läuft der Prozess dagegen komplett ohne direkte Bedienung im Hintergrund ab? Dann ist ein Flow die richtige Wahl.
Die Microsoft-Dokumentation zur Integration von Cloud-Flows in Power Apps nennt drei Eigenschaften, die Power Automate besonders stark machen, und die sich gut als Entscheidungskriterien nutzen lassen:
Konkret bedeutet das: Ein Flow passt gut, wenn eine neue Zeile in einer SharePoint-Liste automatisch eine Genehmigungskette anstößt, wenn täglich Daten aus einem CRM in ein Reporting-System übertragen werden sollen, oder wenn beim Eingang einer E-Mail automatisch ein Datensatz in Dataverse angelegt wird. Laut der Anleitung zur Wahl der Automatisierungsmethode unterscheiden Sie dabei zusätzlich zwischen automatisierten Triggern, die selbstständig auf ein Ereignis reagieren, sofortigen beziehungsweise manuellen Triggern, die per Knopfdruck gestartet werden, und geplanten Triggern, die zu festen Zeiten laufen. Diese drei Triggerarten decken zusammen fast jedes Automatisierungsszenario ohne Benutzeroberfläche ab.
Eine App wird immer dann zur besseren Option, wenn Menschen aktiv mit Daten arbeiten müssen, statt nur eine Benachrichtigung zu erhalten. Typische Signale dafür sind:
Wenn diese App an Dataverse angebunden ist, können Sie zwischen einer Canvas-App, bei der Sie volle gestalterische Kontrolle über jedes Element haben, und einer modellgesteuerten App wählen, deren Oberfläche sich weitgehend automatisch aus dem Datenmodell ergibt und die von Haus aus responsiv und barrierefrei ist. Für datendichte, prozessgetriebene Anwendungen mit klar strukturierten Tabellen ist eine modellgesteuerte App oft die schnellere Bauweise, für individuell gestaltete Oberflächen mit vielen unterschiedlichen Datenquellen ist eine Canvas-App die flexiblere Wahl.
In der Praxis schließen sich Flow und App selten aus. Genau dieses Zusammenspiel beschreibt die Microsoft-Dokumentation unter dem Punkt "Komplexe Abläufe und Mehrfachkonnektor": Eine Power App kann einen Flow anstoßen und danach sofort weiterarbeiten, ohne auf dessen Antwort zu warten, weil der Flow asynchron im Hintergrund läuft. Die App bleibt für die Nutzenden reaktionsschnell, während im Hintergrund die eigentliche, oft mehrstufige Automatisierung passiert.
Ein typisches Muster: Ein Mitarbeitender füllt in einer Power App einen Spesenantrag aus. Beim Absenden legt die App eine neue Zeile in Dataverse an, ein Flow reagiert automatisch auf diese neue Zeile, holt Genehmigungen von mehreren Vorgesetzten ein, aktualisiert ein Buchhaltungssystem und verschickt am Ende eine Bestätigung. Die App liefert die Oberfläche, der Flow liefert die Logik dahinter. Wer diese Kombination von Anfang an sauber plant, statt nachträglich Automatisierung an eine bestehende App anzuflicken, spart sich später aufwendige Umbauten.
Bevor Sie mit dem Bauen anfangen, lohnen sich vier kurze Fragen:
Überwiegen die ersten drei Punkte, zeigt das klar in Richtung Flow. Überwiegt der letzte Punkt, brauchen Sie eine Power App, im Zweifel ergänzt um genau einen Flow für die Automatisierung im Hintergrund. Wer bei mehreren geplanten Flows und Apps unsicher ist, wo die Grenze verläuft, profitiert oft von einer kurzen Power-Automate-Beratung, in der Prozess für Prozess durchgegangen wird, was jeweils die schlankere Lösung ist.
Ja. Viele Canvas-Apps kommen ganz ohne Flow aus, insbesondere wenn Power Fx als primäre Logik genügt, etwa für einfache Formulare, Filter oder Berechnungen. Ein Flow wird laut Microsoft-Dokumentation vor allem dann relevant, wenn komplexe Sequenzen über mehrere Connectors hinweg nötig sind oder die App eine länger laufende Aufgabe asynchron auslagern soll.
Nein. Ein Cloud-Flow lässt sich vollständig ohne jede App betreiben, etwa als automatisierter Flow, der auf ein Ereignis in SharePoint oder Outlook reagiert, oder als geplanter Flow, der zu festen Zeiten läuft. Eine App wird erst dann notwendig, wenn Menschen aktiv mit den Daten arbeiten oder den Prozess manuell auslösen sollen.
Bei einer Canvas-App haben Sie volle gestalterische Kontrolle über jedes Element und jede Verbindung zu Datenquellen, dafür ist der Bauaufwand höher. Eine modellgesteuerte App entsteht dagegen aus Ihrem Datenmodell in Dataverse, generiert automatisch eine responsive, barrierefreie Oberfläche und lässt sich zwischen Umgebungen einfacher migrieren, bietet dafür weniger gestalterischen Freiraum.
Desktop-Flows kommen ins Spiel, wenn kein passender Connector existiert und stattdessen eine Desktop-Anwendung oder eine webbrowserbasierte Anwendung automatisiert werden muss, indem Tastatureingaben und Mausbewegungen nachgeahmt werden. Für alles, wofür bereits ein Connector verfügbar ist, bleibt ein Cloud-Flow die einfachere und robustere Lösung.
Für reine Automatisierungslogik ja, für Interaktion mit Menschen nein. Ein Flow kann Genehmigungen einholen und Benachrichtigungen versenden, bietet aber keine durchsuchbare, filterbare Oberfläche mit mehreren gleichzeitig sichtbaren Datensätzen. Sobald Nutzende mehr tun sollen als eine einzelne Aktion zu bestätigen oder abzulehnen, ist eine Power App die passendere Ergänzung.
Gründer von NordFlux. Sieben Jahre Erfahrung von Web und SEO bis zur Automatisierung im Konzern-Maßstab, heute pragmatisch für den Mittelstand und mit deutscher Datenhoheit.
Zertifizierungen
Flows, Power Apps und Verbindungen beim Mitarbeiteraustritt sauber übertragen: die Power-Platform-Checkliste für vorher und nachher.
Ein Flow allein reicht nicht immer, manchmal fehlt die Oberfläche, die Nutzer aktiv brauchen, und manchmal ist eine App für eine einfache Aufgabe überdimensioniert. NordFlux berät zur passenden Kombination aus Power Automate und Power Apps für Ihren konkreten Prozess. Im ersten Gespräch analysieren wir Ihren Anwendungsfall und zeigen, welches Werkzeug wirklich trägt.