Automatisierung · Aufmaß und Abrechnung

Das Aufmaß entsteht auf der Baustelle, nicht abends im Büro.

Aufmaß-Erfassung automatisieren heißt: Ihr Polier oder Monteur nimmt die Maße auf dem Tablet auf, direkt an der Position aus dem Leistungsverzeichnis, mit Massenansatz und Foto. Die Übermessungs- und Abrechnungsregeln der jeweiligen ATV aus der VOB/C hinterlegen wir einmal, danach rechnet das Aufmaßblatt selbst. Was Sie am Ende brauchen, eine prüfbare Schlussrechnung und bei Bedarf eine GAEB-Datei für den Auftraggeber, fällt aus denselben Daten heraus.

Das Problem

Die Leistung ist erbracht, aber die Massen stehen auf einem nassen Zettel.

Auf der Baustelle wird gemessen und auf einen Block geschrieben, im Büro tippt jemand die Zahlen in die Bausoftware und rechnet den Massenansatz per Taschenrechner nach. Zwischen Bauteil und Rechnung liegen dann drei Wochen, zwei Handschriften und niemand, der noch weiß, welche Öffnung übermessen wurde.

  • 01Aufmaßzettel gehen verloren, werden nass oder liegen bis zur Schlussrechnung im Fahrzeug.
  • 02Der Massenansatz steht nur als Ergebnis auf dem Blatt: Wie die Zahl zustande kam, weiß nur der Kollege, der gemessen hat, und der ist inzwischen auf der nächsten Baustelle.
  • 03Übermessungsregeln werden je nach Kollege unterschiedlich ausgelegt, dadurch rechnen zwei Leute dasselbe Bauteil verschieden ab.
  • 04Nachträge und Regieleistungen tauchen im Aufmaß gar nicht erst auf und werden schlicht vergessen, also nie bezahlt.
Anwendungsfälle
01

Was wir bei der Aufmaß-Erfassung konkret automatisieren.

Fünf Strecken, die wir in Bau- und Handwerksbetrieben immer wieder bauen. Ihr Leistungsverzeichnis, Ihre Bausoftware und Ihre Abrechnungslogik bleiben, nur der Zettel und das Abtippen entfallen.

01

Aufmaß am Bauteil auf dem Tablet, mit LV-Position

Der Kollege wählt auf dem Tablet die Position aus dem Leistungsverzeichnis und misst dagegen auf, statt frei auf einen Block zu schreiben. Ein Laser-Entfernungsmesser kann die Maße per Bluetooth direkt ins Feld schicken, damit sich beim Übertragen kein Zahlendreher einschleicht. Positionen ohne Aufmaß bleiben sichtbar offen, deshalb fällt am Bauende auf, was noch fehlt.

Ersparnis 3–6 h Nacherfassung pro Woche
02

Massenansatz nach den Abrechnungsregeln der VOB/C

Wir hinterlegen die Formel je Position einmal, sodass Länge mal Höhe, Abzüge und Übermessung nicht mehr im Kopf des Messenden liegen. Welche Öffnungen übermessen und welche abgezogen werden, steht im Abschnitt 5 der jeweils einschlägigen ATV und ist von Gewerk zu Gewerk verschieden. Genau diese Regel bauen wir in die Maske, damit zwei Kollegen dasselbe Bauteil gleich abrechnen.

Wirkung Gleiche Massenermittlung, unabhängig vom Kollegen
03

Fotodokumentation am Massenansatz statt in der Handy-Galerie

Jedes Foto hängt an der Position und am Massenansatz, zu dem es gehört, nicht in einem Ordner mit 400 unsortierten Bildern. Bei verdeckten Leistungen, also allem, was später zugeputzt, verfüllt oder verkleidet wird, ist das Bild vor dem Schließen oft der einzige Nachweis, den Sie je bekommen. Wenn der Auftraggeber sechs Monate später fragt, warum dort 14 Meter abgerechnet wurden, öffnen Sie das Blatt und sehen die Aufnahme.

Wirkung Nachweis am Massenansatz statt Erinnerung
04

Gemeinsames Aufmaß mit Bauleiter, digital gegengezeichnet

Die VOB/B sieht in § 14 Abs. 2 vor, dass die für die Abrechnung nötigen Feststellungen dem Baufortschritt entsprechend möglichst gemeinsam getroffen werden. Auf dem Tablet unterschreibt der Bauleiter das Aufmaßblatt direkt vor Ort, und beide Seiten haben dieselbe Fassung in der Hand. Ein gemeinsam gezeichnetes Aufmaß bei Baufortschritt kostet zehn Minuten, ein bestrittenes Aufmaß nach Fertigstellung kostet Wochen.

Wirkung Massen geklärt, solange das Bauteil sichtbar ist
05

Übergabe an Rechnungsstellung und GAEB-Rückgabe

Aus den aufgemessenen Mengen entstehen Abschlags- und Schlussrechnung ohne zweite Eingabe, inklusive der Mengenberechnungen, die eine prüfbare Rechnung nach VOB/B braucht. Verlangt der Auftraggeber die Massen elektronisch, geben wir sie im GAEB-Datenaustausch zurück, je nach Vorgabe als GAEB DA XML oder im älteren DA-90-Format. Öffentliche Auftraggeber fordern häufig zusätzlich die Mengenberechnung nach dem REB-Verfahren, etwa REB-VB 23.003 mit Formeln statt bloßer Endsummen.

Ersparnis Keine zweite Eingabe für die Rechnung
Werkzeuge

Womit wir Ihr Aufmaß an die Abrechnung koppeln.

Was passt, hängt an Ihrer Bausoftware und daran, ob auf Ihren Baustellen Netz ist: Ein Betrieb mit Nevaris oder iTWO fährt anders als einer mit einer Branchenlösung ohne Schnittstelle. Wir legen uns nach der Ist-Aufnahme fest, nach Einsatzfall und nicht nach Partnerprogramm.

Datendrehscheibe
n8n

Nimmt das fertige Aufmaßblatt von der Baustelle entgegen, prüft die Mengen auf Plausibilität und schreibt sie in Ihre Bausoftware und die Rechnungsstellung. Auch der GAEB-Ex- und -Import hängt hier, ebenso die Ablage der Baustellenfotos. Läuft auf Wunsch auf einem Server in Ihrem Haus oder in einem deutschen Rechenzentrum, sodass Bauakten und Fotos das Land nicht verlassen.

Microsoft-Welt
Power Platform

Arbeiten Sie ohnehin in Microsoft 365, bauen wir die Aufmaßmaske als Power App für das Bautablet. Zwei Punkte sagen wir vorher statt hinterher: Der Offline-Betrieb im Funkloch funktioniert nur mit Dataverse als Datenbasis und nur in der Power-Apps-App auf dem Gerät, nicht im Browser. Und der Zugriff auf eine Bausoftware im eigenen Haus läuft über das On-premises Data Gateway, das eine Premium-Fähigkeit ist und in den Microsoft-365-Lizenzen nicht enthalten ist. Das rechnen wir vor der Umsetzung durch.

Bausoftware ohne Schnittstelle
UiPath

Manche Branchen- und Handwerkersoftware nimmt Aufmaßdaten schlicht nicht von außen entgegen, und der Hersteller baut auch keine Schnittstelle mehr. Dann übernimmt ein Software-Roboter die Eingabe genau so, wie Ihre Bürokraft sie tippen würde, nur nachts und ohne Zahlendreher. Das ist die Brücke, wenn ein Softwarewechsel gerade nicht ansteht.

So arbeiten wir

Das 30-Tage-Modell.

Wir arbeiten zum Festpreis statt nach offenem Stundenzettel: Nach der Erstanalyse wissen Sie, was es kostet, bevor wir anfangen. Der erste Workflow läuft in 30 Tagen produktiv.

1

Erstanalyse auf der Baustelle (kostenlos)

In 60 Minuten gehen wir Ihren heutigen Weg vom Zollstock bis zur Schlussrechnung ab: wer misst, wer tippt, welche Bausoftware, welche Auftraggeber verlangen GAEB oder REB. Danach wissen beide Seiten, ob sich die digitale Aufmaß-Erfassung bei Ihrer Auftragsstruktur rechnet.

2

Aufmaßlogik je Gewerk und Festpreis

Wir legen mit Ihnen fest, welche Positionen welche Formel und welche Übermessungsregel bekommen, und zwar für die Gewerke, die Sie wirklich abrechnen, nicht für den ganzen VOB/C-Katalog. Sie bekommen ein Angebot mit festem Preis und festem Umfang.

3

Pilot auf einer Baustelle, Parallellauf gegen den Zettel

Wir starten mit einem Gewerk auf einer Baustelle und lassen das digitale Aufmaß einige Wochen parallel zum Papierzettel laufen. Erst wenn die Massen zusammenpassen und die Kollegen die Maske im Handschuh bedienen können, rollen wir auf die übrigen Kolonnen aus.

4

Übergabe mit Prüfpfad

Sie bekommen eine Dokumentation, eine Einweisung für Poliere und Bauleiter und einen Prüfpfad: Zu jeder Menge in der Rechnung ist nachvollziehbar, wer sie wann an welchem Bauteil aufgemessen hat und mit welchem Ansatz. Sie behalten die Kontrolle, wir bleiben auf Wunsch als Betreuer dran.

Vom Aufmaß in den Rest des Bauablaufs

Das Aufmaß ist meist die erste Baustelle, nicht die einzige.

Wenn die Massen erst einmal sauber und ohne Abtippen in der Rechnung landen, fällt schnell auf, dass Bautagebuch, Stundenzettel, Materialbestellung und Nachtragsangebote weiter von Hand laufen. Auf der Übersichtsseite zur Prozessautomatisierung sehen Sie, was sich rund um die Baustelle sonst noch abnehmen lässt.

Prozessautomatisierung ansehen
Kostenlose Erstanalyse

Wie viele Massen haben Sie letztes Jahr nicht abgerechnet?

In der kostenlosen Erstanalyse gehen wir Ihren Weg vom Aufmaß bis zur Schlussrechnung durch und rechnen nach, was das Abtippen und die vergessenen Nachträge kosten: 60 Minuten, unverbindlich, mit einer ehrlichen Einschätzung. Wenn der Zettel bei Ihrer Auftragsgröße die günstigere Lösung ist, sagen wir das.

  • Festpreis statt offener Stundenzettel
  • Aufmaßdaten und Baustellenfotos bleiben auf deutschen Servern
  • Jede Menge in der Rechnung bis zum Massenansatz nachvollziehbar
Häufige Fragen
05

Was Bauunternehmer und Handwerker zur digitalen Aufmaß-Erfassung oft fragen.

Ist ein digitales Aufmaß nach VOB überhaupt zulässig?

Ja, die VOB schreibt keine Papierform für das Aufmaß vor. § 14 VOB/B verlangt, dass Sie prüfbar abrechnen und die Mengenberechnungen mit der Rechnung vorlegen, und ob diese Berechnung aus einer Software oder von einem karierten Block kommt, spielt dafür keine Rolle. Ein digitales Aufmaßblatt erfüllt die Prüfbarkeit sogar leichter, weil der Massenansatz mit Formel und Bauteilbezug automatisch mitläuft. Wenn Ihr Vertrag eine bestimmte Form oder ein bestimmtes Übergabeformat vorschreibt, richten wir uns danach.

Was ist der Unterschied zwischen Aufmaß und Massenermittlung?

Das Aufmaß ist die Feststellung am Bauwerk: Sie messen, was tatsächlich gebaut wurde, und halten die Rohmaße fest. Die Massenermittlung rechnet aus diesen Maßen die abrechenbare Menge je LV-Position aus, also mit Formel, Abzügen und Übermessung nach den Regeln der jeweiligen ATV. Auf Papier fallen beide Schritte oft zusammen und man sieht am Ende nur eine Zahl. Digital bleiben sie getrennt, deshalb ist später nachvollziehbar, ob ein Streit an der Messung oder an der Rechenregel hängt.

Können wir das Aufmaß per GAEB an den Auftraggeber zurückgeben?

Ja, das ist einer der Hauptgründe, das Aufmaß überhaupt digital zu erfassen. Wir lesen das Leistungsverzeichnis des Auftraggebers als GAEB-Datei ein, hängen Ihr Aufmaß an die richtigen Positionen und geben die Mengen im geforderten Format zurück, üblicherweise als GAEB DA XML, bei älteren Systemen im DA-90-Format. Bei öffentlichen Auftraggebern kommt oft die Mengenberechnung nach dem REB-Verfahren dazu, bei der nicht nur die Summe, sondern der Rechenansatz mit Formel übergeben wird. Welches Format bei Ihren Auftraggebern wirklich verlangt wird, klären wir in der Erstanalyse, bevor wir etwas bauen.

Was hilft, wenn der Auftraggeber unsere Massen bei der Schlussrechnung bestreitet?

Drei Dinge, und alle drei entstehen nur, wenn sie zum Zeitpunkt des Messens erfasst wurden: das gemeinsame Aufmaß mit Unterschrift des Bauleiters, der nachvollziehbare Massenansatz statt einer Endsumme und das Foto vom Bauteil, bevor es verdeckt wurde. Ein digitales Aufmaß liefert diese drei Belege nebenbei mit, statt dass jemand sie nachträglich zusammensuchen muss. Wichtig für die Zahlung ist außerdem die Prüfbarkeit: Eine Rechnung ohne die zugehörigen Mengenberechnungen setzt die Prüffrist gar nicht erst in Gang. Die juristische Bewertung Ihres konkreten Falls gehört zu Ihrem Anwalt, wir sorgen für die Belege, auf die er sich stützen kann.

Was kostet es, die Aufmaß-Erfassung zu automatisieren?

Das hängt an der Zahl Ihrer Gewerke, an den geforderten Übergabeformaten und daran, wie gut Ihre Bausoftware anzubinden ist, deshalb nennen wir ohne Analyse seriös keinen Pauschalpreis. Der größte Aufwand steckt selten in der Erfassungsmaske, sondern in den Abrechnungsregeln je Gewerk und in der Schnittstelle zur Rechnung. Nach der kostenlosen Erstanalyse bekommen Sie ein Festpreisangebot mit festem Umfang, keinen offenen Stundenzettel. Als Digitalisierungsberatung können unsere Leistungen zudem förderfähig sein, etwa über die BAFA-Beratungsförderung.