Inhaltsverzeichnis
- Was genau wird abgeschaltet?
- Wer ist betroffen?
- Warum handelt Microsoft jetzt?
- Drei Alternativen im Vergleich
- Was sollten Sie jetzt tun? Drei Schritte
- Realistischer Zeitplan für die Migration
- Häufig gestellte Fragen
- Nächste Schritte
Was genau wird abgeschaltet?
Die SharePoint 2013 Workflow-Engine ist die technische Grundlage, auf der viele Unternehmen seit über einem Jahrzehnt ihre Geschäftsprozesse in SharePoint automatisiert haben. Diese Engine wurde 2013 eingeführt und über den SharePoint Designer, Nintex Workflow for O365 und vergleichbare Tools angesprochen.
Konkret betroffen sind alle Workflows, die in SharePoint Online auf Basis der 2013-Engine erstellt wurden. Das umfasst:
- SharePoint Designer Workflows — direkt mit dem SharePoint Designer 2013 erstellt
- Nintex Workflow for O365 — da Nintex auf der 2013-Engine aufbaut
- Automatisierte Genehmigungen — Freigabeprozesse für Dokumente, Rechnungen, Anträge
- Benachrichtigungs-Workflows — automatische E-Mails bei Dokumentänderungen
- Benutzerdefinierte Prozesse — alle weiteren Automatisierungen auf der 2013-Plattform
Wichtig: Es geht hier ausschließlich um SharePoint Online in Microsoft 365. On-Premises-Installationen von SharePoint Server sind nicht direkt betroffen, solange sie nicht mit der Cloud synchronisiert werden.
Wer ist betroffen?
Die Abschaltung betrifft potenziell jedes Unternehmen, das SharePoint Online nutzt und in der Vergangenheit Workflows erstellt oder konfiguriert hat. Besonders kritisch ist die Situation, wenn folgende Merkmale zutreffen:
- Sie nutzen SharePoint Online als Teil von Microsoft 365
- Es laufen automatisierte Prozesse wie Genehmigungen, Freigaben oder Benachrichtigungen
- Diese Workflows wurden mit Nintex, dem SharePoint Designer oder ähnlichen Tools auf Basis der 2013-Engine erstellt
- Eine Migration zu Power Automate oder einer alternativen Lösung wurde noch nicht eingeleitet
Treffen zwei oder mehr dieser Punkte zu, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf.
Die Herausforderung dabei: Viele Unternehmen wissen gar nicht, wie viele Workflows auf der alten Engine laufen, weil diese oft über Jahre organisch gewachsen sind. Ein IT-Leiter erstellt einen Genehmigungsprozess, eine Fachabteilung richtet Benachrichtigungen ein — und nach einigen Jahren hat niemand mehr den vollständigen Überblick.
Warum handelt Microsoft jetzt?
Microsoft verfolgt seit Jahren die Strategie, Legacy-Technologien schrittweise durch moderne Plattformen zu ersetzen. Power Automate ist der designierte Nachfolger der SharePoint 2013 Workflow-Engine. Die Plattform ist bereits in jeder Microsoft 365 Lizenz enthalten und bietet deutlich erweiterte Möglichkeiten:
- Cloud-übergreifende Automatisierung (nicht nur SharePoint)
- KI-gestützte Flows mit Copilot-Integration
- Integration mit über 1.000 Konnektoren (SAP, Salesforce, etc.)
- Moderne Sicherheits- und Compliance-Architektur
Die 2013-Engine wurde für eine Zeit vor der Cloud entwickelt. Ihre Architektur ist nicht mehr kompatibel mit den Sicherheits-, Compliance- und Skalierungsanforderungen moderner Unternehmens-IT. Microsoft hat den Sunset-Prozess bereits 2020 angekündigt und mehrfach verschoben. Der 2. April 2026 ist nun die endgültige Deadline.
Drei Alternativen im Vergleich
Unternehmen stehen vor drei grundsätzlichen Optionen für den Umgang mit der Abschaltung:
| Selbst migrieren | Nintex Automation Cloud | Power Automate (empfohlen) | |
|---|---|---|---|
| Aufwand | Hoch — interne IT-Kapazität nötig | Mittel — Umstellung auf neue Nintex-Plattform | Gering bis mittel — bereits im M365-Abo |
| Kosten | Intern (Opportunitätskosten) | Zusätzliche Lizenzkosten | In M365 enthalten |
| Vendor-Lock-in | Keiner | Ja (Nintex-Ökosystem) | Microsoft-Ökosystem (ohnehin vorhanden) |
| Zukunftssicherheit | Abhängig von Umsetzung | Nintex-Roadmap | Microsoft-Roadmap mit Copilot-Integration |
| Typischer Zeitrahmen | 4–12 Wochen | 3–8 Wochen | 2–6 Wochen |
Unsere Empfehlung: Migration zu Power Automate. Es ist Microsofts offiziell empfohlener Weg, bereits in Ihrer bestehenden Lizenz enthalten, langfristig am günstigsten und nahtlos ins Microsoft-365-Ökosystem integriert.
Was sollten Sie jetzt tun? Drei Schritte
Schritt 1: Microsoft 365 Assessment-Tool ausführen
Identifizieren Sie alle betroffenen Workflows in Ihrer Umgebung. Microsoft stellt ein Assessment-Tool bereit, das die SharePoint-Umgebung scannt und eine Übersicht aller aktiven 2013-Workflows liefert. Das dauert wenige Minuten und schafft die nötige Transparenz.
Schritt 2: Workflow-Inventar erstellen und priorisieren
Dokumentieren Sie, welche Workflows geschäftskritisch sind. Nicht jeder Workflow muss sofort migriert werden. Priorisieren Sie nach Geschäftskritikalität:
- Kritisch (sofort migrieren): Rechnungsfreigaben, Bestellgenehmigungen, HR-Prozesse — alles, was den Betrieb empfindlich stört, wenn es am 2. April stoppt
- Wichtig (innerhalb von 4 Wochen): Benachrichtigungen, Dokumenten-Workflows, Reports
- Nachrangig (in Ruhe danach): Selten genutzte Automatisierungen, inaktive Workflows
Schritt 3: Migration starten — kritische Workflows zuerst
Eine Migration zu Power Automate ist technisch machbar und in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen abgeschlossen. Der typische Ablauf:
- Bestandsaufnahme — alle Workflows dokumentieren (~1 Tag)
- Risikobewertung — Abhängigkeiten und Sonderfälle identifizieren
- Technische Migration — Workflows in Power Automate neu aufbauen
- Abnahme — mit Fachabteilungen testen und freigeben
- Dokumentation und Übergabe — inkl. Kurz-Training für Anwender
Sind Sie betroffen? Nutzen Sie unseren kostenlosen Schnellcheck — in 5 Sekunden wissen Sie, ob Handlungsbedarf besteht. Inklusive kostenloser 7-Schritte-Checkliste als PDF.
Realistischer Zeitplan für die Migration
Die verbleibende Zeit bis zum 2. April ist knapp. Hier ein realistischer Überblick, was in welchem Zeitrahmen noch machbar ist:
| Verbleibende Zeit | Was realistisch machbar ist |
|---|---|
| 3–4 Wochen | Vollständige Migration aller Workflows (5–15 Stück) |
| 2 Wochen | Migration der 3–5 kritischsten Workflows + Dokumentation |
| 1 Woche | Notfall-Migration der 1–3 wichtigsten Workflows |
| Nach dem 2. April | Restliche Workflows in Ruhe migrieren (keine Zeitdruck mehr, aber Prozesse stehen) |
Bei NordFlux sichern wir kritische Workflows in 14 Tagen — inklusive Bestandsaufnahme, Risikobewertung, technischer Migration, formaler Abnahme mit Fachabteilungen und vollständiger Dokumentation.
Häufig gestellte Fragen
Ist Nintex von der Abschaltung betroffen?
Ja. Nintex Workflow for O365 basiert auf der SharePoint 2013 Engine und wird am 2. April 2026 aufhören zu funktionieren. Nintex hat eine eigene Cloud-Lösung (Nintex Automation Cloud), die nicht betroffen ist. Wer jedoch Nintex Workflow for O365 nutzt, muss migrieren.
Kann Microsoft die Deadline nochmal verschieben?
Unwahrscheinlich. Microsoft hat explizit kommuniziert, dass es keine Verlängerung geben wird. Die ursprüngliche Deadline wurde bereits mehrfach verschoben. Der 2. April 2026 gilt als endgültig.
Wie lange dauert eine Migration zu Power Automate?
Das hängt von der Anzahl und Komplexität der Workflows ab. Einzelne Workflows können innerhalb weniger Tage migriert werden. Für eine vollständige Umgebung sollten Sie je nach Umfang 2 bis 8 Wochen einplanen. Kritische Workflows lassen sich priorisiert in 14 Tagen sichern.
Was kostet die Migration?
Power Automate ist bereits in den meisten Microsoft 365 Lizenzen enthalten — es fallen also keine zusätzlichen Lizenzkosten an. Die Migrationskosten hängen vom Umfang ab und davon, ob Sie intern migrieren oder externe Unterstützung hinzuziehen. NordFlux bietet einen kostenlosen 30-Minuten Workflow-Check an, um den Umfang vorab einzuschätzen.
Was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig migriere?
Am 2. April 2026 werden alle betroffenen Workflows deaktiviert. Das bedeutet: Genehmigungen bleiben liegen, Benachrichtigungen kommen nicht mehr, automatische Prozesse stoppen. Die Workflows verschwinden nicht — sie laufen nur nicht mehr. Eine Migration ist auch nach dem Stichtag möglich, aber in der Zwischenzeit stehen Ihre Prozesse still.
Betrifft die Abschaltung auch SharePoint On-Premises?
Nein, nicht direkt. Die Abschaltung am 2. April betrifft ausschließlich SharePoint Online in Microsoft 365. On-Premises-Installationen von SharePoint Server sind nicht betroffen, solange sie nicht mit der Cloud synchronisiert werden. Allerdings empfiehlt Microsoft auch hier langfristig den Wechsel zu Power Automate.
Nächste Schritte
Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihr Unternehmen betroffen ist, finden Sie auf unserer SharePoint-Migrationsseite:
- Einen Schnellcheck in 5 Sekunden — sofort wissen, ob Sie betroffen sind
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