
SharePoint 2013 Workflow-Abschaltung: Was am 2. April passiert
12. März 2026Heute, am 2. April 2026, hat Microsoft die SharePoint 2013 Workflow-Engine endgültig abgeschaltet. Wenn Sie diesen Artikel lesen, weil Ihre Workflows seit heute Morgen nicht mehr laufen: Sie sind nicht allein, und es ist lösbar.
Was genau passiert ist
Microsoft hat den SharePoint 2013 Workflow-Dienst in Microsoft 365 deaktiviert. Angekündigt war das seit 2023, verschoben wurde es mehrfach. Seit heute greift die Abschaltung für alle verbliebenen Tenants.
Betroffen sind alle Workflows, die auf dieser Engine laufen. Das schließt ein:
- Workflows, die mit dem SharePoint Designer erstellt wurden
- Nintex for SharePoint-Workflows (on-premise und hybride Setups)
- Eigenentwicklungen auf Basis der SharePoint 2013 Workflow-Plattform
Genehmigungen, Rechnungsfreigaben, Urlaubsanträge, Benachrichtigungen, Onboarding-Prozesse: Wenn die auf der 2013-Engine liefen, stehen sie jetzt still. Microsoft stellt die Workflows noch als XML-Rohdaten bereit, aber ausführen lassen sie sich nicht mehr.
Wer betroffen ist (und wer nicht)
Nicht jedes Unternehmen mit SharePoint ist automatisch betroffen. Die entscheidende Frage: Auf welcher Engine laufen Ihre Workflows?
SharePoint Online unterstützt zwei Workflow-Engines: die 2010-Plattform und die 2013-Plattform. Nur die 2013-Plattform wurde heute abgeschaltet. Die 2010-Engine läuft vorerst weiter, hat aber ebenfalls ein Ablaufdatum.
Wenn Sie Nintex for SharePoint nutzen, sind Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit betroffen. Nintex hat das selbst bestätigt und empfiehlt eine Migration.
Falls Sie nicht sicher sind, ob Ihre Workflows auf der 2013-Engine laufen: Das lässt sich in wenigen Minuten prüfen. Dazu gleich mehr.
Ihre Optionen ab heute
Drei Wege, mit denen Unternehmen jetzt umgehen:
Weg 1: Migration zu Microsoft Power Automate Das ist der von Microsoft offiziell empfohlene Nachfolger. Power Automate ist in den meisten Microsoft 365-Lizenzen bereits enthalten. Bestehende Workflows lassen sich dort neu abbilden, in vielen Fällen sogar schlanker als vorher, weil Power Automate moderne Konnektoren und Bedingungslogik mitbringt. Die meisten KMU mit 5 bis 15 Workflows schaffen eine Migration in 30 bis 45 Tagen. Wer nur die kritischsten Prozesse absichern will, kommt deutlich schneller ans Ziel.
Weg 2: Wechsel auf Nintex Automation Cloud Nintex bietet eine eigene Cloud-Lösung als Nachfolger an. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie tief in das Nintex-Ökosystem investiert haben und die Logik beibehalten wollen. Nachteil: höhere Lizenzkosten und ein gewisser Vendor-Lock-in.
Weg 3: Selbst migrieren Machbar, wenn Ihre IT-Abteilung Kapazität hat und die Workflows gut dokumentiert sind. Erfahrungsgemäß scheitert das in der Praxis weniger an der Technik als an der verfügbaren Zeit neben dem Tagesgeschäft.
Was jetzt konkret zu tun ist
Wenn Ihre Workflows seit heute nicht mehr laufen, gibt es eine klare Reihenfolge:
Schritt 1: Bestandsaufnahme. Welche Workflows sind betroffen? Welche davon sind geschäftskritisch? Oft wissen Fachabteilungen gar nicht, dass ein Prozess auf einem SharePoint-Workflow basiert, bis er aufhört zu funktionieren.
Schritt 2: Priorisierung. Nicht alles muss sofort migriert werden. Genehmigungsprozesse und Rechnungsfreigaben haben Vorrang vor internen Benachrichtigungen oder archivierten Workflows.
Schritt 3: Die kritischsten Flows zuerst migrieren. Ein erfahrener Power-Automate-Entwickler kann einen einzelnen Workflow in ein bis drei Tagen neu aufbauen, je nach Komplexität. Die restlichen kommen danach, ohne Zeitdruck.
Schritt 4: Testen und abnehmen. Jeder migrierte Workflow wird mit den Fachabteilungen getestet, bevor er produktiv geht.
Schritt 5: Dokumentation und Übergabe. Damit Ihr Team den Workflow versteht und kleinere Anpassungen selbst vornehmen kann.
Was wir bei einem regionalen Fertigungsunternehmen gemacht haben
Ein konkretes Beispiel aus den letzten Wochen: Ein Fertigungsunternehmen aus der Region kam Ende Februar auf uns zu. 8 aktive SharePoint-Workflows auf Nintex-Basis. Bestellgenehmigungen, HR-Freigaben, Eingangsrechnungen. Die IT wusste Bescheid, hatte aber keine Kapazität neben dem Tagesgeschäft. Die Geschäftsführung hatte das Thema noch gar nicht auf dem Schirm.
Tag 1 haben wir alle 8 Workflows dokumentiert. An Tag 2 und 3 gemeinsam mit dem IT-Leiter priorisiert: 3 davon waren geschäftskritisch, 5 konnten warten. In der zweiten und dritten Woche haben wir die 3 kritischen Flows in Power Automate migriert, getestet und abgenommen. Am Ende gab es eine saubere Dokumentation und ein einstündiges Training für die Fachabteilung.
Ergebnis: Kein Ausfall heute. Die restlichen 5 Workflows kommen in den nächsten Wochen nach, ganz ohne Zeitdruck.
Kostenloser Workflow-Check
Falls Sie nicht sicher sind, ob und wie stark Sie betroffen sind: Ich biete aktuell einen kostenlosen 30-Minuten-Check an. Darin schauen wir gemeinsam, welche Workflows auf der abgeschalteten Engine laufen und was realistisch als nächstes zu tun ist. Kein Verkaufsgespräch, sondern eine ehrliche Einschätzung.
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